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Pratchett, Terry

Scheibenwelt 3
Gevatter Tod

  • Autor:Pratchett, Terry
  • Titel: Gevatter Tod
  • Serie:Scheibenwelt 3
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne
  • Datum:00 -
  • Preis:12.90 DM

 
»Gevatter Tod« (Scheibenwelt 3) von Pratchett, Terry


Besprochen von:
 
Andreas Marchhart
Deine Wertung:
(5)

 
 
Mort ist ein großer, schlaksiger Junger Mann, der leider mehr als ungeschickt ist. Sein Vater, der ein Bauer ist, sieht ein, dass sein Sohn nicht zum Bauern geboren ist, und beschließt, dass Mort eine Lehre beginnen soll, bevor er auf seinem Hof zu großen Schaden anstellt. Deswegen fährt er mit Mort in die nächste Stadt, wo ein Lehrlingsmarkt stattfindet. Doch niemand will Mort als Lehrling aufnehmen. Mort und sein Vater beschließen, bis zum letzten Glockenschlag des Tages zu warten bevor sie wieder nach Hause fahren. Doch beim elften Schlag steht plötzlich ein großer Mann vor Morts Vater. Mort erkennt sofort, dass es sich bei der Gestalt um den leibhaftigen TOD handelt, doch sein Vater kann, beeinflusst von TOD, dies nicht erkennen. TOD bietet Mort an, dessen Lehrling zu werden, und sein Vater willigt mehr als bereitwillig ein, denn er glaubt, dass es sich bei der Lehrstelle um eine Ausbildung zum Totengräber handelt. So kommt es, dass sich Mort noch in der selben Nacht in Tods Zuhause, außerhalb der Zeit, wiederfindet. Dort lernt er Albert, Tods Diener, und Tods Adoptivtochter Ysabell kennen. Diese ist zu Mort alles andere als freundlich, doch dies ist die Folge, dass Ysabell nun schon seit 61 Jahren immer 16 Jahre alt ist. Morts Ausbildung beginnt damit, dass er den Pferdestall auszumisten hat, der schon seit Monaten nicht mehr sauber gemacht wurde und wo man bis zu den Knien in Pferdemist versinkt. Als er diese Aufgabe erledigt hatte, nahm TOD in zum ersten mal mit und begann ihn in die PFLICHT einzuführen. Die bestand daraus, die Seelen der Verstorbenen zum richtigen Zeitpunkt aus deren sterbenden Körpern zu lösen und ins Jenseits zu begleiten. So kam es, dass er dabei war, als der regierende König von Sto Lat hinterrücks ermordet wurde. Dort begegnete ihm auch des Königs Tochter die ihn vom ersten Augenblick an faszinierte. Nachdem er etliche Male mit TOD losgezogen war und ihn bei der Erfüllung der PFLICHT beobachtet hatte, rief ihn TOD eines Abends in sein Arbeitszimmer, und schickte ihn alleine fort, um die Aufgaben zu erfüllen. In TOD begann sich nämlich die Unzufriedenheit zu regen und er begann in eine Sinneskrise zu stürzen. So kam es, dass sich TOD zum ersten mal seit es ihn gab, einen Abend frei nahm. Mort hatte in dieser Nacht nur drei Seelen zu begleiten, aber schon bei den ersten beiden hatte er mehr oder minder große Probleme. Als dritte sollte Mort Keli, die neue Königin von Sto Lat, begleiten, die in dieser Nacht von einem Meuchelmörder im Schlaf erstochen werden sollte. Doch Mort verpatzte diesen Auftrag, indem er nicht die Seele von Keli aus dem Körper riss, sondern den Meuchelmörder tötete. Damit begann nun das Verhängnis seinen Lauf zu nehmen, denn in der realen Realität sollte Keli nun tot sein, und für die gesamte Umgebung war Keli nun auch tot, auch wenn sie noch lebte. So kam es, dass es nun einen Riss in der Realität gab, und die reale Realität die falsche Realität anfing zu bekämpfen. TOD aber war in der Zwischenzeit auf die Scheibenwelt gekommen, um die Menschen zu verstehen und um einen Sinn für seine Existenz zu ergründen. Er trieb sich auf Parties herum und ergründete alles was das Menschsein ausmachte. So kam es, dass TOD schließlich sogar selbst Freude an seiner Existenz erlangte, als er als Koch in einem Lokal arbeitete. Sein Diener Albert, der sich als der Gründer der Unsichtbaren Universität der Zauberer entpuppte, holte TOD aber wieder zurück und riss ihn damit aus seiner Lebensfreude, als die Probleme zu groß wurden. Und dadurch wurde TOD erst so richtig sauer. Den grandiosen Schluss will ich hier aber nicht verraten, denn der ist ein Genuss, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Das Buch ist fantastisch. Ich habe mich selten so amüsiert. Ein Gag folgt dem nächsten ohne auch nur im entferntesten übertrieben zu wirken. Pratchett versteht es, einen Gag nach dem anderen loszulassen, ohne die Grenze zum Schwachsinn zu überschreiten. Eindrucksvoll schildert er, wie TOD versucht, die Menschlichkeit zu verstehen, und wie er endlich Spaß am Leben findet. Nichts macht ihm mehr Freude als zu kochen. Aber mit jedem Stück Menschlichkeit und Freude das TOD erringt, wird Mort mehr zu seinem Nachfolger und nimmt immer mehr seinen Platz ein. Dies geht schließlich so weit, dass Mort beginnt in Großbuchstaben zu sprechen. Auch die Wandlung Morts von einem ungeschickten Tölpel in einen stolzen Vertreter seines Lehrherren ist ihm mehr als gelungen. Auch gibt es in diesem Buch keinerlei Lehrläufe und ist ohne Probleme in einem Rutsch zu lesen. „GEVATTER TOD“ ist meiner Meinung nach eines der besten Bücher, die Terry Pratchett je geschrieben hat.

Aus allen diesen Gründen kann es für mich nur eine Wertung geben. 10 Punkte.
 
 
 


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