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Celia Friedman

Magister 3
Die Seelenkriegerin

  • Autor:Celia Friedman
  • Titel: Die Seelenkriegerin
  • Serie:Magister 3
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Paperback
  • Verlag:Piper Taschenbuch
  • Datum:10 Dezember 2012
  • Preis:14,99 EUR

 
»Die Seelenkriegerin« (Magister 3) von Celia Friedman


Besprochen von:
 
D. Eisenhart
Deine Wertung:
(5)

 
 
Die Seelenfresser sind zurückgekehrt und nun sind sowohl das Großkönigreich als auch die Freien Lande in größter Gefahr. Doch abgesehen von Büßerkönig Salvator, den Lyr und den Magistern ist sich kaum jemand der Bedrohung bewusst.
Salvator lehnt die Hilfsangebote der Magister aufgrund seines Glaubens noch immer ab, und nachwievor ist auch nicht klar, ob sie wirklich an einem Strang ziehen, oder ob sie vielleicht doch alle eigene Ziele verfolgen.
Hexenkönigin Siderea und ihre Ikata-Konjunktin unterstützen Nasaan, den Anführer eines unbedeutenden Wüstenstammes, bei der Eroberung einer eher kleinen Stadt mitten im südlichen Nirgendwo. Währenddessen erwarten Kamala, die Magister und die Lyr einen offenen Angriff im Großkönigreich, in der Nähe des heiligen Zorns. Niemand vermutet die Seelenfresser soweit im Süden, und niemand rechnet mit dieser schleichenden, taktischen, fast unsichtbaren Vorgehensweise, die sich deutlich von dem abhebt, was am Ende des ersten Königtums geschah.
Colivar, der uralte Magister, hütet zudem ein fast unglaubliches Geheimnis, das den Ausgang der letzten großen Konfrontation bestimmen könnte.

Den letzten Band von Celia Friedmans Magister-Trilogie habe ich bereits sehnsüchtig erwartet und ich habe mich sehr gefreut, als ich ihn kurz nach dem Erscheinungstag endlich in den Händen halten konnte. Meine Erwartungen waren riesig, weil ich die ersten beiden Bände, Die Seelenjägerin und Die Seelenzauberin, geradezu verschlungen habe. Und bei diesem Buch war es natürlich nicht anders, ich konnte es kaum beiseitelegen, um mal irgendetwas wichtiges zu erledigen.

Bevor ich näher auf das Buch selbst eingehe, möchte ich kurz etwas zur Covergestaltung sagen, die dem Piper-Verlag wirklich sehr gut gelungen ist.
Die Bücher haben unterschiedliche Farben (Gelb, Blau und Grün) und immer ist eine von einem Umhang verhüllte Frau abgebildet. Diese Frau kann eigentlich nur Kamala, die Protagonistin, sein. Von Buch zu Buch bekommt man ein klein wenig mehr von ihr zu sehen, was sozusagen die bildhafte Entsprechung zu den Büchern ist. Am Ende des ersten Bandes weiß man eigentlich noch kaum etwas über Kamala im Speziellen und die Magister im Allgemeinen. Erst im letzten Buch wird endlich alles aufgelöst und das wird durch die Covergestaltung ganz deutlich hervorgehoben, was mir sehr, sehr gut gefällt.
Sehr schön fand ich auch, dass der Verlag nun auch die Karte mit ins Buch genommen hat, das hatte ich mir schon von Anfang an gewünscht. Vielen Dank dafür.

Obwohl es schon eine Weile zurückliegt, dass ich die beiden Vorgängerbände gelesen habe, konnte ich sofort wieder in die Handlung eintauchen und war von der ersten Seite an gefesselt. Die Autorin hat es geschafft, über die die gesamte Trilogie einen großen Handlungsbogen anzulegen, keines der drei Bücher war "Füllmaterial", die Handlung war wirklich auf drei Bände angelegt. Das ist heutzutage ja leider nicht immer der Fall, als Leser hat man doch desöfteren das Gefühl, dass die Handlung künstlich ausgewalzt wird, um mehr als ein Buch verkaufen zu können.

Am Ende einer Trilogie oder Reihe bleibt es natürlich nicht aus, dass man in einer Rezension eigentlich auf alle Bücher noch einmal eingehen muss, um eine abschließende Bewertung abgeben zu können.
Die Stärke der Magister-Trilogie liegt eindeutig bei den Charakteren, die Celia Friedman wirklich meisterhaft angelegt hat. Man fiebert beim Lesen mit den "Bösen" genauso mit, wie mit den "Guten" - was vor allem daran liegt, dass man hier eigentlich gar keine klare Grenze ziehen kann. Die Autorin lässt den Leser beide Seiten gut kennenlernen, man versteht die Motive jeder Figur und ich war manchmal regelrecht hin- und hergerissen, weil mir die Seelenfresser und ihre menschlichen Konjunkten richtig nahe gekommen sind.
Die einzelnen Figuren finden sich immer nur zu Zweckgemeinschaften zusammen, es gibt keine echte Loyalität oder Verbundenheit. Allianzen gelten nur solange, wie sie dem Einzelnen nützlich sind, und zerbrechen, sobald sie den persönlichen Zielen entgegenstehen. Das bietet Raum für einige unerwartete Wendungen und man weiß, bis auf wenige Ausnahmen, bei niemandem worauf man gefasst sein muss.

Ein weiteres Highlight ist meiner Meinung nach das Magiesystem, das Celia Friedman entwickelt hat. Dass Magie nicht aus dem Nichts entsteht, sondern ihren Preis hat, nämlich die Lebenszeit des Anwenders oder seines Konjunkten, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es sagt ja schon eine Menge über die Magister aus, dass sie sich am Seelenfeuer anderer bedienen, aber trotzdem kann der Leser für Colivar, Ramirus und Kamala Sympathie entwickeln. Eigentlich ein unglaublicher Spagat, und gerade deswegen so bemerkenswert.

Am Ende einer Trilogie läuft es ja immer auf eine große Konfrontation zwischen den beiden Seiten hinaus - logisch. Ich war sehr gespannt darauf, wie die Autorin dieses Ende gestalten würde.
Wird auf den letzten zweihundert Seiten eine große Schlacht ausgefochten, bei der eine Seite endgültig vernichtet wird? Wird der Konflikt durch List und Tücke entschieden? Findet sich ein Kompromiss, der beiden Seiten entspricht? Ein mieses Ende kann dem Leser ja leider die ganze Geschichte verleiden, daher fieberte ich dem Ende von "Die Seelenkriegerin" wirklich mit gemischten Gefühlen entgegen.
Aber auch hier hat Celia Friedman mich nicht enttäuscht: Das Ende der Magister-Trilogie war absolut rund und stimmig, auch wenn ich natürlich hier in der Rezension nicht näher darauf eingehen kann.

Bei so vielen positiven Punkten ist es sicher keine Überraschung, dass ich das Buch mit fünf Sternen werte, schließlich wurden meine hohen Erwartungen voll erfüllt.
Im Grunde beziehen die fünf Sterne sich aber auf die komplette Trilogie, die ich für absolut lesenswert halte.
Ich verabschiede mich jetzt mit zwei weinenden Augen von Kamala, Colivar, Siderea und all den anderen liebgewonnen Charakteren und auch von dieser düsteren, faszinierenden Welt, die Celia Friedman für alle Fans der Dark Fantasy erschaffen hat. Es bleibt, zu hoffen, dass man von dieser Autorin noch viel zu lesen bekommt und dass sie ihrem einzigartigen Stil treu bleibt.
 
 
 


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