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Oliver Schlick

So kalt wie Eis, so klar wie Glas


 
»So kalt wie Eis, so klar wie Glas« von Oliver Schlick


Besprochen von:
 
Laren
Deine Wertung:
(5)

 
 
Cora steht kurz vor ihrem Abitur, als ihre Mutter auf dem Weg über die Straße von einem Auto angefahren wird und sofort tot ist. Von jetzt auf gleich ist Cora plötzlich allein. Svenja, die Nachbarin von oben und gleichzeitig eine gute Freundin von Coras Mutter, hält ihr Versprechen, das sie damals ihrer Freundin gab und nimmt Kontakt zu Coras Großvater auf.

Auf dem Begräbnis fällt Cora aus allen Wolken, als plötzlich ihr Großvater, im Rollstuhl sitzend, und seine gute Freundin Elsa vor ihr auftauchen. Denn Cora weiß überhaupt nicht, dass sie einen Großvater hat. Die beiden älteren Leute machen ihr das Angebot, mit nach Rockenfeld zu ziehen. Da Cora auch dort die Schule beenden kann und gern ihren Großvater kennenlernen möchte, beschließt sie kurzerhand mitzukommen.

In Rockenfeld angekommen, wohnt Cora von nun an bei der etwas schrulligen Elsa, die ihr Herz aber genau am richtigen Fleck zu haben scheint und besucht nun das Internat Burg Rockenfeld. Von Elsa erfährt Cora, das ihr Großvater Jacob, ein berühmter und vor allem begabter Schneekugelmacher ist. Sie bestaunt seine Werkstatt, in der sich zig wunderschöne, einzigartige Schneekugeln befinden. Während sie sich eine besonders schöne Schneekugel ansieht, weiß sie plötzlich, was sie mit ihrem Leben anfangen soll und beschließt ebenfalls eine Kugelmacherin zu werden. Jacob ist hocherfreut, dass er nun seiner Enkelin sein Handwerk zeigen darf. Das kleine Städtchen Rockenfeld, das Mittelpunkt der Schneekugelmacher ist, wächst Cora schnell ans Herz und der plötzlich auftauchende, geheimnisvolle Fremde, der ein Freund von Jacob zu sein scheint, lässt Coras Herz schneller schlagen. Und dann gibt es da noch die Geschichte von der ersten aller Schneekugeln, die ein Vorfahre Coras damals angeblich vom Teufel persönlich bekommen hat und über die sich die Kugelmacher unzählige Mythen erzählen. Gibt es die Kugel wirklich?

Meine Meinung:

Ich hätte gern mehr von dem Städtchen Rockenfeld und seinen kauzigen Bewohnern gelesen. Leider ist das Buch in sich abgeschlossen, sodass ich auf keine Fortsetzung hoffen darf. Wirklich jammerschade, weil mich dieses Buch so in seinen Bann gezogen und mich richtig gut unterhalten hat.

Da wären als Erstes die durchgeknallten aber liebevoll dargestellten Bewohner Rockenfelds.
Elsa, die beste Freundin von Jacob, eine rüstige und schrullige Rentnerin, die früher Eishockey spielte und für ihre Leben gern weihnachtlich dekoriert.

Die Gilde der Kugelmacher, bestehend aus Melly, einer jungen, fülligen, etwas aufdringlichen Kugelmacherin, die sich dem Königshaus verschrieben hat, Zacharias Zigg, dem kleinen, giftspuckendem Männchen, Marlene Berber, einer betörenden Diva und Josef Kardinal, einem richtigen Tratschmaul. Auch die anderen Nebenfiguren werden wunderbar und ein wenig überzogen beschrieben, jeder mit seiner ganz eigenen Art.

Cora, die Hauptfigur wird als kluges und modernes Mädchen dargestellt, die sehr sympathisch und vor allem glaubwürdig erscheint. Auf die Figur von Niklas möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, außer dass auch er mir sehr angenehm und sympathisch ist. Oliver Schlick hat mit seinen Charakteren wirklich ganze Arbeit geleistet. Sie sind mir alle ans Herz gewachsen, ebenso das verschlafene kleine Dorf.

Der Erzählstil des Autors hatte, meiner Meinung nach, so einige Überraschungen parat. Während er auf einer Buchseite die Gegend märchenhaft beschreibt, fallen auf der anderen Seite sehr jugendliche und derbe Worte. Das hat mich allerdings überhaupt nicht gestört. Außerdem muss ich den Humor lobend erwähnen, der mich so manches Mal wirklich schallend lachen ließ, vor allem, weil er so plötzlich und unvorbereitet in den jeweiligen Szenen auftaucht.

Ebenfalls erwähnenswert finde ich, dass ein Autor ein Mädchen als Hauptfigur hat und diese Figur wirklich überzeugend erscheinen lässt. Auch hat er Coras Trauer, meiner Meinung nach, sehr treffsicher beschrieben. Da braucht es keine ellenlangen Beschreibungen des Verlusts, sondern nur eine gewissen Stimmung, die er in einer Situation rüberbringen kann. Das Buch hatte für mich durchweg Spannung und so eine ganz eigene, märchenhafte und auch magische Atmosphäre, die mich wirklich komplett für sich eingenommen hat. Die Mischung aus herrlich trockener Realität und Magie hat der Autor, für mich, wunderbar hinbekommen.

Fazit:

„So kalt wie Eis, so klar wie Glas“ war definitiv mein persönliches Dezember-Lesehighlight. Das Buch hat mich verzaubert, oft lachen und komplett in die Geschichte eintauchen lassen. Es hat wunderbare Charaktere und eine ganz eigene, fantastische Stimmung. Deswegen vergebe ich 5 Sterne.

 
 
 


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