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F. Paul Wilson

Handyman Jack Die Gruft 1
Die Gruft

  • Autor:F. Paul Wilson
  • Titel: Die Gruft
  • Serie:Handyman Jack Die Gruft 1
  • Genre:Horror
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Festa
  • Datum:08 Oktober 2012
  • Preis:13,95 EUR

 
»Die Gruft« (Handyman Jack Die Gruft 1) von F. Paul Wilson


Besprochen von:
 
Nazena
Deine Wertung:
(5)

 
 
Handyman Jack- ihr freundlicher "Bad Man" aus der Nachbarschaft. Ihre Großmutter wurde überfallen und beraubt? Jack findet den Schmuck. Ihre Mutter bei einem Autounfall getötet, weil ein Jugendlicher mit Steinen schmiss? Jack richtet den Täter. Ihre Tochter von blutrünstigen Monstern entführt? Jack gürtet den Flammenwerfer...


Jack "diverse Nachnamen" lebt außerhalb des Gesetzes, um Menschen zu helfen, denen die Justiz keine Gerechtigkeit geben kann. Zwar verlangt er hohe Preise und folgt seinem eigenen Moralkodex, doch er ist kein Killer. Doch wegen seines Lebensstils hat ihn seine große Liebe Gia verlassen. Gias Tochter Vicky stammt von ihrem Exmann, mit dessen Tante sie sich gut versteht. Als eine der beiden alten Damen verschwindet, bittet Gia widerwillig Jack um Hilfe. Dieser muss sich zwar auch um einen Raub kümmern- eine alte Dame wurde überfallen und ihre Kette gestohlen- doch er ist sofort bereit, Gia zu helfen, denn er möchte sie unbedingt zurück.

Bald schon muss er feststellen, dass beide Fälle zusammengehören und er sich vielleicht zum ersten Mal in seiner Laufbahn übernommen hat. Schier unbesiegbare Monster lehren ihn ein neues Gefühl: nackte Angst...


Der Autor
F. Paul Wilson (*1946) ist ein US-amerikanischer Autor von Thrillern und Horrorromanen. Bekannt wurde er vor allem durch seine Handyman Jack-Romane und seinen Widersacherzyklus, welche sich teilweise überschneiden.


Die Serie
Mittlerweile gibt es über ein Dutzend Romane, in denen Handyman Jack vorkommt, sowohl aus dem Adversary-Zyklus als auch in seiner eigenen Romanreihe; und diverse Kurzgeschichten. Die Romane sind teilweise "reine" Action-Thriller, es gibt aber auch einige mit paranormalem Einschlag, die eher dem Horrorgenre zuzuordnen sind. "Die Gruft" ist der erste Handyman Jack-Roman. Alle Jack-Romane sind Verkaufsschlager, teilweise lange out of print und teilweise nachgedruckt, wie vorliegender Roman. Bei guter Resonanz könnten alle Jack-Romane bei Festa erscheinen.


Rezension
Wenn ich das Buch in nur zwei Wörtern beschreiben dürfte: eine Wucht!
Der Roman ist von 1984 und somit von unserem Empfinden eigentlich "altmodisch": keine Handys, kaum PCs und viel weniger Technik und Vernetzung. Man vermisst sie auch nicht! Man könnte problemlos eine neue Zahl ins Impressum drucken, vom Schreibstil her würde es nicht auffallen. Trotzdem hat sich der Roman so gut verkauft, dass er trotz mehrerer Auflagen lange ausverkauft war und auch jetzt neu gekauft wird, obwohl der Markt für Thriller und Horror riesig ist.

"Die Gruft" ist ein sehr dichter Roman, der mehrere Genregattungen in sich vereint: Jack ist ein Antiheld, der mit Köpfchen und dosierter Gewalt seine Fälle löst, wobei er auch die Psychologie der Täter und des Falles berücksichtigt. Dabei folgt er nicht dem Gesetz (für den Staatsapparat existiert er mangels Papiere nicht), sondern dem normalen Gerechtigkeitsempfinden: jeder kennt Fälle, in denen die Polizei hilflos ist und die Gerichte nicht verurteilen können. Jack übt Selbstjustiz, aber in den allermeisten Fällen wird wohl jeder Leser insgeheim seiner Meinung sein.

"Die Gruft" ist ein Horrorroman, der mit wenigen gut durchdachten Horroreinlagen aufwartet. Zu Beginn denkt man, einen Thriller zu lesen, in den langsam übernatürliche Elemente einfließen, bis das Buch schließlich in einem grandiosen Endkampf Mann gegen Monster gipfelt. Wilson setzt nicht auf massenweise Blut und Gedärme (obwohl sie auch vorkommen), sondern auf die Angst der Menschen vor der Dunkelheit.

Das Buch ist unglaublich spannend und besticht durch seine Atmosphäre. Ob man mit Jack zusammen seine Vorstellung von Gerechtigkeit durchsetzt oder durch die dunklen verseuchten Gänge schleicht, fast meint man Jack durch ein PC-Spiel oder einen Film zu folgen, denn Jack verhält sich so, wie auch der Leser vorgehen würde (wäre er bis an die Zähne bewaffnet und hätte jahrelange Kampferfahrung). Jack ist mutig, aber nicht tollkühn. Er kennt seine Grenzen und verhält sich für einen Horrorhelden überraschend normal- er stürmt zwar die Höhle, aber nicht todesmutig mit lautem Gebrüll und einem blanken Schwert in der Hand, sondern planvoll und auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Wer Splatter mag, ist hier eher fehl am Platze (obwohl Wilson diese Leser in anderen Werken bedenkt). Das Finale ist zwar blutig, aber nicht überzogen. Wer einen wirklich spannenden Horrorthriller mit solidem Plot mag, wird dieses Buch sicherlich lieben.


Fazit
Atmosphärischer gruseliger Horror/Thriller/Detektiv/Monsterroman mit symphytischen Antihelden und einer sehr spannenden Handlung. 5 von 5 Sternen.

 
 
 


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