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Modesitt jr., L. E.

Recluce-Zyklus 3
Magische Maschinen

  • Autor:Modesitt jr., L. E.
  • Titel: Magische Maschinen
  • Serie:Recluce-Zyklus 3
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne
  • Datum:00 -
  • Preis:19.90 DM

 
»Magische Maschinen« (Recluce-Zyklus 3) von Modesitt jr., L. E.


Besprochen von:
 
Thomas Troegel
Deine Wertung:
(4)

 
 
Vor zwei Jahren offerierte Heyne den dritten Band des Recluce-Zykusses „Magische Maschinen“, dessen Handlung sich etwa zweihundert Jahre nach den Geschehnissen von Teil 2 „Türme der Dämmerung“ abspielt.
Held des Buches ist Dorrin, welcher der Sohn eines großen Wettermagiers ist. Dorrin ganzes Bestreben ist darauf ausgerichtet, Maschinen zu bauen, die sich für die Menschen als nützlich erweisen könnten. Doch ein solches Ansinnen steht im scheinbaren Widerspruch zur Politik von Recluce, da man glaubt, dass Maschinen eng mit dem Chaos verbunden sind. Einer seiner größten Kritiker ist Dorrins Vater. Und so muss Dorrin nach einer „Ausbildungszeit“ Recluce mit einigen Gefährten verlassen. Zu diesen gehören Kadara, zu der sich Dorrin hingezogen fühlt. Doch diese ist viel mit Brede verbunden, zumal beide sich als Schwertkämpfer auf dem Kontinent Candar verdingen wollen. Auf ihrer teilweise abenteuerlichen Reise in dieser Welt, die sie auch nach Fairhaven, dem Zentrum der gefürchteten weißen Magier, geführt hatte, kommen die drei nach Diev. Hier kann sich Dorrin als Schmied verdingen, doch es wird immer deutlicher, dass er nicht nur Schmied, sondern auch ein guter Heiler ist. Seine Freunde treten der Armee Spidlars bei, um im Kampf gegen die immer stärker agierenden weißen Magier anzutreten. Deren Ziel unter dem entschlossenen Erzmagier Jeslek ist die vollständige Eroberung des Landes Spidlar, um irgendwann den gesamten Kontinent unter ihre Kontrolle zu bekommen. Außerdem will man sich von den schwarzen Magiern, die auf Recluce leben, befreien. Aus diesem Grund werden Blockaden aufgebaut und Steuern erhöht. Trotz der Ränke, die die Weißen untereinander betreiben und bei der die hübsche rothaarige Magierin Anya eine gefährliche Rolle spielt, kommen die weißen Magier ihrem Ziel immer näher.
Unterdessen vervollkommnet Dorrin seine Schmiedefähigkeiten und kann schließlich eine eigene Werkstatt aufbauen. Um genügend Geld zu haben, baut er mechanisches Spielzeug, welches seine Freundin Liedral gewinnbringend verkauft. Doch der Erzmagier Jeslek wird mehr und mehr auf beide aufmerksam und schließlich manipuliert man die Händlerin Liedral gewaltsam, indem man sie dazu bringt, dass sie Dorrin nicht mehr in ihrer direkten Nähe vertragen kann. Doch damit wird Dorrin ein endgültiger Feind der weißen Tyrannen. Nebenbei hilft Dorrin der hiesigen Bevölkerung so gut er kann und bringt seine Freunde durch schlechte Zeiten.
Als er seine Maschine fast fertig hat, stehen die weißen Truppen fast vor der Stadt. Brede und Kadara fordern Hilfe von Dorrin. Da dieser ein Ordnungsmagier ist, ist es für ihn kaum möglich, todbringende Waffen zu bauen. Nur über Tricks und mit Hilfe des Schmieds Yarrl gelingt ihm dies. Doch scheinen die Siege gegen die Weißen nur Teilerfolge zu sein, denn die Übermacht der Eroberer ist erdrückend. In einer blutigen Schlacht kann Dorrin Jeslek vernichten, doch der Preis für ihn selbst ist hoch. Außerdem gerät Brede in größte Gefahr und die schwangere Kadara wird schwer verletzt. Bei den Weißen übernimmt schließlich der erstaunliche Magier Cerryl auch auf Drängen Anyas die Macht. Schließlich scheint der Kampf gegen die Weißen verloren und man muss mit Dorrins maschinenbetriebenem Schiff nach Recluce fliehen, doch weitere Probleme ergeben sich auf der Insel und vom Kontinent droht größte Gefahr. Und selbst Anya wird eine Erfahrung nicht erspart bleiben.
Wie schon die ersten beiden Bände, steht auch „Magische Maschinen“ größtenteils für sich. Allerdings ist von einem ungeordneten Lesen des Zyklusses eher abzuraten, da im dritten Teil mehrfach Bezug auf die Helden des Bandes von „Türme der Dämmerung“ genommen wird. Außerdem werden die Auswirkungen des Agierens der damaligen Personen im vorlie-genden Buch spürbar. Immer mehr baut der Zyklus eine interessante und vielversprechende Welt auf. Noch fragt sich der Leser, warum Band 1 so weit nach den Büchern 2 und 3 spielt, doch vielleicht trifft man jenen Lerris irgendwann einmal wieder.
Nicht zu leugnen ist die Bedeutung von „Magische Maschinen“ für die weitere Entwicklung der Serie. Was aber ein wenig sauer aufstößt, ist der Umstand, dass man ein gewisses déja vu Gefühl einfach nicht loswird. Teilweise erinnert der Romaninhalt frappierend an Band 1 und manchmal lässt sogar Teil 2 grüßen.
Trotzdem ist der Roman, der wie Band 2, in der Gegenwartsform geschrieben wurde, gut zu lesen und an keiner Stelle, trotz des gut 860 Seiten umfangreichen Werkes, wirklich langweilig. Positiv ist der Umstand, dass bisher noch keine Trolle und ähnliche Fabelwesen durch den Roman toben. Vielleicht löst Modesitt in einem der folgenden Geschichten um Recluce das Rätsel um die Engel. Fortsetzungsmöglichkeiten bestehen für den Zyklus noch viele.
Zu loben ist Heyne für den Mut, das Buch nicht in zwei Teile zerstückelt zu haben. Unrühmliche Beispiele gibt es ja genug. Die Buchgestaltung ist gelungen und Heyne scheint für die Serie mit diesem Band eine ansprechendes Layout gefunden zu haben. Nur warum steht dieser Zyklus in der Tradition vom „Rad der Zeit“? Bisher ist ein solcher Vergleich sehr weit hergeholt.
Für die Folgebände bleibt zu hoffen, dass der Leser nicht in noch mehr Handwerksberufen „unterrichtet“ wird. Sonst könnte die weitere Geschichte um die Welt von Recluce doch schnell ermüdend werden. Schön wäre es, wenn man demnächst auch etwas detaillierter über die weißen Magier informiert wird. Hier erscheint manches noch ein wenig zu schablonenhaft. Der Magier Cerryl könnte dafür ein interessanter Ansatzpunkt sein.
Insgesamt wird der Roman mit 8 Punkten bewertet und kann trotz der kleinen Kritikpunkte durchaus empfohlen werden.
 
 
 


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