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Joe Abercrombie

Heldenklingen

  • Autor:Joe Abercrombie
  • Titel: Heldenklingen
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:08 August 2011
  • Preis:16,00 EUR

 
»Heldenklingen« von Joe Abercrombie


Besprochen von:
 
Adrian Maleska
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Joe Abercrombie beschert und mit den „Heldenklingen“ ein Buch, das innerhalb des Klingenuniversums spielt, das sich jedoch nur dem Titel nach in die Buchreihe der Klingen einreiht. Tatsache ist, dass die Klingen-Romane eine in sich abgeschlossene Trilogie sind und die „Heldenklingen“ eine eigenständige Geschichte beinhaltet - mit allenfalls losen Bezügen zu den anderen Büchern.

Inhalt
Das Buch erzählt eine fünf Tage währende epische Schlacht, die um die unbedeutenden Steine auf einem Hügel tobt, die den verheißungsvollen Namen „Die Helden“ tragen. Hier liefern sich die Nordländer mit der Union einen erbitterten Kampf, bei dem das Blut nur so fließt und die Körperteile durch die Gegend fliegen. Dreckig, zynisch mit für Abercrombie typisch eckigen und unvollkommenen Charakteren.

Charaktere
Inmitten dieses Getümmels stecken die Hauptfiguren.
Bremer dan Gorst ist ein in Ungnade gefallener Leibwächter des Königs, der mit selbstmörderischen Eifer in der Schlacht die Rehabilitation oder auch die Erlösung von seiner Schmach sucht. Er suhlt sich in seinem Elend, treibt sich bis an seine Grenzen dabei dem Tod ist Gesicht spuckend, mit seiner meisterlichen Fechtkunst blutige Kreise durch die Reihen der Feinde ziehend.

Prinz Calder ist der Sohn des ehemaligen Königs Berthold, dem Bewahrer des Nordens der inzwischen zu Schlamm geworden ist, wie das die Nordmänner zu sagen pflegen. An seiner Stelle ist der Schwarze Dow getreten. Und so bleibt Calder ein wenig geduldeter Überbleibsel, der jeden Tag auf Neue um sein Leben bangen muss. Seiner Machtgier nachgebend lügt und betrügt sich Calder durchs Leben. Dabei bleibt er ein Feigling und ein Taugenichts wie er im Buche steht. In seinem Leben ist er sich selber der Nächste.

Sein Gegenstück ist der aufrechte altgediente Kämpfer Kropf, dem sein Alter und seine Knie allmählich zur Last fallen. Er ist einer der wenigen, die noch an dem alten Kodex festhalten. Das Rechte tun – so sein Lebensmotto. In dieser Schlangengrube von einer Schlacht ein beinahe hoffnungsloses Unterfangen.

Meinung
Abercrombie liefert uns ein szenisches Gemälde einer Schlacht, das sich als Genrebuch nur schwer einordnen lässt. Sicher ist, dass hier ein typisches Fantasybuch vorliegt. Der Schwerpunkt liegt auf den vielen Charakteren mit ihren jeweils eigenen Motivationen und den daraus resultierenden Konflikten. Dabei lässt sich kein erkennbarer einzelner Erzählstrang ausmachen, den man als den roten Faden der Geschichte bezeichnen würde. Es sei denn, man würde die Schlacht selber als einen solchen ansehen.

Die Handlungen gehören zu den jeweiligen Figuren, berühren sich nur hier und da, ohne in einem oder mehreren Höhepunkten zu kumulieren. So schwächelt das Buch gerade am Ende, weil die Handlungsstränge sich nicht zu einem Ganzen fügen wollen, sondern wie ein loses Bündel Wiener wirken. Betrachtet man jeden Handlungsstrang für sich, entsteht eine gelungene individuelle Biografie der jeweiligen Figur. Als Ganzes betrachtet bleiben es lose Erzählungen, die zu einem Buch gebunden wurden.


Fazit
Insgesamt bekommt man ein Buch, das sich deutlich von der Masse der Fantasy-Einheitsliteratur abhebt. Experimentierfreudig, von seinen Charakteren lebend und dem Spaß des Autors die Grausamkeiten der Schlacht in blutigen Details zu beschreiben.
Die zynischen Passagen, für die wir Abercrombie lieben gelernt haben sind auch hier reichlich vorhanden und so gut wie eh und je. Der lockere Zusammenhalt der Erzählungsstränge ist der Punkt, an dem sich die Geister scheiden werden. Hier sind die Heldenklingen als Gesamtpaket etwas schwächer als die anderen Werke Abercrombies, aber dennoch gut und lohnenswert.

Wer ein ausuferndes actiongeladenes Schlachtengemälde in Buchform mag, wird in den Heldenklingen üppiges Lesematerial finden. Bei den fast 900 Seiten bekommt man sehr viel für sein Geld geboten.
 
 
 


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