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Green, Roland

Conan 54
Conan der Gnadenlose

  • Autor:Green, Roland
  • Titel: Conan der Gnadenlose
  • Serie:Conan 54
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne
  • Datum:00 -
  • Preis:12.90 DM

 
»Conan der Gnadenlose« (Conan 54) von Green, Roland


Besprochen von:
 
Thomas Troegel
Deine Wertung:
(4)

 
 
„Conan der Gnadenlose“ ist das vierte Werk von Roland Green über den hyborischen Helden, welches der Heyne-Verlag in seiner gediegenen Edition im Dezember 2001 vorlegte. Wie fast alle Bücher kann auch dieser Teil völlig unabhängig von seinen 53 Vorgängern gelesen werden, obwohl Roland Green einige Bezüge zu „Conan der Wagemutige“ herstellt. Dieser Band erschien damals als Band 38 der Serie und dürfte heute schon auf mancher Suchliste zu finden sein.
Im vorliegenden Abenteuer um Conan lernt der Leser Aybas, eine Person, die aus den Gebieten Aquiloniens in das rätselhafte Grenzland gekommen ist, kennen. Man erfährt von den Pougoi, einem kriegerischen Bergvolk, sowie von den seltsamen Sternenbrüdern, mit denen sich die Pougoi verbündet haben. Die Sternenbrüder sind eine Art Gilde von Magiern, die wohl tatsächlich vor langer Zeit vom Himmel gekommen sind. Außerdem beherrschen sie ein grauenvolles Ungeheuer, dem sie immer wieder Menschen opfern. Aybas, welcher sich zu Wylla, einer jungen Pougoi hingezogen fühlt, dient dem rücksichtslosen Grafen Syzambry, obwohl ihm immer mehr klar wird, dass er damit auf das falsche Pferd gesetzt hat. Und dann gibt es da noch den sagenumwobenen Pfeifer Marr, der andere Ziele als die gefährlichen Magier zu verfolgen scheint.
Zu diesem Zeitpunkt kommt Conan in das wenig erfreuliche Grenzland, welches nördlich von Nemedien liegen muss. Bis dahin hat der jetzt fünfundzwanzigjährige Cimmerier schon so manches Abenteuer überlebt. Als er es mit Räubern zu tun bekommt, die eine Karawane überfallen müssen, wechselt er plötzlich die Fronten, da diese Karawane von Rhaina angeführt wird, mit der er schon viel erlebt hat. In einem harten Kampf überleben die meisten Kämpfer den räuberischen Überfall, doch kaum sind sich Rhaina und Conan wieder näher gekommen, greift Graf Syzambry an. Mit Mühen und der Hilfe von Decius, dem Oberbefehlshaber des Heeres von König Eloikas, erreichen sie den Königspalast. Doch auch hier regieren Verrat und Intrigen. In gewisser Weise stört es Conan ein wenig, dass sich Decius in Rhaina verliebt hat. Ein weiteres Problem taucht auf, da des Königs Tochter und deren Sohn Urras von den Pougoi entführt wurden und sich nun in der Gewalt der Sternenbrüder befinden. Bei einem Angriff durch den Grafen und der magischen Hilfe der Sternenbrüder wird der Palast von Eloikas fast völlig zerstört. Der König kann mit Decius Hilfe fliehen und Conan und Rhaina vernichten große Teile des Heeres des Grafen. Eine Verletzung, die sich der Graf im Kampf zugezogen hat, scheint ihn immer mehr außer Gefecht zu setzen. Plötzlich begegnen Rhaina und Conan dem sagenumwobenen Pfeifer. Dieser stellt sich auf ihre Seite und schließlich ist auch Decius von dessen Loyalität überzeugt.
Ein Teil der Gruppe soll die Prinzessin und den kleinen Prinzen befreien. Unter abenteuerlichen Umständen und der Hilfe von Wyllas Vater sowie von Aybas gelingt die Befreiung, doch die Sternenbrüder sind den Flüchtigen auf der Spur. Auf dem Staudamm, hinter dem das Ungeheuer haust, entbrennt ein mörderischer Kampf und Wyllas Vater kehrt sogar um, um sein eigenes Volk von ihrem Fehler, den Sternenbrüdern zu dienen, zu überzeugen. Selbst als das Ungeheuer vernichtet scheint, geht die Schlacht um das Grenzland weiter. Zu allem Unglück stirbt König Eloikas und der Graf meldet sich auch noch zurück.
Man muss kein Nostradamus sein, um zu wissen, dass der cimmerische Abenteurer auch hier als Sieger von dannen ziehen wird, doch gelingt es Green hin und wieder eine kleine Überraschung einzubauen. Im Rahmen der Möglichkeiten versucht der Autor die agierenden Personen anschaulich zu charakterisieren. Im Gegensatz zu manch anderem Band der Reihe, kann man sich fast jede Romanfigur gut vorstellen. Wenn auch die Differenzierungen zwischen Eloikas und Syzambry sich stark den Kategorien von gut und böse nähern, so werden die Pougoi nicht als grundsätzlich schlecht dargestellt und Green gesteht ihnen Veränderungen zu. Schade ist der Fakt, dass man viel zu wenig über die Sternenbrüder erfährt, doch wahrscheinlich ist so etwas nicht unbedingt im Sinne des Serienkonzeptes. Conan-Geschichten gehören nun einmal zur Hero- and Sword-Fantasy und das ohne irgendwelche Abstriche.
Das Titelbild ist sicher ganz hübsch, doch vielleicht das größte Rätsel des gesamten Bandes. Sicher spielt ein See, in welchem das Ungeheuer lebt, eine Rolle, doch es fragt sich, welche Bedeutung die Schiffe haben, die auf diesem Gewässer kreuzen? Der Inhalt verrät darüber nichts, denn solche Transportmittel werden nicht einmal erwähnt. Wurde dieses Bild etwa für einen anderen Roman konzipiert und jetzt einfach lieblos für den vorliegenden Teil verwendet?
Denn eine Anmerkung ist zwingend notwendig. Heyne, der gnadenlose Verlag, wird aller Voraussicht in der nächsten Zeit keine weiteren neuen Romane um Conan veröffentlichen. Die Nachauflagen wurden mit Band 14 ebenfalls quasi beendet. Wann und ob es eine Fortsetzung geben wird, wissen wohl allein die Sternenbrüder. Das ist sehr bedauerlich, da es so doch kein einheitliches Gesamtbild der sammlerwürdigen Edition geben wird (was eine verpasste Chance ist, zumal die Bände der berühmten gelben Reihe mittlerweile nur gegen relativ hohe Geldbeträge erhältlich sind) und mehrere Bände den deutschen Fans vorenthalten bleiben. Wenigstens einen zweiten großen Conan mit den drei anderen Romanen von Robert Jordan, wenn man „Conan der Zerstörer“ einmal außer acht lässt, wäre ein Dank an die Leser gewesen.
Nach welchem Prinzip die Veröffentlichungen im Deutschen überhaupt vorgenommen wurden, ist schwer nachzuvollziehen. So erschien der vorliegende Band schon 1992 in den Vereinigten Staaten. Dagegen veröffentlichte man Roland Greens „Conan am Dämonentor“ als Band 49 bei uns, doch dieses Werk entstand erst 1994. Andere Beispiele gibt es genug. Niemand wird ein chronologisches Erscheinen hinsichtlich der Abenteuer von Conan verlangen, doch soviel Durcheinander ist auch nicht das Wahre.
Unter der Berücksichtigung, welchem Genre Conan zuzuordnen ist, wird der Roman mit 8 Punkten bewertet.
 
 
 


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