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Tobe Hooper

Midnight Movie

  • Autor:Tobe Hooper
  • Titel: Midnight Movie
  • Serie:
  • Genre:Horror
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
  • Datum:21 September 2012
  • Preis:8,99 EUR

 
»Midnight Movie« von Tobe Hooper


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Tobe Hooper: Midnight Movie

Mitwirkende:
Tobe Hooper, Filmschaffender und Regisseur des legendären texas chain saw massacre
Dude McGee, auslösender Faktor
Erick Laughlin, Filmkritiker und Musiker
Janine Daltrey, Studentin, Opfer und Freundin
Andrea Daltrey, Schwester
Garry Church, drittklassiger Horrorschauspieler und guter alter Kumpel von Tobe
Warren Church, besorgter Bruder
David Cranford, Barkeeper und Exlover
Theo Morrison, Zweitbesetzung und Freund in Not
Dr. Aaron Gillespie, Homeland Security ( wo sind die eigentlich nicht dabei?)
Alle Hauptdarsteller des Films: Destiny Express

Als Dude Mc Gee bei Tobe Hooper auftaucht, ist dieser mehr als angesäuert. Der bekannte Filmemacher liebt seine Privatsphäre und mag keinen unangemeldeten, nach Salami stinkenden Besucher. Doch Dude kitzelt das Ego des Regisseurs, denn er hat einen bisher unveröffentlichten Film des Filmschaffenden gefunden, den dieser im zarten Alter von 16 Jahren gedreht hat. Dem Regisseur war nicht bewusst, dass eine Kopie dieser Jugendsünde existiert, er kann sich auch an den Film nicht mehr erinnern, da er auf Grund eines schweren Autounfalls teilweise sein Gedächtnis verloren hat. Als Dude McGee ihm vorschlägt, den Film für ein ausgesuchtes Publikum auf einem Filmfestival vorzuführen, lässt sich der Autor überreden, an dieser Veranstaltung teilzunehmen und eine anschließende Diskussionsrunde zu leiten.
Leider kommt es nicht mehr dazu. Alle Zuschauer, die den Film bis zum Ende gesehen haben, mutieren zu brutalen und sexsüchtigen Monstern. Sie haben keine Kontrolle mehr über ihre Gefühle und geben ihren Trieben hemmungslos nach. Und die Gewalt eskaliert und breitet sich aus, weit über Austin/Texas hinaus.

Da Tobe Hooper sich für die Ereignisse verantwortlich fühlt, begibt er sich mit Erick Laughlin und Dude McGee auf eine Reise in die Vergangenheit, um heraus zu finden, warum der Film zu derart verstörenden Ereignissen führen konnte.

Kommentar:
Tobe Hooper wurde 1943 in Austin/Texas geboren und ist mittlerweile 71 Jahre alt. Er hat einen Klassiker des Horrorgenres geschaffen: Das Texas Chain Saw Massacre. Zwar ist der Film schon etwas älter och der Kultregisseur hat nichts von seinem Ideenreichtum und Pfiff eingebüßt. Das Buch besteht aus einer Mischung aus schwarzen Humor und teilweise ekeligen Beschreibungen, die sich aber immer die Waage halten. Auf eine gruselige Szene folgt immer wieder ein Lacher, vor allem, wenn Dude McGee die Bühne betritt. Ein Mann, den niemand leiden mag, auch der Leser nicht, auf den aber alle angewiesen sind, denn er erkennt als erstes die Zusammenhänge.

Das Buch wirkt frisch und aktuell. Die Geschichte wird durch Auszüge aus Internetblogs, durch Twitterbeiträge und Emailverkehr aufgelockert, sowie durch Berichte der Homeland Security. Das lässt das ganze glaubwürdig wirken und schüchtert den Leser etwas ein. Es wirkt absolut real und man schaut unwillkürlich aus dem Fenster, um sich zu überzeugen, dass draußen alles seinen gewohnten Gang geht.

Man merkt dem Buch an, dass es als eventuelle Filmvorlage geschrieben wurde. Alles ist sehr knapp aber treffend skizziert, man sieht jede Person deutlich vor Augen. Es gibt keine ambivalenten Figuren, man erkennt gut und böse von Beginn an, was aber wirklich nicht störend ist. Viele Menschen sind bei weitem nicht so komplex und tiefschürfend, wie manche Autoren es dem Leser glauben machen möchten, Tobe Hooper hält sich da eher an die Realität und wirkt somit überzeugender, als viele seiner Kollegen.

Das Cover wirkt etwas aufdringlich und verspricht mehr, als das Buch halten kann. Aber es fällt immerhin sofort ins Auge und macht neugierig. Somit erfüllt es seinen Zweck, den Leser zum Buch zu locken, wie die Blume die Biene zum Honig.

Fazit:
Ein Horrorbuch, dass auch jemand lesen kann, der sich nicht für das Genre begeistert. Humorvoll, spannend und unterhaltsam

 
 
 


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