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Torsten Fink

Der Prinz der Schatten

  • Autor:Torsten Fink
  • Titel: Der Prinz der Schatten
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • Datum:17 April 2012
  • Preis:15,00 EUR

 
»Der Prinz der Schatten« von Torsten Fink


Besprochen von:
 
Nazena
Deine Wertung:
(4)

 
 
Atgaht, eine kleine, unwichtige Stadt in den Bergen, konnte nur aufgrund eines kurzen Silberfundes einen Platz im Seerat erhalten. Seit 600 Jahren regiert eine Herzogslinie die Stadt, die angeblich von den Mahren gebaut wurde. Die Stadt ist sehr arm und abgeschieden.
Die Köhlerstochter Ela will unbedingt von dort fort, und auch von ihrem trinkenden Vater. Als dieser nach einer Kneipentour einen Bewusstlosen nach Hause bringt, der auch noch behauptet das Gedächtnis verloren zu haben, entschließt sie sich nachzuhaken. Anuq, wie der Fremde kurzerhand getauft wird, will in der Stadt Nachforschungen anstellen, und stößt in ein Wespennest: In der vergangenen Nacht wurde ein Verwalter getötet und ein Einbruch in die Burg versucht- war es Anuq? Die Stadtwache ist überzeugt und will ihn festnehmen, doch Anuq verfügt über unglaubliche und absolut tödliche Fähigkeiten. Bald macht das Wort "Schatten" die Runde, die geheimnisvollen Auftragsmörder, die ihre Magie zum Töten verwenden.
Sie stoßen auf eine Verschwörung- und Anuq sowie Ela und ihre Familie stecken mittendrin. Die Mahre wollen ebenfalls ihre Interessen wahren, doch was ist an dieser Stadt so Besonderes? Der alte Hofmagier Quent weiß es, doch sein Nachfolger Hamoch versucht sich an verbotenen Studien. Als der Bruder des Herzogs mit seiner ausländischen Frau zu den Festtagen kommt und ein viel zu interessierter Pilger sich in die Ermittlungen einmischt, geraten die Dinge in Bewegung. Wer ist Anuq und wem kann er trauen, wenn ihn eine ganze Stadt jagt? In Anbetracht seiner Fähigkeiten und seines Abscheus davor- will er es überhaupt wissen?


Der Autor
Torsten Fink, geboren 1965, war Texter, Journalist und literarischer Kabarettist. Heute lebt und arbeitet er in Mainz. Er verweist stolz darauf, dass er keine Homepage hat, welche er auch allen anderen zur Verfügung stellt- sogar auf Englisch...
http://torstenfink.com/

Sein Werk
Bislang veröffentlichte er die Trilogie "Die Tochter des Magiers", die Quadrologie "Der Sohn des Sehers", einige Einzelromane und mit "Der Prinz der Schatten" den ersten Band einer neuen Serie namens "Der Prinz der Skorpione". Band 2 ist angekündigt.


Rezension
"Die Tochter des Magiers" hat mir aufgrund der dichten Erzählweise gut gefallen, daher habe ich auch "Der Prinz der Schatten" gelesen. Das Setting entspricht hier eher der klassischen Fantasy: eine mittelalterliche Welt mit Magie und übernatürlichen Wesen. Ein einzelner Held gerät mehr oder weniger unfreiwillig in den Mittelpunkt des Geschehens.
Anuq ist ein faszinierender Charakter, obwohl oder gerade weil man kaum was über ihn erfährt. Der Leser geht mit Anuq auf Entdeckungsreise um seine eigenen Ursprünge. Obwohl er schließlich Antworten erhält, kann er sich mit seinem alten Ich kaum identifizieren. Ob die Informationen überhaupt wahr sind, steht auf einem ganz anderen Blatt. Sein "dunkles Ich" scheint immer dann durchzudringen, wenn er in großer Gefahr steckt, verlassen kann er sich darauf kaum.
Die "Ermittlungen" der Wache sind eher nebensächlich, die Stereotypen zeichnen sie sich eher durch kolossale Dummheit aus. Da man verschiedenen Perspektiven folgt, weiß man als Leser wesentlich mehr als die Charaktere, erlebt aber trotzdem immer wieder Überraschungen. Für mich verbindet der Roman die positiven Aspekte von klassischer High Fantasy und All Age: viele Charaktere, ein großes Setting und wahrscheinliche starke Auswirkungen auf das Gesamtgeschehen, aber auch lebensnah beschriebene Charaktere, mit denen man schnell mitfiebert, und eine sehr dichte Erzählstruktur. Es gibt mehrere Handlungsfäden, die alle gleich wichtig sind und sich schnell verweben, man wird also auch bei Perspektivwechseln nicht immer wieder aus der Geschichte herausgerissen und woandershin verpropft. Die Handlung an sich ist zwar nicht neu, aber spannend und gut erzählt. Assassinen faszinieren mich ohnehin, daher hat mir auch die Wahl der Hauptpersonen gut gefallen.
Der Schluss lässt so einiges offen, allerdings ist ein Folgeband bereits angekündigt. Ich hätte mir auch einiges mehr zu den Mahren gewünscht, von denen man nicht mal eine vernünftige Beschreibung erhält, aber alles in allem war ich zufrieden.

Fazit
Solide Grundhandlung in klassischer Fantasywelt, mit Meuchelmördern, Magiern, Mahren und Magie. Keine besonders herausragenden Aspekte, aber spannend und flüssig zu lesen. Ich gebe 4 Sterne.
 
 
 


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