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Matt Haig

Im Schattenwald

  • Autor:Matt Haig
  • Titel: Im Schattenwald
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
  • Datum:12 September 2009
  • Preis:8,90 EUR

 
»Im Schattenwald« von Matt Haig


Besprochen von:
 
Mystera
Deine Wertung:
(5)

 
 
Die Geschwister Samuel und Martha haben gerade erst ihre Eltern verloren und sollen nun bei ihrer Tante Eda, der seltsamen Zwillingsschwester ihrer Mutter, in Norwegen ein zu Hause finden. Die kleine Martha hat seid dem Tod ihrer Eltern ihre Stimme verloren und gibt sich ganz ihrer Trauer hin, während Samuel allein mit seiner Wut über sein Schicksal ist. Seine Tante ist ihm unheimlich und ihr Mann – der Onkel der Kinder – ist seid Jahren verschwunden. Gleich zu Anfang werden den Kindern 10 Regeln auferlegt, denen sie sich zu beugen haben.
Eine der wichtigsten hiervon ist : „BLEIBT DEM WALD FERN UND WAGT ES NICHT AUCH NUR EINEN SCHRITT IN DIESES GEHÖLZ ZU TUN !“
Gerade Samuel lehnt sich gegen die neuen Regeln auf, bekommt aber im Gegensatz zu seiner entrückten Schwester eine Erklärung zum Waldverbot. In diesem hausen gefährliche Wesen, wie Wahrheitspixies, böse Trolle und Slumps. Wer ein Mal den Wald betritt, kommt nie wieder aus diesem hervor. Genau dieses ist mit ihrem Onkel geschehen. In einem unbeobachteten Moment zieht es jedoch Martha auf unheimliche Weise in das dunkle Gehölz. Samuel stürmt mit dem Buch über die Wesen des Schattenwaldes von Prf. Horatio Tanglewood hinter ihr her, um sie vor einem grausamen Schicksal zu bewahren. Beide Kinder werden vom Wald geschluckt. Können sie den Unbilden dieser Welt entkommen und zurück in ihr altes zu Hause finden oder werden sie ebenfalls Opfer des Schattenwaldes?


Matt Haig hat mit „Im Schattenwald“ eine fantastische Erzählung geschaffen, die am Ende die Lehre für uns bereithält, dass zu Hause dort ist, wo deine Liebsten sind.

Das Buch beginnt schon in besonderer Weise. Zuerst bekommen wir folgendes zu Lesen:


„Es gibt einen Ort, den kein Mensch je betreten darf. Wo Geschöpfe aus Mythen und Legenden leben und atmen. Ein Ort jenseits aller Träume und Albträume - ein Ort von so unsagbarem Schrecken, dass er keinen Namen trägt. In diesem Buch will ich dem Unsagbaren einen Namen geben. Sein Name soll Schattenwald sein, und er wird euer Herz mit Furcht erfüllen.“

Professor Horatio Tanglewood


Danach werden dem Leser alle Charaktere und Wesen mit charakteristischen Eigenheiten vorgestellt, die in dem Buch eine Rolle spielen werden. Erst dann beginnt die eigentliche Geschichte.
Im Fokus des Geschehens steht das Geschwisterpaar Samuel und Martha, wobei die meiste Zeit aus der Perspektive von Samuel erzählt wird und Martha die Rolle des verängstigten bzw. weltentrückten Mädchens erhält. Dies ist auch nur all zu Nachvollziehbar, da sie die Jüngere der Beiden ist und an ihrem Geburtstag miterleben musste, wie ihre Eltern verunglückt sind. Jeder dieser Charaktere hat seine Eigenheiten und sein Gefühlsleben wird plastisch dargestellt, was ihre Handlungsweisen folgerichtig erscheinen lässt.
Auch der fantastische Aspekt kommt in diesem Buch nicht zu kurz. Wir bekommen die unterschiedlichsten Fabelwesen präsentiert – von Huldren zu Wahrheits-Pixies, über Hexen und Slumps, bis hin zu unterschiedlichen Ausprägungen von Trollen. Besonders witzig beschrieben fand ich die Trollfamilie, die aus Trollvater, Trollmutter, Trolltochter und Trollsohn besteht und alle zusammen sich nur ein Auge teilen müssen, das je nach Bedarf in der Familie herumgereicht wird.
Doch die Geschichte weist auch ein paar traurige Stellen auf. Unter anderem erlebt man den Tod der Eltern der Kinder ganz zu Beginn, wie auch sonst einige andere Morde.
Den bösen Part bekommt der Veränderer zugeschrieben und seine ausführende Gewalt – die Schattenhexe. Dieser ist selber von einer traumatischen Kindheit geprägt und hat die frühere friedliche Waldwelt in eine Welt verwandelt, die nur ihm gehören soll und keine anderen menschlichen Wesen dudelt. Daher hat er die Lebewesen des Waldes in grausame Geschöpfe umgestaltet. Ich persönlich empfand diesen Mann einerseits als Hassfigur, andererseits konnte man sogar eine Spur Mitleid mit ihm empfinden.
Besonders hervorheben möchte ich noch ein stilistisches Mittel des Autors Matt Haig. Er hat an zwei Stellen der Erzählung einen eigenen Kommentar über das Geschehen der darauf folgenden Kapitel in sehr offenem und teilweise humoristischem Stil geschrieben und dem Leser damit andere Möglichkeiten eröffnet, dieses Buch weiter zu lesen. Das war ein Winkelzug, der bei mir sehr gut ankam, auch wenn ich seinen Empfehlungen selbst nicht Folge geleistet habe, da ich es mag, die Gesamtheit einer Geschichte zu erfassen.

„Im Schattenwald“ von Matt Haig ist ein Fantasy-Jugendroman, den ich als ein gelungenes Einstiegsmodel für junge Fanatasyleser empfehlen kann, aber auch als amüsante Abwechslung für ältere Fantasybegeisterte durchaus auf die „to read“-Liste setzen würde. Lassen sie sich von dem eigentümlichen Charme der Erzählweise dieses Autors begeistern und tauchen sie in eine Welt ein, die mit einer hohen Artenvielfalt zu glänzen versteht.
 
 
 


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