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Vance, Jack

Kriegssprachen (Zwei Romane in einem Band)


 
»Kriegssprachen (Zwei Romane in einem Band)« von Vance, Jack


Besprochen von:
 
S.B. Tenz
Deine Wertung:
(4)

 
 
Zwei hochaktuelle Klassiker von Jack Vance in einem Band.
„Kriegssprachen der Pao“ und „Krieg der Gehirne“

Die Kriegssprachen der Pao:
Im Herzen des Polymark-Sternhaufens, kreisend um den gelben Stern Aurid, liegt der Planet Pao. Man schätzt die Anzahl der Bevölkerung auf fünfzehn Milliarden. Die meisten von ihnen leben in ländlichen Siedlungen. Die Paonesen sind ein einfaches, unkompliziertes Volk, ohne Religion oder Kulte. Sie messen sich nie im Kampf und zeigen auch kaum Interesse an Politik. Auf dem ganzen Planeten spricht man nur eine Sprache. Eine Sprache, die weder Verben, Adjektive noch formale Wortvergleiche wie gut, besser oder am besten kennt.
Alleinherrscher über Pao ist der Panarch. Eine Mischung aus König und Diktator, der als Leitbild für 15 Milliarden Paonesen gilt. Letztendlich sind die Paonesen eine unterwürfige Rasse, ein Volk von Feiglingen. So kommt es, dass eines Tages eine Armee von nur zehntausend Mann ganz Pao erobert und die Bevölkerung unterdrückt. Der Panarch selbst wird zur Marionette degradiert, an deren Fäden außerpaonesische Mächte ziehen. Aus Pao wird ein Planet mit fünfzehn Milliarden Sklaven. Doch dann kommen Wissenschaftler einer anderen, neutralen Welt auf die Idee, eine völlig neue Sprache für die Paonesen zu konstruieren. Daraufhin erhebt sich das Volk…

Kampf der Gehirne:
Paul Burke, stellvertretender Forschungsdirektor einer renommierten Firma, führt ein mehr oder weniger normales Leben auf der Erde. Alles läuft optimal. Bis zu dem Tag, als ein Alien ihn kontaktiert. Bevor sein Verstand es richtig erfasst, befindet er sich schon an der Seite eines scheinbar skrupellosen Außerirdischen, auf dem Weg zu einem fremden Planeten. Dort sieht und erfährt er Dinge, die weit über seinen Verstand hinausgehen. Man lässt ihn wissen, dass die Erde schon seit Jahrtausenden in der Hand von Außerirdischen ist, und dass nur er alleine den Kampf gegen die „Besetzer“ aufnehmen kann. Als Burke wieder auf die Erde zurückkehrt, ist nichts mehr so wie es einmal war. Die Menschen stehen ihm plötzlich feindlich gegenüber. Seine Freunde und sogar seine Verlobte, bilden da keine Ausnahme.
Völlig isoliert und ausgegrenzt, beginnt für ihn ein schier aussichtsloser Kampf. Der Kampf der Gehirne.

John Holbrook Vance wurde am 28. August 1916 in San Francisco geboren. Er erhielt eine Ausbildung an der Universität von Kalifornien als Mineningenieur, später als Journalist und diente im zweiten Weltkrieg bei der Handelsmarine. Seine erste Kurzgeschichte schrieb er noch während des Krieges. Es handelt sich um »The World Thinker«, die 1945 in Thrilling Wonder Stories publiziert wurde. In den späten vierziger und frühen fünfziger Jahren schrieb Vance eine Reihe von Kurzgeschichten und Romane für Pulp-Magazine, hauptsächlich für Startling Stories und Thrilling Wonder Stories. Am beliebtesten waren dabei die Geschichten um Magnus Ridolph, die später in dem Band The Many Worlds of Magnus Ridolph gesammelt wurden. Seinen typischen Stil, für den er heute bekannt ist, entwickelte er in den fünfziger Jahren. Sein erstes Buch, dass nichts mehr mit den früheren Pulp-Stories gemein hatte, war Die sterbende Erde (The Dying Earth • 1950), eine Reihe von inhaltlich verbundenen Geschichten, die in einer sehr fernen Zukunft spielen, wo Technologie und Wissenschaft weitgehend vergessen sind und Magie zum Alltag gehört. In den folgenden Jahren entwickelte Vance seinen unverwechselbaren Stil weiter und erschuf zahlreiche exotische Welten. Heute ist er beinahe erblindet und der zeitliche Abstand zwischen den Buchveröffentlichungen wird immer größer. Bleibt nur zu hoffen, dass er, trotz seiner Behinderung, noch einige Werke zu Papier bringen wird.


Die Kriegssprachen der Pao erschien 1958 unter dem Titel, The Languages als amerikanische Originalausgabe. Der Krieg der Gehirne wurde 1966 unter dem Originaltitel, Nopalgarth, veröffentlicht. Beide Bände erschienen auch schon als Einzelausgaben innerhalb des Bastei-Lübbe-Verlags unter gleichem Titel.

Ohne Zweifel handelt es sich hier um zwei ganz außergewöhnliche Geschichten.
In Die Kriegssprachen der Pao – die Bezeichnung Science Fantasy findet hier durchaus ihre Berechtigung - wird von einem Krieg erzählt, der auf geistiger Ebene geführt wird, wobei die Linguistik als stärkste Waffe im Vordergrund steht. Wer die meisten Sprachen beherrscht, besitzt auch die größte Macht. Eine anspruchsvolle Story, deren Ende einen tiefen Eindruck beim Leser hinterlässt.

Spannungsgeladen der zweite Roman. Fast schon eine kleine Gruselgeschichte, mit zahlreichen Überraschungsmomenten, die unter die Haut gehen. Die Frage, wer denn nun Freund und Feind ist, hält der Autor geschickt bis zum Ende offen. Anfängliche Sympathie träger werden plötzlich zu angsteinflössenden Gestalten und umgekehrt. Ist es der Autor der unsere Empfindungen manipuliert oder ist es der „Nopal“, der uns im Nacken sitzt?
Was ein „Nopal“ ist? Jack Vance weiß diese Frage zu beantworten.
Fazit: Ein tolles Leseabenteuer und ein Pflichtkauf für Freunde der klassischen Science Fiction.

8 Punkte im Rahmen des Jack Vance Universums.
 
 
 


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