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Natalie Speer

Frostseelen

  • Autor:Natalie Speer
  • Titel: Frostseelen
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Ebook
  • Verlag:Bastei Lübbe (Bastei Entertainment)
  • Datum:12 November 2015
  • Preis:11,99 EUR

 
»Frostseelen« von Natalie Speer


Besprochen von:
 
NannyOgg
Deine Wertung:
(4)

 
 
Thea lebt in der Republik Athosia, die von den vier herrschenden Familien, den Hohen Geschlechtern regiert wird. Sie ist eine Brennerin und kann sich das Feuer zunutze machen, zum Beispiel Feuerkugeln erzeugen. Da sie im Gegensatz zu allen anderen Brennern keiner der adligen Familien angehört und ihr Talent eher schwach ausgeprägt ist, wird sie auf der Akademie als Außenseiterin behandelt. Nur Elein, eine Heilerin in Ausbildung, ist ihre Freundin.

Als Thea im vorletzten Jahr ihrer Ausbildung ist, erklärt Athosia den Nørlanden, dem Land im Norden, in dem Schnee und Eis vorherrschen und die alten Religionen noch gelebt werden, den Krieg. Thea und Eleni melden sich freiwillig als Rekrutin und schließen die Prüfung an der Akademie ein Jahr früher ab. Zusammen brechen sie auf, die Grenze zwischen Athosia und den Nørlanden zu erreichen, wo Theas Verlobter als Hauptmann Dienst tut.

Auf ihrer Reise in den Norden müssen sie erfahren, dass der Krieg nicht so harmlos scheint, wie in der Republik verkündet, und unheimliche Dinge im Norden passieren. Eine Seuche grassiert in den Nørlanden und verbreitet sich langsam Richtung Süden. Die Befallenen ernähren sich von den Lebenden, die anschließend selbst als Befallene wieder auferstehen und Opfer suchen. Während Theas Truppe nahezu vollständig von den Befallenen ausgelöscht wird, gelingt ihr die Flucht zur Grenze. Dort angelangt, begleitet sie Eleni auf eine Expedition in die Nørlanden, um ein Heilmittel gegen die Seuche zu suchen.

Im Norden nehmen sie den Nordländer Anders gefangen, einen Vereiser, der die Gabe hat, Eis zu erzeugen und damit das Gegenstück zu den Brennern darstellt. Aus anfänglichem Misstrauen erwächst zwischen ihm und Thea ein gegenseitiger Respekt und ein Bündnis – denn die Seuche geht nicht von den Nordländern aus, sondern scheint ihren Ursprung in einem Tal im Norden zu haben. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, das Rätsel zu lösen, nur um festzustellen, dass ihre Feinde mächtiger und fremder sind, als sie sich vorstellen können.

Kommentar:
„Frostseelen“ ist ein Buch, das man sehr gut im Winter lesen kann, auf dem Sofa in eine Decke gekuschelt und mit einer heißen Tasse Tee. Der Großteil des Buches spielt in den eisigen und schneereichen Nørlanden, die kalte Atmosphäre hat die Autorin sehr gut eingefangen. Das Gefühl, beim Lesen mit Thea und ihren Freunden in der Kälte mitzuleiden, wird noch dadurch verstärkt, dass der erste Teil des Buches im wärmeren Klima von Athosia spielt. Besonders gut hat mir anfangs auch die Beschreibung der geheimnisvollen Seuche gefallen – der Leser weiß genauso wenig wie Thea, was es mit der Krankheit auf sich hat, wie sie sich äußert und was überhaupt in den Nørlanden vor sich geht.

Das Buch ist nicht so komplex wie andere Fantasy-Geschichten. Die Anzahl der Charaktere ist überschaubar, die Handlung spielt in zwei Reichen, es gibt keine unüberschaubare Anzahl von Ländern, Städten, Regenten oder tiefgreifende Charakterzeichnungen. Die Idee mit dem kalten Norden und einem unheimlichen Grauen, was sich von dort auf die Südlande zubewegt, erinnert ein bisschen an Game of Thrones, die Schreibweise und Charaktere etwas an die Bücher von Trudi Canavan. Die Autorin schafft es aber trotz dieser Ähnlichkeiten, ihrer Welt Leben einzuhauchen und den Leser neugierig auf die Geheimnisse zu machen, die sich vor Thea auftun. Stellenweise ist die Geschichte allerdings etwas langatmig, zum Beispiel die Seefahrt hätte durchaus kürzer ausfallen können.

Die Charaktere sind sympathisch, wenn auch manchmal etwas stereotyp. Thea erinnert mich manchmal zu sehr an die gängigen Helden oder Heldinnen, die als Außenseiter Großes leisten, über sich selbst hinauswachsen, mächtiger sind als alle anderen. Andere Personen, wie ihr Verlobter Ian, sind dagegen nicht wirklich greifbar, bleiben blass, da fehlte mir manchmal die Tiefe. Neben dem klassischen Kampf zwischen Gut und Böse spielt die Autorin auch mit den Vorurteilen der Menschen, in dem Fall den Vorurteilen gegenüber den Nørländern, die von den Menschen aus der Republik Athosia gern als Barbaren bezeichnet werden. Thea muss erst lernen, sich ihren Vorurteilen zu stellen und den „Barbaren“ zu vertrauen.

Wirklich gestört hat mich das Ende des Buches. Im Klappentext schreibt die Autorin, dass die Geschichte von Thea vorerst in sich abgeschlossen ist. Es bleiben allerdings sehr viele Fragen unbeantwortet, sodass es mich irritiert hat, dass die Handlung abgeschlossen sein soll. Vielleicht folgt ja ein weiterer Band aus der Sicht einer der anderen Charaktere. Das wäre wirklich wünschenswert, da es noch sehr viele offene Enden gibt. Das Buch hat mich daher etwas ratlos zurückgelassen.

Fazit:
Es macht Spaß, das Buch zu lesen, auch oder vielleicht gerade weil es eine eher einfache Geschichte von Gut gegen Böse erzählt. Die Atmosphäre ist gut eingefangen worden und die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen. Nur das meiner Meinung nach zu offene Ende hat mich etwas gestört.
 
 
 


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