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Ralf Isau

Die Masken des Morpheus

  • Autor:Ralf Isau
  • Titel: Die Masken des Morpheus
  • Serie:
  • Genre:Horror
  • Einband:Hardcover
  • Verlag:cbj
  • Datum:18 März 2013
  • Preis:17,99 EUR

 
»Die Masken des Morpheus« von Ralf Isau


Besprochen von:
 
pelaphina
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Es ist das Jahr 1793, die Französische Revolution ist vorbei und die Zeit der Schreckensherrschaft hat begonnen. Die Geschichte beginnt in London: Der Akrobat und Puppenspieler Arian Pratt hat nicht nur eine geheimnisvolle Vergangenheit, sondern auch die Fähigkeit, Illusionen zu erzeugen. Doch eines Tages taucht der geheimnisvolle Mr. M auf, der anscheinend etwas mit dem Tod seiner Eltern zu tun hat. Als er und Arian sich scheinbar zufällig berühren, tauschen sie zu Arians Schock die Körper.
Der Unbekannte entflieht mit seiner fleischlichen Hülle und Arian ist fortan auf der Suche nach dem Dieb und dessen wahrer Identität. Auf seiner Reise durch London und Frankreich muss er sich nicht nur gegen eine Verbrecherbande zur Wehr setzen und mehrere neue Identitäten annehmen, er begegnet auch der jungen Mira, einer jungen Seelendiebin. Auch sie hat ihre Eltern an Mr. M verloren und so werden sie zu Verbündeten.


Meinung
„Die Masken des Morpheus" beginnt in einem rasanten Tempo und jagt den Protagonisten von einer ausweglosen Situation in die nächste. Neben den vielen Kampfszenen liegt das Interessante dieses Romans vor allem in den unterschiedlichen Körpern, die Arian besetzt, und die jeweils unterschiedliche Talente und „Seelenechos“ haben, übriggebliebene Gefühle. Vor allem mit dem bösen Anteil der Kriminellen muss Arian kämpfen, denn er selbst würde nie Zorn und Rachegelüsten nachgeben. Im Zentrum der Jagd steht die Suche nach Mr. M und Morpheus, einem jahrtausendealten Seelendieb, der zahllose Seelen in sich aufgenommen hat, und die Suche nach der Wahrheit über den Tod seiner Eltern.

Isau hinterlegt seiner Geschichte einen gut recherchierten historischen Rahmen. Die Französische Revolution spielt die größte Rolle, aber auch viele berühmte Persönlichkeiten wie Loreley, Nostradamus und Casanova finden Erwähnung. Die phantastischen Elemente fügen sich dabei so in die Geschichte ein, dass sie den historischen Ereignissen einen anderen Blickwinkel geben. Die französische Revolution gleitet hier durch die bösen Machenschaften machtgieriger Seelendiebe in die Schreckensherrschaft ab, die die Körper von illustren Figuren wie Marat und Robbespierre übernahmen. Gegen Ende stehen die Terrorherrschaft der Jakobiner und die Jagd nach Morpheus so sehr im Fokus, dass das ebenso vorhandene historische Flair und die interessanten Nebenfiguren wie die Montgolfier-Brüder oder Madame Grosholtz beinahe untergehen.

Schade auch, dass die die Hauptfiguren so simpel gestrickt sind. Arian ist der reinste Heilige, während Mira tapfer, klug und besonders schön ist. Die ständige Thematisierung des moralischen Dilemmas, ob man den Bösewichter (zumeist mehrfache Mörder und Körperdiebe) töten darf oder nicht, fand ich in diesem Fall weniger spannend als ermüdend. Hier kommt der Erzähler jedes Mal mit dem erhobenen Zeigefinger, lässt seinen moralisch einwandfreien Held sogar die Geliebte rügen, die weniger von Skrupeln geplagt ist als er (was nicht lange währt).

Neben ein paar Unstimmigkeiten (z.B. dass Morpheus einen Ersatzkörper besitzen kann) fielen mir störend die vielen Wiederholungen im Handlungsablauf auf. Arian wird immer wieder von der Bande des Feinds in Kämpfe verwickelt und gefangen genommen, bevor er wieder entkommt, indem er den Körper wechselt und Illusionen wirkt.


Fazit
„Die Masken des Morpheus“ ist eine temporeiche Mischung aus Historie und Phantasie-Elementen, die mich leider nicht begeistern konnte. Bei Arians wilder Reise durch Europa als Jäger und Gejagter geschieht viel, aber dabei wiederholt sich der gleiche Handlungsablauf auch mehrmals. Die zwei wichtigsten Figuren hatten kein interessantes Innenleben und der Held ist zuweilen anstrengend mit seinem hohen moralischen Anspruch an sich und seine Umwelt. Währenddessen werden viele faszinierende Gestalten der Epoche nur am Rande abgehandelt.
 
 
 


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