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Ally Condie

Cassie & Ky 1
Die Auswahl

  • Autor:Ally Condie
  • Titel: Die Auswahl
  • Serie:Cassie & Ky 1
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Fischer Fjb
  • Datum:28 Januar 2011
  • Preis:16,95 EUR

 
»Die Auswahl« (Cassie & Ky 1) von Ally Condie


Besprochen von:
 
Nazena
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
Cassie und ihr bester Freund Xander erfahren beim Paarungsbankett nach ihrem 17. Geburtstag, wer ihre perfekten Partner sind: sie selbst, zur großen Überraschung; denn normalerweise wohnen Partner in unterschiedlichen Städten. Sie kennen sich so gut wie niemand sonst und wissen, dass das System die richtige Entscheidung getroffen hat. Doch als Cassie abends den erhaltenen Mikrochip ausliest, sieht sie das Gesicht von Ky, einem Nachbarsjungen. Kann das System einen Fehler gemacht haben? Eine Funktionärin versichert ihr, dass alles seine Richtigkeit hätte und sie mit Xander gepaart ist, trotzdem nähern sich der geheimnisvolle Ky und Cassie einander an. Als ihr Großvater stirbt und in ihr einen Funken der Rebellion legt, ist Ky mit seinem seltenen Wissen der einzige, der sie verstehen kann. Doch das System beobachtet sie pausenlos, und sie will auch Xander nicht verletzen. Nach und nach häufen sich Vorkommnisse, die belegen, dass das System doch nicht so fehlerfrei ist. Trotzdem wird jede Abweichung hart bestraft, und auch Cassie & Ky können sich nicht ewig verstecken...


Die Autorin:
Ally Condie ist eine US-amerikanische Buchautorin, die hauptsächlich Jugendromane schreibt. Sie unterrichtete Englisch in Utah und New York und lebt heute mit ihrem Mann und drei Söhnen in Salt Lake City, Utah. Neben Matched schrieb sie noch die Yearbook-Trilogie und 2 Einzelromane.


Die Serie:
Der New York Times-Bestseller Matched (dt. Die Auswahl- Cassie & Ky) wurde in über 30 Ländern verlegt, und Disney sicherte sich die Filmrechte. Teil 2, Crossed, soll im November 2011 erscheinen, Teil 3 im November 2012. Die Bücher sind dystopische Jugendromane und in einer fernen Zukunft der realen Erde angesiedelt. Das System kümmert sich um alles, Funktionäre kümmern sich um die Einhaltung der Regeln. Leben, Arbeit, Partner und Familie- alles wird anhand der Gene und Neigungen perfekt ermittelt. Mit 17 wird der perfekte Partner zugeteilt (beim Paarungsbankett- daher "Die Auswahl"), danach wird der endgültige Beruf zugewiesen, den man sein Leben lang ausführt. Keine Krankheiten, keine Belastungen, und bei Stress nimmt man einfach eine grüne Pille. An seinem 80. Geburtstag stirbt man. Vor langer Zeiten wurden die 100 besten Gedichte, Kunstwerke, Lieder etc. ausgewählt, alles andere vernichtet- seitdem gibt es nur noch endlose Wiederholung- die Konservierung des Perfekten.


Meine Meinung:
Man folgt Cassie auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden durch eine fremde Welt, die durchaus nachvollziehbar ist, den in ihren Anfängen besteht sie bereits. Mehr und mehr wird man zum gläsernen Bürger, und die Staatsbürokratie und die Computer vergessen nichts. Ganz so schreckliche Zustände wie zu Zeiten der Gesellschaft sind zum Glück noch nicht erreicht, aber durchaus vorstellbar.
Das System ist bis ins letzte durchorganisiert, jeder kennt seinen Platz und seine Funktion. Negative Aspekte, wie Euthanasie oder legitimer Drogenkonsum werden ignoriert oder sogar gefördert, im Sinne der Sicherheit wird jede noch so hanebüchene Erklärung von der Bevölkerung akzeptiert. Diese erinnert mehr und mehr an Drohnen, die nicht mehr eigenständig denken. Hier stößt der Roman auch an seine logischen Grenzen: immer wieder wird betont, dass Menschen besser als Maschinen wären- innerhalb des Romans verhalten sie sich aber eher weitaus inkompetenter. Und egal, wie sehr man Papier aus dem Büro verbannt- eine Bürokratie ohne Notizen kann nicht funktionieren, sämtliche großen Firmen haben es probiert und sind daran gescheitert.
Ich fand es auch sehr schade, dass man so wenig über das eigentliche Leben erfährt: Cassie ist Sortiererin, aber was MACHT eine Sortiererin eigentlich? Sie sitzt nur da und sucht Muster in Zahlenkolonnen, ohne Sinn und Verstand; Muster, die zufallsgeneriert werden. Und das ist dann die gesamte Ausbildung für einen verwaltungstechnischen Beruf? Kreativität wird verboten und unterdrückt, aber bestimmte Berufe kommen nicht ohne aus, z.B. der gesamte wissenschaftliche Bereich. Aus medizinischer Sicht mag es vielleicht angehen, durch sinnvolle "Zucht" die Risikofaktoren für bestimmte Krebsarten aus dem Genpool zu löschen, Krankheiten wird man aber so nicht ausmerzen können, und auch nicht alle Tumorarten (schon gar nicht in nur einem halben Dutzend Generationen). Dass "jeder", zumindest in den besseren Bereichen, 80 wird, ist absolut unglaubwürdig.
Die Art und Weise, wie Mitwisser behandelt werden, ist auch seltsam. Einige treue Funktionäre wissen zu viel, erfüllen aber trotz innerer Gewissensbisse genau ihren Job, sind verschwiegen und gehorsam und werden trotzdem abgeschoben? Gerade solche Leute sind selten und zu wertvoll, als dass man sie im Dutzend loswerden könnte.
Insgesamt handelt es sich um Logikfehler, die in einem Jugendroman noch durchaus legitim sind. Spannend ist der Roman allemal. Man kann Cassies Lage durchaus verstehen und nachvollziehen: sie steht zwischen zwei Jungen, liebt beide, aber nur Xander ist möglich. Und falls sie gegen das System aufbegehrt, gerät auch ihre Familie in Gefahr. Schlussendlich muss sie sich anpassen und ein gehorsamer Mitläufer sein, aber das kann sie einfach nicht mehr.


Fazit:
Ein dystopischer Jugendroman mit durchaus ernsthafter Gesellschaftskritik, aber in erster Linie eine Dreiecks-Liebesbeziehung von Teenagern in einer vollkommen durchgeplanten Welt. Wer Grants "Neva" mochte, wird auch dieses Buch lieben. Die anhand des Klappentextes gestellten Erwartungen wurden vollauf erfüllt, und das Buch lässt sich flüssig innerhalb von wenigen Stunden lesen. Von mir daher 9 von 10 Punkten.
 
 
 


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