•  
    Leseliste
  •  
    Vogemerkt
  •  
    Rezension
  •  
    Gelesen
  •  
    Neu

O'Donnell, Catherine

Die Trilogie der streitenden Reiche 1
Der verbotene See

  • Autor:O'Donnell, Catherine
  • Titel: Der verbotene See
  • Serie:Die Trilogie der streitenden Reiche 1
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Knaur
  • Datum:00 -
  • Preis:12.90 EUR

 
»Der verbotene See« (Die Trilogie der streitenden Reiche 1) von O'Donnell, Catherine


Besprochen von:
 
Andreas Marchhart
Deine Wertung:
(2)

 
 
Vor ewigen Zeiten gab es sieben Reiche der Unschuld. Eine Prophezeiung sagte aber aus, dass von den sieben Reiche sechs untergehen würden und das siebte von Gefahren nicht verschont bliebe. In der Menschen bittersten Stunde, würde aber ein Kind erscheinen, dass den Menschen geben würde was sie wollen, und ihnen das nehmen würde was sie am wenigsten missen möchten. Die Jahrtausende vergingen und so wie die Prophezeiung vorhersagte, existiert von den sieben Reichen nur mehr Angoli,das Reich der Schwanenmenschen. Dem Herrscherpaar der Schwanenmenschen wird ein Kind geboren, dem die Götter vorhersagen, dass es das ausgewählte Kind sei. Die Götter bestimmen, dass das Kind in einen Korb gelegt und von seinem Vater auf dem Fluss ausgesetzt werden soll, denn das Kind darf nicht bei den Schwanenmenschen aufwachsen, denn wer aus Torheit oder aus Liebe die Bestimmung des Kindes ändert, wird den Untergang der Welt herbeiführen.
Im Reich Caernadon, dass an Angoli, getrennt durch eine riesige Sumpflandschaft, angrenzt, herrschen König Uisnach und seine Gemahlin, Gwenlian, eine Prinzessin der Kasseiden und Priestermagierin der Mutter. In diesem Reich sind alle Kulte und Religionen, sowie Magie verboten, außer der Kult des Fál und dessen Priester sind auch die einzigen, die Magie anwenden dürfen. Da Gwenlian eine Fehlgeburt erlitt, kehrte Uisnach ihr den Rücken und suchte sich eine Geliebte. Doch all der Widrigkeiten zum Trotz ist ihr auch eine Rückkehr in ihre Heimat verboten, da sie alle Gesetze Ihres Landes gebrochen hatte, als sie sich entschied Uisnach zu heiraten. Am Fluss findet der Vater einer geheimen Mutter-Priesterin Marte das Kind und erkennt durch ihren magischen Blick, dass das Kind zur Königin gebracht werden muss. Diese nimmt das Kind als eigenes an, was der König widerwillig gestattet, nachdem Marban, der Hohepriester Fáls, für das Kind spricht. Marban dient aber in Wirklichkeit einem Dämon, für den er eine riesige Kathedrale, gegen den Widerstand Uisnachs, errichten soll. Um sich die Unterstützung der Königin zu sichern, schlug er ihr den Handel vor, dass sie die Geliebte des Königs mit ihrem Kind offiziell akzeptiert, was deren Rechte fast mit Gwenlians Rechte gleichstellen würde, im Gegenzug dafür würden sie und das Kind ihren Hofstaat unbehelligt errichten können wo sie wollen und das Kind dürfte nur denjenigen heiraten, den sie sich selbst erwählt. Sowohl Uisnach als auch Gwenlian stimmen dem Handel zu und Marban erhält die Erlaubnis die Kathedrale zu errichten. Da Marban für das Vorhaben unzählige Sklave benötigt, überredet er Uisnach, der ein schwacher und leicht beeinflussbarer König ist, dass er gegen seine Nachbarn einen Krieg beginnt, der ihnen die benötigten Sklaven einbringen soll. Und so beginnen Jahre des Krieges für Caernadon. In der Zwischenzeit lernen Gwenlian und Marte ihre Magie vor den Fál-Priestern zu verbergen und beginnen gleichgesinnte Frauen in die Mysterien der Mutter einzuweihen. Darunter auch ihre in der Zwischenzeit beinahe Erwachsene Adoptivtochter Eirion und Martes Tochter Diann, deren Vater ein Schwanenmensch ist, was aber außer Marte niemand weiß. Diann ist auf Eirion krankhaft eifersüchtig und es erwachsen große Spannungen zwischen den beiden. Als Gwenlians Mutter, die Königin von Fiann, stirbt, besteigt Gwenlians Schwester Brenna den Thron von Fiann und erklärt Caernadon den Krieg. Die Priestermagier von Fál unterliegen mit ihrer Magie gegen die Magier von Fiann und die Streitmächte von Caernadon haben der Armee von Fiann nichts entgegenzusetzen. Um die Truppen von Fiann aufzuhalten, errichten die Mutter-Priesterinnen einen magischen Abwehrschirm und Gwenlian fordert Brenna zu einem magischen Zweikampf heraus. Gwenlian tötet ihre Schwester im Duell, woraufhin Brennans Sekundantin Gwenlian einen magischen Wurfstern in den Bauch schießt, und sie damit schwer verletzt. Gwenlian fordert, unter Aufbietung aller Kräfte, die Armeen von Fiann auf das Land, wie zwischen Brenna und ihr vereinbart, zu verlassen, und diese treten den Rückzug an. Die immer schwächer werdende Gwenlian erkennt durch die Todesnähe die Herkunft und das Schicksal ihrer Adoptivtochter Eirion und bittet sie sofort zu ihrem Volk zurückzukehren. Kurz darauf verstirbt Gwenlian und Eirion macht sich, nur begleitet von ihrem Falken, auf den Weg nach Angoli.

Die Geschichte strotzt nur so vor Archetypen und Andeutungen: Moses, Jesus, Artus + Gwennifer. Artus & Mordred, Gwennifer und Lancelot, Tir Nan Og und viele andere geben sich hier die Hand. Für den Belesenen sind es schon beinahe zu viele Andeutungen. Dennoch ist die Story mitreißend. Und das rettet dieses Buch auch, denn sprachlich gesehen ist es eher mühsam. Selbst die Fischer reden, wie wenn sie frisch aus einem höfischen Epos des Mittelalters stammen würden. Der "Erzählmodus" ebenso. Im Prolog, wo es um das Rezitieren eines uralten Mythos geht, ist das angebracht. Auch die ersten Seiten des ersten Kapitels, die in einem Zauberreich spielen, kann man noch so durchgehen lassen, aber leider, leider verlässt Catherine O'Donell den "Mythenmodus" nicht, und darunter leidet die Lesefreude. So konnte J.R.R Tolkien in den Anfangstagen der Fantasy schreiben, doch im 21. Jahrhundert ist dieser Stil plump, behäbig und unmodern.

Außerdem schafft sie es immer wieder, den Leser mit Ungereimtheiten zu verunsichern. So zum Beispiel in einer der ersten Szenen, als sich Gwenlian in einem Spiegel betrachtet, aber nicht all zu lange bei ihrem Gesicht verweilt, weil das sie zu stark an ihre Schwester Brenna erinnert. Also, MEIN Gesicht erinnert mich - trotz aller Ähnlichkeit - immer noch an MICH, und nicht an meinen Bruder. Vielleicht erinnere ich mich beim Betrachten meines Gesichtes an meinen Bruder, aber die Formulierung, die O'Donnel verwendet, holpert einfach. Außerdem wird Brenna erst 280 Seiten später erwähnt. Der Grund, warum die Erinnerung an ihre Schwester schmerzlich ist, wird nicht angegeben, der Leser bleibt verdutzt hinter dem zurück, was die Autorin beabsichtigt hat.

O'Donell lebt eigentlich davon, Fantasy-Romane zu übersetzen. Seit ihrer Jugend schreibt sie Kurzgeschichten. So weit ich weiß, handelt es sich bei der Trilogie der Streitenden Reiche um ihren ersten Roman-Zyklus, und Der Verbotene See ist davon der erste Band. Ich hoffe sehr, dass sie in den anderen Bänden zu einer neuen Form, zu einem besseren und ausgewogeneren Stil findet. Für dieses Buch jedoch leider nur 4 Punkte.
 
 
 


Mehr Rezensionen von Andreas Marchhart