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Andrzej Sapkowski

Geralt-Zyklus
Feuertaufe

  • Autor:Andrzej Sapkowski
  • Titel: Feuertaufe
  • Serie:Geralt-Zyklus
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Deutscher Taschenbuch Verlag
  • Datum:01 November 2008
  • Preis:14,90 EUR

 
»Feuertaufe« (Geralt-Zyklus) von Andrzej Sapkowski


Besprochen von:
 
pelaphina
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
Geralt ist nach dem Aufstand in Thanedd gerade noch einmal mit dem Leben davongekommen. Die Dryaden im Brokilon haben ihn aufgepeppelt, jedoch ist er von guter Gesundheit immer noch weit entfernt. So schickt er Melva, eine meisterliche Bogenschützin, die bei den Dryaden lebt, auf Kundschaft. Sobald er von der Verlobung des Kaisers Emhyr mit Ciri erfährt, will er sich zu ihrer Rettung aufmachen. Rittersporn und Milva schließen sich dem malträtierten Hexer an. Die Gruppe wird bald durch einige Zwerge (darunter Zoltan) mit zweifelhaften Manieren und einen Barbier mit penetrantem Kräutergeruch ergänzt.
Dem Herrscher Nilfgaards hat man mittlerweile eine falsche Ciri, ihre Doppelgängerin gebracht, doch der Kaiser sucht bereits nach der wahren Königstochter. Diese zieht als „Falka“ mit den Ratten umher, plündernd, tanzend und tötend – nichts ahnend, dass ihr Leben erneut bedroht ist. So sehr sie ihr altes Leben hinter sich lassen möchte, wird sie von prophetischen Träumen verfolgt. Auch Geralt wird von Albträumen heimgesucht, sodass er hin- und hergerrissen ist zwischen dem Bedürfnis, niemanden im Stich zu lassen und so schnell wie möglich Ciri zu erreichen. Immer weniger kann er sich aus dem Elend um ihn herum heraushalten.

Währenddessen ist eine Gruppe Zauberinnen im Begriff, zum Wohl der Magie einen Zirkel zu begründen, der die Geschicke der Länder lenken will. Ciri spielt dabei eine Schlüsselrolle.


Meinung
„Feuertaufe“ markiert bereits die Mitte der Hexer-Saga und rückt Geralts Reisen und Abenteuer ins Zentrum, immer wieder durchbrochen von kurzen Zwischenspielen, die Licht auf andere Figuren und politische Entwicklungen werfen. Neben altbekannten Gestalten tauchen einige neue Figuren auf: die tüchtige Milva, Nilfgaarder Cahir und der Barbier Regis, ein übernatürliches Wesen ganz besonderer Art.

Es geht es hier deutlich weniger kompliziert und geradliniger zu als in „Die Zeit der Verachtung“. Dafür werden die Grausamkeit des Krieges, Geralts Verzweiflung und einige neue Gefährten anschaulich beschrieben. Ja, auch hier sucht man den auflockernden Humor und die Leichtigkeit der Kurzgeschichtenbände meist vergeblich – Krieg ist allgegenwärtig und zeigt sich von seiner hässlichsten Seite. Geralt spielt nun wieder eine vorherrschende Rolle und reist durch eine trostlose Landschaft, immerzu in Gefahr, zwischen zwei Fronten zerrieben zu werden. Nun hat er gegen seinen Willen Gefährten an seiner Seite, die sich nicht so leicht abwimmeln lassen. Die Zeit des einsamen Wolfs ist vorbei, doch schwierige Entscheidungen werden vom ihm erfordert.

Politische Angelegenheiten kommen auch in „Feuertaufe“ nicht zu kurz, nehmen aber weniger Raum ein als im letzten Band. Nach dem Desaster in Thanedd schreiten die Zauberinnen zur Tat und entwickeln – wie so viele andere – ein großes Interesse am Löwenjungen. Die Ereignisse aus dem vorherigen Band werden hier noch einmal rekapituliert, Zusammenhänge verdeutlicht. Für mich wurde das eine oder andere klarer, wenn auch von umfassendem Verständnis dieses Intrigen-Wirrwarrs keine Rede sein kann. Spätestens bei Ciris verwickeltem Stammbaum und den dazugehörigen Genen musste ich Stift und Papier zücken. Viele Figuren haben leider fast unaussprechliche Namen, die nicht leicht im Gedächtnis bleiben, umso mehr, wenn die betreffenden Figuren nur eine kleine Nebenrolle erhalten. Vermutlich muss man die Reihe mindestens zweimal am Stück lesen und sich extensive Notizen machen, um den Überblick über all die Figuren und ihre Schachzüge zu wahren.

Was Spannung betrifft, ist dieser Band eher durchwachsen. Reise durch den Wald und Zwerge, die sich schlecht benehmen – das alles kam mir so bekannt vor, die Handlung ging nur schleichend voran. Ungefähr ab der zweiten Hälfte wurde es jedoch in jeder Hinsicht besser. Und was für ein geniales, unvorhergesehenes Ende – allein dafür hat es sich gelohnt, das Buch zu lesen.

Zusammenfassend kann kann ich nur sagen, dass ich den beiden letzten Bänden gespannt, aber fast ängstlich entgegenblicke, da sich das Abenteuer langsame dem Ende nähert.

Empfohlene Lesereihenfolge:

1. Der Letzte Wunsch (Kurzgeschichten)
2. Das Schwert der Vorsehung
3. Das Erbe der Elfen
4. Die Zeit der Verachtung
5. Feuertaufe
6. Der Schwalbenturm
7. Die Dame vom See
8. Etwas endet, etwas beginnt (zwei Erzählungen zur Saga, alternatives Ende)
 
 
 


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