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Derek Landy

Skulduggery Pleasant - Wahnsinn


 
»Skulduggery Pleasant - Wahnsinn« von Derek Landy


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(5)

 
 
In dem verzweifelten Versuch, die verlorene Seele ihrer kleinen Schwester zurückzugewinnen, wendet sich Walküre Unruh gegen das Sanktuarium. Und Skulduggery kann nichts tun, um sie davon abzuhalten.
Währenddessen plant Abyssinia etwas Großartiges: Eine Nacht der Magie, des Terrors und des Blutvergießens. Nun ist es Omen Darklys Aufgabe, die Leben tausender unschuldiger Menschen zu retten. Dabei ist er echt noch nicht bereit dazu. Aber der Wahnsinn bricht sich bereits Bahn. Als bisher verborgene Feinde ans Licht treten, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Omen muss endlich der Held werden, der er nie sein wollte – oder heldenhaft sterben.

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Und wieder ist ein Jahr vorbei, wie schnell das doch geht. Aber leider nicht schnell genug, wenn man ein Fan der Skulduggery Pleasant Reihe ist - musste ich doch tatsächlich wieder ein Jahr lang warten, um die neuen Abenteuer von Walküre und Skulduggery zu lesen. Aber dieses neue Abenteuer hat es dann auch meiner Meinung nach echt in sich. Herz, Schmerz, Lachen, Komik, Versöhnung, Trennung, Kampf, viele Tote, dumme Sprüche, überraschende Erkenntnisse und eine Handlung, die einiges zu bieten hat. All das, verteilt Derek Landy dann wie gewohnt auch gleich auf mehreren Handlungsebenen, denn eine würde für all das einfach nicht ausreichen. Was will man also mehr?

Die erste Handlungsebene ist dann auch gleich eine, die mich irgendwie sehr berührt hat. Wie wir alle wissen, wurde die Seele von Walküres kleiner Schwester Alison in drei Teile zersplittert. Ein Teil, anscheinend der, der für gute Laune und positive Gefühle verantwortlich zeichnet, ist in ihr verblieben, während die beiden anderen Teile aus ihr herausgerissen wurden. Walküres Suche nach den beiden fehlenden Seelensplittern erinnert mich etwas an die Geschichte um Lauras Stern, welcher vom Himmel auf die Erde stürzt und dabei einen kleinen Zacken seiner selbst verliert. Genau wie Laura, macht sich auch Walküre auf die Suche nach dem fehlenden Teil. Die Abenteuer die Walküre dabei erlebt, sind natürlich ungleich fantastischer und brutaler als die von Laura.

Die zweite Handlungsebene dreht sich natürlich wieder um Abyssinia, die nun endlich mit ihrem lange gefangen gehaltenen Sohn Caisson wiedervereint ist. Das Abyssinia nicht gerade freundliche Pläne mit dem weiteren Verlauf der Weltgeschichte und ihren sterblichen Bewohnern (also uns) schmiedet ist auch hinlänglich bekannt. Dennoch ist es schwer aus Abyssinia wirklich schlau zu werden, denn so ganz unsympathisch ist sie allerdings nicht wirklich. Das was sie vorhat scheint sie nicht deshalb zu wollen weil sie böse ist, sondern vielmehr, weil sie es als ihre Bestimmung ansieht. Wie falsch sie damit liegt, wird sie noch schmerzlich zu spüren bekommen. Ihr Verhältnis zu Walküre und Skulduggery kann man durchaus als freundschaftlich bezeichnen, auch wenn sie nicht zögert beide umzubringen (aber auch nur dann, wenn es sich partout nicht vermeiden läßt).

Überhaupt erfährt der Leser viel neues über ihre und Skulduggerys Vergangenheit – aber auch über Caisson, der das Potenzial zu einem wirklich „guten und sympathischen“ Charakter in sich hat, wenn nicht …. tja, etwas passiert wäre, das man besser selber liest. Ebenso werden Temper Fray und China Sorrows einige ungeahnte Einblicke über sich preisgeben. Diese stehen aber dennoch weit, weit im Schatten von denen, die Walküre über sich selber erfahren wird und die sie aus den Socken hauen werden und eine schwere Bürde für ihr weiteres Leben sein dürften. Also, mit neuen Erkenntnissen geizt Derek Landy wirklich nicht.

Die dritte Handlungsebene ist, wie man sich sicherlich denken kann, die um den amerikanischen Präsidenten Martin Flanery. Auch hier verderben wieder viele Köche, pardon, Magier, den Brei des Präsidenten, der sich zunehmend von den Magiern gegängelt fühlt und daher anfängt, seine eigenen Plänen zu schmieden. Skulduggery und Walküre versuchen hier mit allen Mitteln dieser ganzen Sache einen Riegel vorzuschieben, haben aber einen mächtigen Magier als Gegenspieler.

Es ist ein buntes, spannendes und ungemein kurzweiliges Allerlei das Landry hier vorsetzt. An allen Ecken und Kanten geht es drunter und drüber, überall passiert alles gleichzeitig. Viele bekannte Figuren mischen mit und teilen dabei kräftig aus, wie etwa Temper Fray, China Sorrows, Tanith Low, Fletcher Renn oder Dexter Vex - von Omen und Auger Darkly ganz zu schweigen. Durch die wechselnden Handlungsebenen wird die ganze Story immer wieder aufgelockert. Ein Teil der Handlung spielt an bekannten Orten, wie dem Coldheart Gefängnis oder der Corrival Schule. Hinzugekommen ist nun ein weiteres Hochsicherheitsgefänignis mit dem malerischen Namen Greymire-Sanatorium, in dem Walküre unheimliche Dinge und besondere Gäste kennenlernen wird. Um die Seelensplitter ihre Schwester zu finden, muss sie sich zudem noch in die Stadt der Toten vorwagen, während Sebastian Tao von der Darquise Gesellschaft in die Dimension der Gesichtlosen einschwenkt.

Fazit
Abschließend kann ich sagen, das mir der zwölfte Band noch einen Tick besser gefallen hat als sein Vorgänger. Landy wird nicht müde, am Ende der Geschichte immer wieder eine kleine Überraschung zu präsentieren, mit der man nun wirklich nicht gerechnet hat. Die Dialoge zwischen Walküre, Skulduggery und dem Rest der Welt, sind wie gewohnt bissig und lustig. Der Humor kommt mal wieder nicht zu kurz. Geprägt ist die Handlung (leider wie immer) durch ausufernde Kämpfe und durch ein „hauen uns stechen“. Interessanterweise, ist auch in dieser Reihe, wie auch in der Demon Road Trilogie, der weibliche Hauptcharakter (also Walküre und Amber) lesbisch. Das ist zwar weder gut noch schlecht, aber auffällig. Ich freue mich auf jeden Fall auf den dreizehnten Band und kann diesen nur empfehlen.
 
 
 


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