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George R.R. Martin

Das Lied von Eis und Feuer 1
Die Herren von Winterfell

  • Autor:George R.R. Martin
  • Titel: Die Herren von Winterfell
  • Serie:Das Lied von Eis und Feuer 1
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Blanvalet
  • Datum:14 Dezember 2010
  • Preis:15,00 EUR

 
»Die Herren von Winterfell« (Das Lied von Eis und Feuer 1) von George R.R. Martin


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"Der Winter naht."

Inhalt:

In Westeros dauern Winter mehrere Jahre. Das weiß Eddard Stark, Lord eines der sieben Königreiche im Norden von Westeros. Neben dem harten Winter besitzt er selbst Probleme, um die er sich kümmern muss, doch die Bitte seines Freundes und Königs Robert Baratheon geht vor. Er soll die Rechte Hand des Königs werden und somit den plötzlich verstorbenen Vertrauten des Königs ersetzen. Sein ältester Sohn Robb übernimmt die Herrschaft über Winterfell, während die Mädchen mit Eddard Stark zum Königshof reisen, welcher nur so von Intrigen wie ein Wespennest umschwirrt wird. Vorallem Robert Baratheons Frau, die Königin, und ihr Bruder scheinen einen hinterlistigen, machthungrigen Plan zu vollstrecken.

Eddards Bastardssohn Jon ist bei dessen Frau mehr als unwillkommen, sodass er sich selbst auf Reisen begibt und sich der Nachtwache anschließt, die die große Mauer im Norden bewacht. Die Mauer selbst ist eine der vielen Mysterien in Westeros. Es gibt nur wage Vermutungen wovor sie Westeros beschützen soll, doch schon bald soll Jon das herausfinden.

Als Gäbe es nicht genug Bedrohungen, kommen von Süden die Targaryen Geschwister ihrer Rache immer näher. Ihr Vater und ihre Macht wurden von dem derzeitigen König erschlagen, ihre größte Sehnsucht ist es ihre Macht wieder herzustellen. Kein Mittel ist ihnen zu wider und sie besitzen eine Waffe von derer Macht sie selbst und ganz Westeros nichts ahnen.

Aufbau:

Das Buch mag zu Anfang abschreckend wirken, da jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Person dargestellt wird und die Charaktere nur langsam miteinander verbunden werden. Bevor ich das Buch gelesen habe, sagte man mir, dass es öfters verwirrend ist und es viel zu viele Charaktere gibt. Dem kann ich nicht zustimmen. Ich habe mich schnell eingefunden und konnte die Charaktere auch sehr gut unterscheiden. Außerdem gibt es am Buchende eine sehr gut ausgearbeitete Übersicht, die auch den Letzen einfinden lässt.

Charaktere:

George R. R. Martin distanziert sich von klischeehaften Bösewichten und Helden. Es ist schwer konkrete Bösewichte zu nennen, doch solche, die grundsätzlich als Bösewichte erscheinen haben gut durchdachte Gründe und sind nicht platt dargestellt. Die Helden in der Geschichte haben auch ihre dunklen Seiten und sind nicht unfehlbar. Sie sind zum Teil sehr entfernt von den stereotypen Helden mit unbeschmutzter Rüstung. Dadurch, dass die Kapitel immer von einer anderen Person handeln sind die Charaktere detailliert und realistisch.

Magie:

Der Autor geht mit Magie sehr sparsam um, das ändert sich während des ganzen Buches kaum, doch zum Schluss steigern sich die konkreten Fantasyelemente ein wenig.

Schreibstil:

George R. R. Martins Schreibstil ist sehr angenehm und einfach zu lesen. Das Buch bekommt seine mittelalterliche Stimmung eher durch die detailreichen Beschreibungen der Umgebung und der Umstände. Die Sprache besitzt nur eine angemessene Zahl an mittelalterlichen Worten. George R. R. Martin schont den Leser nicht. Im Mittelalter waren Gewalt und Sexualität charakterisierende Faktoren, so sind sie es zum Teil auch in "Das Lied von Eis und Feuer." Gewalt wird jedoch nicht glorifiziert. Martin benutzt sie eher als Stilmittel, um seine Figuren und auch die düstere, realistische Atmosphäre seiner Welt besser darzustellen.

Meine Meinung:

Es gelang mir sehr schnell in die Geschichte einzutauchen. Vorallem gefiel mir die Abwechslung zu den ganzen anderen Fantasy Büchern auf dem Markt. Es ist tatsächlich anders. Obwohl George R. R. Martin sehr detaillierte Schilderungen benutzt, wurde es mir nicht langweilig. Selbstverständlich mag man andere Charaktere irgendwann lieber und genießt die Kapitel derer, die man nicht so gerne mag, nicht so sehr. Doch Martin macht das wet, indem man vor Intrigen und Verschwörungen in solch einer Anspannung ist, dass man weiterlesen muss. Es kommt immer anders, meist noch schlimmer, katastrophaler.

In "Ein Lied von Eis und Feuer" taucht Gewalt durchaus öfter auf als in anderen Büchern, das liegt aber daran, dass Martin sehr nah an der Realität schreibt. Ich fand es ok und nicht zu schlimm. Aber das ist eher Geschmackssache.

Im Großen und Ganzen ein sehr gutes Buch, vielschichtig und fesselnd mit tiefgründigen Charakteren, welches nicht mit klassischen Fantasywerken verglichen werden kann. Es ist kein Buch für Romantiker und Leser, die ein Happy End erwarten. Eher etwas für Leser, die düstere und dramatische Geschichten mögen. Ich freue mich schon auf den zweiten Band.
 
 
 


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