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Kerstin Pflieger

Die Alchemie der Unsterblichkeit


 
»Die Alchemie der Unsterblichkeit« von Kerstin Pflieger


Besprochen von:
 
Desgracia
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
„»Sie haben eine Ratte in Ihrem Hut!«
»Das ist Maleficium, eine ausgebildete Spürrate«, erklärte Icherios mit einem breiten Grinsen.
»Wie ein Suchhund?«
Icherios unterdrückte ein Seufzen. Kolchin war zu leichtgläubig. »In der Tat, nur handlicher.«“


Wir befinden uns im Jahr 1771. Icherios, ein junger Mann, dessen größter Wunsch ist einmal Medizin zu studieren. Er steht jedoch zur Zeit auf Kriegsfuß mit seinem Vater, sodass er sich das Studium selbst finanzieren muss. Am liebsten würde er ja ein Stipendium ergattern. Doch das stellt sich als nicht ganz so einfach heraus. Als ihm ein guter Freund die Chance serviert seinem Lebenstraum näher zu kommen, zögert Icherios nicht lange. Bald befindet er sich in einer Kutsche mit dem Ziel Schwarzwald. Dort soll er in der Stadt Dornfelde eine Mordserie aufklären. Angekommen traut Icherios seinen Augen nicht. Bei den Bewohnern von Dornfelde handelt es sich nicht nur um Menschen. Als Wissenschaftler sind die Umstände für Icherios unerklärlich. Er besitzt jedoch nicht viel Zeit, um die Lebewesen zu erforschen. Die Zeit läuft und jeden Tag gibt es mehr Morde.

Meine Meinung:

Dass die Geschichte in Deutschland spielt war für mich schon einmal ein Pluspunkt. Reale Orte geben der Geschichte ein bisschen mehr Greifbarkeit. Zu beginn des Romans befindet man sich noch in der „realen“ Welt. Im Jahre 1771 in Karlsruhe. Gut recherchierte Elemente tragen dazu bei, dass man ein ähnliches Bild in seinem Kopf vorfindet wie es im Jahre 1777 tatsächlich zuging. Dreck, Krankheit und Armust prägen die Städte. Die Autorin beschönigt keineswegs, obwohl das sehr schön gestaltete Cover einen zunächst glauben lässt, dass es sich hierbei, um einen Jugendroman handelt. Dies ist hier nicht der Fall. Beschreibungen von Leichen, Gewalt und Sexualität werden nicht übergangen.

Der Verbleib in Karlsruhe ist nicht von langer Dauer. Bald finden man sich in einer Stadt wieder die bunter nicht sein könnte. Hier leben alle möglichen Geschöpfe zusammen. Eins skurriler wie das andere. Selbst der Protagonist Icherios hat seine Eigenheiten, die ihn keineswegs perfekt erscheinen lassen sondern ihm einen großen Sympathiefaktor verschaffen. Vorallem seine Sucht lässt differenziert ihn von Protagonisten anderer Romane, die stets sauber wirken und als das perfekte Vorbild dienen.

Besonders gut hat mir ja auch diese Ratte „Maleficium“ gefallen. Ich bin allgemein der Meinung, dass so ein kluges Maskotchen dem ein oder anderem nicht schaden würde. Leider hält Maleficium unseren Icherios nicht davon ab unlogische Dinge zu tun. Das Buch wurde das ein oder andere Mal in die länge gezogen, indem beschrieben wurde, welche Vorkehrungen Icherios trifft, um sein Suchtmittel zu nehmen. Es wäre auch einfacher gewesen hier ans Ziel zu gelangen. Grundsätzlich ist der Stil der Autorin aber flüssig und spannend.

Die Ausprägung der Darsteller unterscheidet sich auch immens. Während ich mir den Werwolf Rabensang vollständig vorstellen und ihn in mein Herz schließen konnte, schienen mir die Vampire sehr flach und unnahbar. Unnahbar auf eine schlechte Art und Weise. Ich hätte mir gewünscht, mehr über die Vampire herauszufinden.

Leider wimmelt es in „Die Alchemie der Unsterblichkeit“ nur so von Rechtschreibfehlern und scheinbar nicht passenden Worten. Sehr störend für die Lesbarkeit sind die vielen fehlenden Anführungszeichen, obwohl eine Figur weiter spricht.[/b]

Fazit:

Ein fantastischer Krimi mit historischen Noten und einer großen Prise Humor, welcher mich nicht selten in seinen Bann gezogen hat und eher etwas für Leser ab 16 Jahren ist.
 
 
 


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