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Madeleine Puljic

Perry Rhodan: Schwarze Ernte: Roman (Dunkelwelten, Band 3)


 
»Perry Rhodan: Schwarze Ernte: Roman (Dunkelwelten, Band 3)« von Madeleine Puljic


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(4)

 
 
Klappentext
Sie zählen zu den größten Rätseln der Astronomie – Dunkelwelten. Seit Jahrmillionen stürzen sie durch die Unendlichkeit des Alls, lichtlose Planeten abseits jeglicher Sonne, verborgen vor den Blicken der raumfahrenden Zivilisationen.
Auf dem Planeten Istark entwickeln immer mehr Kinder unkontrollierbare Psi-Kräfte. Es häufen sich seltsame Vorkommnisse. Die Forscher stehen vor einem Rätsel, bis sie eine Dunkelwelt orten, die offenbar das Sonnensystem durchqueren wird. Ist sie die Quelle für alles? Ein Kommando der United Stars Organisation unter der Leitung von Lordadmiral Monkey persönlich wird ausgeschickt, um den Wanderplaneten zu untersuchen. Doch der Einsatz gerät zum Desaster, als das Expeditionsschiff abstürzt.

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Schwarze Ernte ist der dritte und letzte Band der Dunkelwelt Reihe aus der Perrry Rhodan Serie. Die Dunkelwelt Reihe baut zwar auf den Heften der Erstauflage auf, ist aber dennoch davon losgelöst und darum auch ohne Vorkenntnisse gut lesbar. In allen drei Büchern spielen sich die Ereignisse auf jeweils einer der Dunkelwelten ab.

Es ist immer wieder erstaunlich, manchmal muss man nur zwei oder drei Seiten eines Buches lesen um zu wissen, ob es einem gefallen wird oder nicht. Dieses Erlebnis hatte ich auch bei dem vorliegenden Buch aus der Feder von Madeleine Puljic. Bereits nach den ersten paar Seiten war mir klar, dass mir nicht nur ihr Schreibstil gut gefällt, sondern das mir Schwarze Ernte insgesamt gut gefallen wird. Und wie sich herausgestellt hat, habe ich damit in großen Teilen richtig gelegen.

Ich empfand die Geschichte als durchwegs kurzweilig und unterhaltsam und, wie man so zu schön zu sagen pflegt, als eine runde Sache. Wie oftmals leider üblich, war diesmal nicht Perry der alleinige Haupt-Handlungsträger, was ich zum Beispiel im ersten Band bemängelt habe, sondern nur einer von vielen. Die Geschichte ruht auf den Schultern von gleich mehreren Charakteren, darunter natürlich Perry, aber auch dem Chef der USO Monkey, der USO Ärztin Elindra Parr, dem jungen Mutanten Alken Veltikat und der Pilotin Jin Ogav. Das gute an so vielen Protagonisten ist für mich, dass dadurch die Geschichte gleich von mehreren Seiten unter die Lupe genommen wird und man sich als Leser nicht nur dem Tunnelblick eines einzigen Charakters ausgesetzt sieht.

Die Handlungsebene ist gedrittelt. Das Buch springt zwischen den Abenteuern auf der Dunkelwelt, den Unternehmungen von Perry und den kriminellen Aktivitäten von Veltikat hin und her. Das ist abwechslungsreich und sorgt so bei mir für eine kurzweilige Unterhaltung. Wirklich gelungen fand ich die Plänkelei von Perry mit Sichu Dorksteiger, die ich hier zum ersten Mal erleben konnte. Auch die Konferenz zwischen Perry und dem arkonidischen Baron Tarol de Lisenta war einfach köstlich. Hier habe ich mal wieder eines gemerkt: Diplomatie auf politischer Ebene ist kein Fall für mich.

Etwas überrascht hat mich hingegen die Charakterzeichnung von Monkey. Da ich die Erstauflage nicht mehr verfolge, hatte ich in dem vorliegenden Buch daher meine erste Leseerfahrung mit ihm. So sympathisch wie Perry (mal wieder) geschildert wurde, umso unsympathischer kam der Lordadmiral rüber. Selten so einen gefühlskalten und ignoranten Charakter erlebt. Er stellt seine Expedition auf die Dunkelwelt und die Forschungsergebnisse eiskalt über das Wohl der Kinder – dieses scheint ihm sogar am Arsch vorbei zu gehen. Beisst die kleine Senna Hickey bei diesem Unternehmen ins Gras, ist das halt so und wird vermutlich nur mit einem Schulterzucken von ihm zur Kenntnis genommen. Auch die Anbiederei der beiden USO Leute Jin Ogav und Karus Bellagy an ihn (was muss ich machen, damit mein Chef positiv auf mich aufmerksam wird) war irgendwie peinlich.

Die Handlung selber fand ich oftmals leider nur suboptimal. Die Art und Weise wie Veltikat die vermeintliche Dunkelwelt unter seine Kontrolle bekommt, hat mich nicht wirklich überzeugt. Quasi „von hinten durch die Brust ins Auge“ übernimmt er mal eben so die Steuerung über die Dunkelwelt / das Raumschiff. Auch das Ende, die Knall auf Fall folgende Versöhnung der Menschen mit den Kristallwesen, kam mir zu plötzlich. Eben noch tobte eine erbitterte Schlacht mit zahllosen Opfer auf beiden Seiten und auf einmal werden sämtliche Kampfhandlungen eingestellt und man schließt einen ersten Frieden. Warum? Weil sich die Dunkelwelt von der Sonne Istarks wieder entfernt? Das war es schon? Auch das Chaos auf Istark, welches durch die Annäherung der Dunkelwelt an den Planeten entstand, hat mich nicht wirklich gepackt. Riesige Tiere, von den paranormalen Fähikgkeiten der Kinder erschaffen und die durch die Stadt marodieren und ganze Viertel dem Erdboden gleichmachen, waren nicht wirklich prickelnd oder überzeugend.

Was bleibt ist für mich die Frage, ob der dritte Teil als „krönender Abschluß“ oder als einfacher weiterer Teil einer Reihe gedacht gewesen ist. Quais als „ein gleicher unter gleichen“. Normalerweise erwartet man als Leser einer Trilogie, dass der letzte Teil die Geheimnisse oder Geschehnisse der beiden Vorgänger aufdeckt oder zum Abschluß bringt. Das ist hier jedoch eher nicht der Fall. Das Kapitel Dunkelwelt / Keroauten / Xoj wird zwar irgendwie geschlossen, aber es versandet dabei mehr oder weniger. Das Buch hat zwar den Titel Schwarze Ernte, aber was ist diese denn genau und wann wird sie eingefahren? Oder hat man lediglich einen Titel gebraucht, der sich mit Schwarze Saat und Schwarze Frucht kombinieren lässt? Von daher ist das Ende der Trilogie (nicht das Ende des Buches) doch irgendwie unbefriedigend.

Fazit
Auch wenn ich in den letzten beiden Absätzen etwas gemeckert habe, hat mir das Buch und insbesondere die Schreibweise von Madeleine Puljic dennoch gut gefallen. Ich mag ihre Art zu schreiben und empfinde diese als locker und unterhaltsam. Gut, über das Ende lässt sich streiten, aber das ändert nichts daran, dass ich Schwarze Ernte empfehlen kann. Nicht nur den Perry Rhodan Lesern (die werden das Buch vermutlich eh schon haben), sondern auch Lesern, die vielleicht nur geringe Berührungspunke mit der Serie haben, die dafür aber eine gute SF Geschichte zu schätzen wissen.
 
 
 


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