•  
    Leseliste
  •  
    Vogemerkt
  •  
    Rezension
  •  
    Gelesen
  •  
    Neu

Alex Bledsoe

Das Schwert des Königs

  • Autor:Alex Bledsoe
  • Titel: Das Schwert des Königs
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:09 April 2012
  • Preis:14,99 EUR

 
»Das Schwert des Königs« von Alex Bledsoe


Besprochen von:
 
D. Eisenhart
Deine Wertung:
(4)

 
 
Eddie LaCrosse ist ein pensionierter Söldner, begnadeter Schwertkämpfer und mäßig erfolgreicher Privatdetektiv in den mittleren Jahren. Als er den Auftrag erhält, ein entlaufenes Königstöchterlein aufzutreiben und wieder nach Hause zurückzubringen, wird er Hals über Kopf in einen ganz anderen Fall verwickelt: In Eddies alter Heimat Arentia hat König Philipp, sein Freund aus Kindertagen, ernste Schwierigkeiten. Seine Frau Rhiannon soll den gemeinsamen Sohn während eines grausamen Blutrituals getötet haben. Phil glaubt natürlich an Ris Unschuld und Eddie soll ihm helfen, diese auch zu beweisen. Der Auftrag entwickelt sich für Eddie schnell zu einer Reise in seine eigene düstere Vergangenheit.

Alex Bledsoe wurde in Tennessee geboren und lebt heute mit seiner Familie in Wisconsin. Das Schwert des Königs (Originaltitel: The Sword-Edged Blonde) ist sein Romandebüt und der Auftakt zu einer Reihe rund um den Privatermittler Eddie LaCrosse. Der vierte Band der Reihe wird in Amerika in Kürze erscheinen und wird von der Eddie-Lacrosse-Fangemeinde bereits sehnsüchtig erwartet.

Im Grunde genommen ist Das Schwert des Königs eine klassische Detektivgeschichte, die jedoch in einer recht heruntergekommenen Fantasy-Welt spielt. Hier gibt es keine Gruppe von Gefährten, die sich einem ultimativen Bösewicht stellt, um die Welt zu retten. Eddie löst lediglich recht profane, persönliche Probleme seiner Kunden und das zu einem Satz von 25 Goldstücken pro Tag (plus Spesen, versteht sich!). Mystische Elemente gibt es zwar, aber nicht allzu viele. Meiner Meinung nach ist das Buch deswegen am Besten in der Schublade Low Fantasy aufgehoben.
Da ganz klar Eddies Ermittlungsarbeit im Vordergrund steht, ist das Buch gut für Leser geeignet, die neben Fantasy auch gerne Krimis lesen. Und da fantastische Wesen und Magie nur in sehr kleinen Dosen in Alex Bledsoes Welt eingestreut werden, ist das Buch sicher auch geeignet, wenn man sich erst an das Genre Fantasy herantastet.

Am besten haben mir die Figuren gefallen, die der Autor in diesem Roman erschaffen hat. Sie passen in keine Schubladen, er ist ein Meister der Grautöne. Ich mag keine allzu stereotypen Charaktere, die nur unglaublich gut oder wahnsinnig böse sind. Und dies ist Alex Bledsoe hervorragend gelungen. Selbst sein Held Eddie ist ein eher zwielichtiger Typ, der so einiges aus seiner Vergangenheit mit sich herumschleppt. Trotzdem wirkt er sehr sympathisch, vor allem wenn er sich wieder einmal in seiner herrlich ironischen Art selbst analysiert. Und auch der schlimmste Bösewicht im Buch hat menschliche Seiten und Skrupel. Dadurch sind die Figuren und ihre Motive ziemlich unberechenbar und Alex Bledsoe kann der Geschichte einige überraschende 180°-Wendungen verpassen, die dennoch keine Sekunde unglaubwürdig wirken.

Trotzdem gibt es natürlich auch etwas zu meckern: Die Geschichte spielt eigentlich auf zwei Zeitebenen, es geht um die Geschehnisse der Gegenwart und gleichzeitig um Eddies Vergangenheit, die in Rückblenden erzählt wird. Diese Rückblenden wirken besonders zu Beginn sehr ausschweifend und langatmig, da der Leser nicht genau weiß, inwiefern das Ganze für Eddies Fall relevant ist. Erst in der zweiten Hälfte wird es richtig spannend, während die erste eher vor sich hinplätschert.

Deswegen reicht es in Summe leider nur für vier Sterne, die sich das Buch aber redlich verdient hat, vor allem, da es sich um ein Erstlingswerk handelt. Ich werde an der Reihe auf jeden Fall dran bleiben, denn ich denke, dass sie sich positiv entwickeln wird - das Potenzial dafür ist bei Alex Bledsoe auf jeden Fall vorhanden.
 
 
 


Mehr Rezensionen von D. Eisenhart