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Marc Elsberg

HELIX - Sie werden uns ersetzen: Roman


 
»HELIX - Sie werden uns ersetzen: Roman« von Marc Elsberg


Besprochen von:
 
harakiri
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
„Ab sofort schrieben die Menschen endgültig ihre eigene Geschichte. Und vielleicht hatten sie gerade das A von Anfang getippt. Oder das E von Ende“
(S. 340)



Helix ist ein aufrüttelnder, teilweise sehr nachdenklich stimmender Roman. Was, wenn das alles schon möglich ist? Designerbabys, die nur die besten Eigenschaften aufweisen. Was, wenn ich meins nicht verändern lasse, welche Nachteile hat das?
Elsberg geht in seinem Werk sogar noch einen Schritt weiter: Seine „Wunderkinder“ überholen sich selbst und entwickeln einen Virus, der die ganze Menschheit verändern soll. Meine Gedanken dazu waren „Wieso sollte es eigentlich immer bessere Menschen geben?“ Was würde sich auf der Erde zum Besseren wenden, wenn alle überschlau und überstark wären? Nichts! Vielleicht würden sich die einen oder anderen Probleme (Hunger, Analphabetentum oder mangelnde Bildung) vielleicht lösen, aber dafür ganz sicher andere aufwerfen. Was würden diese Menschen aus unserer Welt machen? Erschreckend ist ja auch, dass es wohl teilweise wirklich schon Möglichkeiten gibt, Erbgut zu verändern. Und ich denke, auf diesen Gedanken fußte auch Elsbergs Idee für diesen Roman.

Die Handlung ist irgendwie unspannend aufgebaut, weil es keinen direkten Protagonisten gibt. Da ist zum einen Jessica, deren Familie darunter leidet, dass sie in der Regierung ein hohes Tier darstellt und oft unterwegs ist. Zum anderen sind da Greg und Helen, die unbedingt ein Baby wollen und in der Fertilitätsklinik auf das Programm der „modernen“ Kinder aufmerksam gemacht werden. Zu diesen beiden konnte ich noch ein bisschen Bindung aufbauen. Jedoch lese ich lieber Geschichten, in denen nicht so distanziert berichtet, sondern die Handlung um ein, zwei Protagonisten aufgebaut wird. Das finde ich, erhöht die Spannung immens. Wobei ich über mangelnde Spannung, besonders gegen Ende des Romans, nicht klagen kann. Anfangs war ich etwas verwirrt durch die vielen Handlungsstränge und Personen und die doch relativ ausführlichen Schilderungen von Vorgängen aus der Mikrobiologie und Biochemie.

„Was wird aus ihnen werden?
Meinst du diese hier? Oder unsere?
Alle“ (S. 341)


Und das ist die zentrale Frage des Romans: Wie löst Elsberg diese knifflige Frage auf. Schließlich kann er ja nicht alle Beteiligten töten lassen. Das wäre unglaubwürdig und unspektakulär. Ihm ist hierzu aber eine akzeptale Lösung gelungen, einfach typisch amerikanisch 

Fazit: Elsberg entwirft eine Zukunftsperspektive, wie sie durchaus denkbar ist und bringt den Leser so zum Nachdenken.
[b]
 
 
 


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