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Robert A. Heinlein

Starship Troopers

  • Autor:Robert A. Heinlein
  • Titel: Starship Troopers
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Mantikore-Verlag
  • Datum:18 Dezember 2014
  • Preis:14,95 EUR

 
»Starship Troopers« von Robert A. Heinlein


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(4)

 
 
Eher aus einem Akt des Aufbegehrens heraus verpflichtet sich der junge Juan Johnny Rico, frisch von der Schule gekommen und gegen den Willen seines Vaters, bei der Armee. Nach langen Tests wird er der Mobilen Infanterie zugeteilt. Er durchläuft die Grundausbildung iin Camp Currie und kann sich gleich in seinem ersten Einsatz als Korporal bewähren. Da Johnny sich für mehr berufen fühlt und nicht als einfacher Unteroffizier seinen Dienst versehen will, wechselt er auf die Offizierschule. Um an sein Patent zu gelangen muss er sich in einem Kampfeinsatz auf dem unwirtlichen Planeten P, der sich in der Hand der käferartigen Bugs befindet, bewähren.

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Tja, das war er also. Der bisweilen recht umstrittene, kontrovers diskutierte und zwiespältige Meinungen hervorrufende Roman Starship Troopers (OT: Starship Troopers) aus der Feder von Robert Anson Heinlein. Immerhin ein preisgekröntes Werk, denn Starship Troopers wurde 1960 mit dem Hugo Award, einem der wichtigsten Preise im SF Genre, ausgezeichnet. Auch wenn ich bisweilen nur den Film von Paul Verhoeven kannte, war mir doch bewusst, das der vorliegende Roman in weiten Teilen „anders“ ist als der Spielfilm. Wie viel anders er allerdings ist, hätte ich nicht gedacht (aber im positiven Sinn).

Während der Film noch als überdrehtes Actionspektakel durchgehen kann, ist das Buch erheblich ruhiger und weit weniger martialisch. Kämpfe, seien es nun gegen die Skinnies (am Anfang des Buches) oder gegen die Bugs (Am Ende des Buches) bilden die Ausnahme. In den Seiten dazwischen scheint Heinlein (selbst ehemaliger Offizier in der US Navy) vielmehr seinen eigenen militärischen Weg zu verarbeiten.

Die Grund- und Offiziersausbildung nimmt einen sehr großen Teil des Buches in Anspruch, ist handlungsarm und durchsetzt von … nun eben den Ansichten, die dieses Buch so kontrovers machen. Verpackt werden diese dem Leser in dem Unterrichtsfach Geschichte und Moralphilosphie an dem Johnny teilnehmen muss. Was Heinlein einem da um die Ohren haut ist mitunter schon starker Tobak, aber leider auch ein recht dröger und langweiliger Monolog.

Ich will mich gar nicht groß auslassen über die Ansichten die Heinlein in seinem Buch dem Leser mit auf den Weg gibt. Er, der sich selber als Befürworter des Libertarismus sieht, scheint sowieso irgendwie mit der Politik und dem Staat nicht wirklich viel anfangen zu können. Die Idee und Kernaussage des Buches, dass nur die Menschen, die bereit sind persönliche Opfer zu bringen und ihr Leben aufs Spiel zu setzen (im Rahmen ihres Wehrdienstes) um dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen, das aktive und passive Wahlrecht ausüben dürfen, hat dennoch etwas. Ob es diese Welt aber wirklich besser machen würde, bleibt einmal dahingestellt. Als Gedankenspiel finde ich diese Einstellung aber dennoch reizvoll.

Der Militärdienst wird von Heinlein hart und kompromisslos geschildert. Ausrutscher darf man sich als Rekrut oder Offiziersanwärter nicht leisten, denn die öffentliche Bestrafung findet auf der Stelle statt – ohne Ansehen von Rang, Geschlecht, Einstellung oder Hautfarbe. Erstaunlich auch, dass die Rekrutierungsbüros in dieser Geschichte anders vorgehen als es zur Zeit der Fall ist, wo der Militärdienst schon fast als romantisches Abenteuer mit Zelten, enger Kameradschaft und dem Kennenlernen fremder Länder und Kulturen angepriesen wird.

Heinlein räumt mit diesen Vorurteilen auf. Seine Anwerber (oder sollte man besser Abwerber sagen) scheinen eher dazu zu dienen, mögliche Interessenten abzuschrecken, in dem sie ihnen die schonungslose Härte des Militärdienstes vor Augen führen und ihnen klar machen, welche Mühen und Plagen sie auf sich nehmen müssen und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, verstümmelt nach Hause zurück zu kehren. Die Interessenten können sich ein eindrucksvolles Bild davon machen, denn viele dieser Rekrutierungssergeants sind körperlich verstümmelt und haben teilweise weder Arme noch Beine (alle im Kampf verloren). Das Miltiär will halt auf Nimmer sicher gehen auf diese Art und Weise Militärromantiker, Unentschlossene oder nur halbherzig Interessierte gleich zu Beginn aussortieren. Auch Angehörigen, die es sich nach oder während der Grundausbildung anders überlegen und aus dem Militärdienst ausscheiden wollen, werden keine Steine in der Weg gelegt.

Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von Johnny Rico erzählt. Bis auf Johnny lernt der Leser auch keinen seiner Kameraden so wirklich kennen. Die Namen kommen und gehen, aber der Fokus bleibt immer auf Johnny gerichtet. Da man diesen auch nur als Soldaten kennenlernt, bleibt mir der Protagonist zwar etwas fremd, kommt aber durchaus sympathisch rüber.

Über den eigentlichen Ausbruch des Krieges zwischen Menschen und Bugs erfährt man recht wenig. Ehrlich gesagt will mir auch gar nicht einleuchten warum es zum Krieg gekommen ist. Die Bugs, die unterirdisch leben und durchaus in der Lage sind diplomatische Beziehungen zu anderen Völkern aufzunehmen (z.B. mit den Skinnes) scheinen nicht wirklich viele Berührungspunkte mit den Menschen zu besitzen die einen Krieg rechtfertigen könnten. Und für ein simples Missverständnis, das sich zum Krieg hochgeschaukelt hat und auf friedlichem Weg nicht gelöst werden kann, bieten sich auch keine Anhaltspunkte.

Fazit:
Keine leichte Kost und manchmal schwer verdaulich (was Heinleins in dem Buch geschilderten Ansichten angeht). Aber dennoch ein interessanter Weltenentwurf und ein Buch, über das man sich mal so richtig auslassen und streiten kann. Mir hat es gefallen.
 
 
 


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