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Andrew Bannister

Die Maschine: Roman (Die Spin-Trilogie, Band 1)


 
»Die Maschine: Roman (Die Spin-Trilogie, Band 1)« von Andrew Bannister


Besprochen von:
 
Korlat
Deine Wertung:
(4)

 
 
Der Spin besteht aus 21 Sonnen, um die 89 bewohnbare Planeten kreisten. Das ganze galaktische Gebilde ist offenbar künstlichen Ursprungs. Niemand weiß, wer die Erschaffer waren. Gelegentlich findet man Artefakte, deren Sinn sich kaum je erschließt
.
Es herrscht Krieg, in den alle Welten des Spin mehr oder weniger verwickelt sind. Viklun Haas hat große Pläne. Er beherrscht einen Teil des Spin, die Hegemonie, und will zunächst seine Herrschaft festigen, indem er die Opposition ausschaltet. Auch seine Tochter Fleare gehört zur Opposition, der Anderen Gesellschaft. Fleare erhält dort eine militärische Ausbildung einschließlich einiger Modifizierungen an ihrem Körper. Die Andere Gesellschaft wird ausgeschaltet, Fleare auf den Mond Obel verbannt, wo sie isoliert wird und droht, allmählich zu verhungern.
Sie wird erst nach drei Jahren befreit und macht sich auf die Suche nach früheren Kameraden.

Im Innern des Spin herrscht der Patriarch, der mit brutalen Methoden die benachbarten Planeten in seinen Herrschaftsbereich eingliedert. Er wird dabei von Alameche unterstützt, der in seiner Machtposition als enger Berater des Patriarchen seinen Sadismus auslebt. Auf dem letzten eroberten Planeten wird ein Artefakt der Erbauer des Spin entdeckt. Das ruft die Regierungen der umliegenden Planeten auf den Plan. Sie schicken ihre Raumschiffe nach Traspise, wo auch das Artefakt ist.

Auf Traspise fällt die Entscheidung über die Kontrolle des Artefakts, in die auch die Erschaffer des Spin eingreifen. Am Ende hat sich viel verändert – die Machtverhältnisse innerhalb des Spin sind anders und die Situation von Fleare und ihren Kameraden ist dramatisch verändert.

Kommentar:

Die Geschichte wird von mehreren Erzählsträngen getragen. Da ist zunächst Fleares Geschichte, die mit der Gegenwart beginnt und immer wieder in die Vergangenheit geht, um markante Ereignisse darzustellen, die zur Situation in der Gegenwart führten. Im Inneren des Spin beginnt der zweite Faden, mit dem Patriarchen, Alameche und dem Botschafter. Da der Autor noch Fleares Vergangenheit unterbringen musste, vergehen oft lange Zeiträume, ehe man wieder etwas aus dem Spininneren erfährt. Die Erzählstränge – die Geschichte im Inneren des Spin und diejenigen in der Hegemonie – treffen sich erst am Ende des Buches.

Bei etwa zwei Dritteln des Buches beginnt ein weiterer Teil – Daten von alten, längst toten Persönlichkeiten leben in Simulationen wieder auf. Sie werden lebendig, interagieren mit den aktuell Lebenden, greifen ins aktuelle Geschehen ein. Die Grenzen zwischen Realität und Simulation verschwimmen und verschwinden schließlich komplett. Am Ende des Buches ist nicht mehr klar, ob alles, was bisher erzählt wurde, in einer Simulation geschah oder in der Wirklichkeit. Und ob die Wirklichkeit nicht eine Simulation ist.

Der Autor hat zeitweise Probleme, die einzelnen Elemente der Geschichte so ineinanderzufügen, dass die Spannung erhalten bleibt. Gelegentlich kommt das Anknüpfen an einen bereits länger ruhenden Handlungsstrang allzu abrupt, scheinbar ohne Anlass. Das macht es etwas schwierig, alles zu verfolgen.

Leider wurde ich mit keiner der handelnden Personen wirklich warm. Fleare wird als zorniges Kind und als Teenager in einer bösen Anti-Vater-Haltung beschrieben, der mit den Konsequenzen seiner Handlungen nun zurechtkommen muss. Der Autor gibt ihr keine wirkliche Chance, eine erwachsene autonome Persönlichkeit zu entwickeln. Ihr Vater taucht nur selten auf, obwohl er die eigentliche Macht in der Hegemonie repräsentiert. Nur einer von Fleares Kameraden hat eine nachvollziehbare, wenn auch seltsame Persönlichkeit.
Die Handelnden in Inneren des Spin, Alameche und der Patriarch, quälen und töten Menschen mit beiläufiger Grausamkeit, oft ohne jeden nachvollziehbaren Zweck, einfach, weil sie die Macht haben. Sympathieträger werden Alameche und Co. deshalb nicht.

Der für mich spannendste Teil kommt leider erst spät ins Spiel – die Auseinandersetzung zwischen Wirklichkeit und Simulation. Das ist gut gemacht. Es werden Zweifel an der scheinbaren Realität gesät. Immer wieder wechseln Personen und die Handlung zwischen Simulation und Realität. Die Frage, was nun „wahr“ ist, verliert zunehmend ihren Sinn.


Fazit:

Gute Ideen, die nicht immer gut umgesetzt wurden. Das Buch hat aber Spannung genug, um mich neugierig auf den zweiten Teil zu machen.
 
 
 


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