•  
    Leseliste
  •  
    Vogemerkt
  •  
    Rezension
  •  
    Gelesen
  •  
    Neu

Nicholas Sansbury Smith

The Extinction Cycle - Buch 7: Am Ende bleibt nur Finsternis: Thriller


 
»The Extinction Cycle - Buch 7: Am Ende bleibt nur Finsternis: Thriller« von Nicholas Sansbury Smith


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
Klappentext
In den Geheimlabors des amerikanischen Militärs gerät eine Biowaffe außer Kontrolle. Innerhalb von Tagen rast die Pest um den Globus und rottet den größten Teil der Menschheit aus.

Der Abschluss der epischen Action Serie. Wenn Menschlichkeit zum schlimmsten Feind des Menschen wird.

---

Eine persönliche Anmerkung vorab:
Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich ausdrücklick bei dem Festa Verlag, und bei Frau Inge Festa persönlich, bedanken, dass sie mir alle sieben Bücher der Reihe als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt haben. Ganz herzlichen Dank. Ich möchte daher nicht nur die Bücher selbst empfehlen (siehe mein Fazit), sondern auch gleich den Verlag mit dazu, bei dem man sich als Leser gut aufgehoben fühlen darf.


Tja, das war er also, der Schlussband der Extinction Cycle Serie. Der Titel ließ zwar böses erahnen, aber ganz so knüppeldick ist es dann glücklicherweise doch nicht gekommen. Zwar mussten wieder einige lieb gewonnene Charaktere den Weg allen Fleisches gehen, aber das war oder ist wohl, unvermeidlich gewesen. Wo kämen wir denn hin, wenn die Leute, die an vorderster Front kämpfen, ohne Schaden zu nehmen überleben, während alle anderern rings um sie herum abgemurkst werden. So viel Realismus hat sich Nicholas S. Smith dann doch noch bewahrt.

Das letzte Buch in den Händen zu halten hat mich ein bisschen melancholisch werden lassen, muss ich mich doch nun endgültig von den Charakteren verabschieden, die mich über ein Jahr lang begleitet haben. Einen weiteren Band wird es wohl nicht geben, obwohl es durchaus interessant wäre zu erfahren, wie sich die Welt nach dieser Katastrophe neu ausrichtet – und natürlich was aus den wenigen Überlebenden werden wird.

Wie gewohnt, hat auch das vorliegende Buch wieder mehrere Handlungsstränge und springt zwischen diesen hin und her. Da gibt es die Schlacht auf dem europäischen Kontinent gegen die „neuen“ Monster (Piero, Team Ghost) und den Kampf der Ringgoldgetreuen gegen den wahnsinnigen Andrew Wood (Beckham / Flathman, Captain Davis). Jeder Strang für sich ist durchaus spannend und recht unterhaltsam – aber auch nicht wirklich anders als das, was man bereits aus den vorherigen Bänden kennt. Lediglich der Schauplatz der Kämpfe hat sich von den USA auf Europa verlagert.

Wirklich Zeit die einzelnen Charaktere weiter zu entwickeln nimmt sich der Autor nicht. Warum auch, da sich die Situation der Einzelnen nicht verändert und auch keine wirklich NEUEN Herausforderungen auftauchen. In allen Büchern geht es nur ums kämpfen, da bleibt keine große Zeit über sich selbst und die allgemeine Lage zu reflektieren. Entweder du kämpfst oder du stirbst. Gelegenheit um sich charakterlich weiterzuentwickeln oder neue Wege einzuschlagen sind eher selten. Alle funktionieren in den vorgegebenen Parametern, sogar die schwangere Kate macht das, was sie auch als nichtschwangere gemacht hat: Sie forscht und begibt sich in Gefahr. Auch der mehr als lädierte Beckham kann seiner Bestimmung nicht entkommen - ob mit oder ohne Bein, bzw. Hand. Der Reformator Martin Luther soll einmal gesagt haben: "Hier stehe ich. Ich kann nicht anders." Das gleiche gilt für circa 99 % der Charakter hier im vorliegenden Buch (naja, wenigstens hämmern die keine Thesen an irgendwelche Kirchentore. Obwohl, bei Piero könnte es gut sein, der ist am richtigen Ort).

Kommen wir nun zu der Handlung:
Welcher Strang hat mir besser gefallen? Der Kampf in Europa oder die Rebellion von Wood in den USA? Hier bevorzuge ich eindeutig die Geschehnisse um Wood. Zum einen war das Thema nicht ganz so ausgelutscht wie der Kampf gegen die Monster, zum anderen waren die Winkelzüge von Wood so wunderbar intrigant und fies. Meine eimotionale Anteilnahem war hier wesentlich höher, ich hätte diesen Drecksack Wood so erwügen können.
In Europa hingegen war alles beim Alten, die Monster waren zwar fies und gefährlich, aber Team Ghost hatte natürlich alles im Griff. Warum brauchte man überhaupt eine Invasionsstreitmacht, wenn man Fitz und Co hat? Die Art und Weise wie man die neuen Monster besiegte war viel zu einfach. Töte die Königin und der Rest erledigt sich von selbst. Ne, so einfach sollte es doch bitte nicht sein. War es abern leider. Von daher bleibt bei diesem Handlungsstrang eine leichte Enttäuschung übrig. Aber vermutlich wusste Nicholas Smith selber nicht mehr wie er sich aus dieser Sache ohne Schaden herausschreiben konnte.

Zu dem Schreibstil von Smith kann ich nur das sagen, was ich in den sechs vorherigen Besprechungen bereits geschrieben habe. Er schreibt spannend und kurzweilig, was bei den Inhalten aber auch keine große Überraschung sein sollte. Wer es bei solchen Themen nicht schafft den Leser zu fesseln, sollte lieber die Finger vom Schreiben lassen. Was mir gefallen hat (viele werden das jedoch eher bedauern), ist die relativ unblutige Schreibweise. Hier gibt es keine Splattereffekte oder besonders blutige Szenen. So etwas brauche ich ehrlich gesagt auch nicht. Momentan steht Smith relativ hoch bei mir im Kurs und ich bin gespannt, was noch so alles von ihm erscheinen wird.

Den Jubelarien anderer Autoren oder Zeitschriften möche ich allerdings nicht zustimmen. Im Anhang ist zu lesen, dass die Reihe als genialer Vorreiter eines neuen Genres gefeiert wird. Russel Blake (ein New York Times Bestseller und Thriller Autor) bezeichnet die Reihe im Klappentext „als Literatur-Monstrum, das mit Überschallgeschwindigkeit dahinrast“. Dem kann ich nun wirklich nicht zustimmen. Was für ein neues Genre soll das denn bitte sein? Ein Horror-Military Genre? Nun, das gibt es schon länger als die Extinction Cycle Reihe, siehe die Morningstar Reihe von Z.A. Recht aus 2012 oder die Black Tide Rising Reihe von John Ringo aus 2013.

Fazit (der kompletten Reihe)
Nicholas Sansbury Smith hat das Genre sicherlich nicht neu erfunden, aber er hat ihm eine spannende, kurzweilige und actionreihe Reihe hinzugefügt. Wer ein Freund von Mitlitary oder Horror Romanen (oder einer Kombination von beidem) ist, wird hier auf seine Kosten kommen. Auch wenn der Inhalt der Romane sich nicht unbedingt großartig voneinander unterscheidet und die Reihe sicherlich um ein oder zwei Bücher hätte kürzer ausfallen können, kommt keine Langeweile auf. Mir hat die Reihe sehr gut gefallen und ich kann sie nur wärmstens weiter empfehlen.

 
 
 


Mehr Rezensionen von D. Vallenton