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James Luceno

Star Wars
Darth Plagueis

  • Autor:James Luceno
  • Titel: Darth Plagueis
  • Serie:Star Wars
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • Datum:19 November 2012
  • Preis:13,00 EUR

 
»Darth Plagueis« (Star Wars) von James Luceno


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
Nachdem Darth Plagueis das gemacht hat, das jeder gute Sith Schüler in der Regel macht - nämlich seinen Meister, Darth Tenebrous, zu ermorden, kann er sich endlich seiner großen Leidenschaft widmen - der Erforschung der Midi-Chlorianer und der Macht an sich. Beides soll ihm später dabei helfen das neue Zeitalter der Sith einzuleiten.

Eher zufällig lernt er auf dem Planeten Naboo den jungen adeligen Palpatine kennen. Darth Plagueis, der mit bürgerlichem Namen Hego Damask heißt und von Mygeeto stammt, erkennt in ihm nicht nur einen verwandten Geist, sondern auch ein Wesen, dem ein großes Machtpotenzial innewohnt. So ist es nicht verwunderlich, dass der Sith Lord den jungen Palpatine zu seinem Schüler macht. Palpatine wird, für alle anderen noch verborgen, zu Darth Sidious. Aufgrund seines großen Vermögens, Plagueis ist Magister von Damask Holdings und verbandelt mit dem Intergalaktischen Bankenclan auf Muunilinst, hat er großen Einfluss in der Galaxis. Durch Intrigen, Bündnisse, Attentate und dergleichen gelingt es Plagueis den jungen Palpatine als angesehenen Politiker aufzubauen und vorerst als Botschafter von Naboo in den galaktischen Senat einzuführen und zu etablieren. Das nächste Ziel ist die Ernennung von Palpatine zum Obersten Kanzler.

Um dieses Ziel zu erreichen, und somit auch der Sith Herrschaft den Weg zu ebnen, schürt Plagueis den Unfrieden in der Galaxis. Der Kern wird gegen die Randgebiete aufgewiegelt, der Handelsföderation mit der Besteuerung der Wege gedroht. Die Lage spitzt sich zu, der Senat und der Jedi Rat sind gespalten. In dieser Situation scheint die Bildung einer, dem Senat unterstellten, Streitmacht der letzte Ausweg zu sein, denn, sollte es zum Krieg kommen, sollte die Republik sich zu wehren imstande sein. Und so werden die Kaminoaner von dem Jedi Sifo-Dyas, mit der Unterstützung von Darth Plagueis, aber ohne dem Wissen des Jedi Rates oder des Senats, damit beauftragt eine riesige Klonarmee aufzustellen. Der Sieg von Darth Plagueis und Darth Sidious ist somit nur noch eine Frage der Zeit – aber unausweichlich. Und wie jeder gute Sith Schüler, sägt auch Darth Sidious bereits am Stuhl seines Meisters.

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Für viele Neueinsteiger in das Star Wars Universum dürfte dieses Buch wirklich Gold wert sein. James Luceno bröselt in mühevoller Kleinarbeit die Vorgeschichte zu den Star Wars Filmen I bis VI auf und erzählt dabei gleich mehrere Lebensgeschichten auf einmal. Denn Darth Plagueis (der Originaltitel lautet ebenfalls Darth Plagueis) behandelt nicht nur die Geschichte des besagten Sith Lords, sondern erzählt ebenfalls auch den Lebensweg des jungen Palpatine, vom einfachen Studenten auf Naboo bis hin zum Obersten Kanzler auf Coruscant. Allerdings schreibt Luceno diese Geschichte relativ emotionslos und unspektakulär. Das ganze liest sich eher wie ein Zeitzeugenbericht und weniger wie ein Actionroman, den man vielleicht erwarten könnte. Lichtschwerterduelle oder Raumschlachten findet man so gut wie gar nicht – mal abgesehen von dem Zwischenfall auf dem Frachter Wehklage oder der Vernichtung des Stützpunktes auf Sojourn. Ansonsten kommt die Story fast gänzlich ohne Action aus. Für mich war das absolut kein Problem, im Gegenteil, ich habe die ruhige und interessante Geschichtsstunde sehr genossen. Es kamen genug Sachverhalte zur Sprache die auch für mich neu und unbekannt waren.

Wieder einmal bekommt man gezeigt, dass auch die Politik ein genauso gefährliches Pflaster wie ein Schlachtfeld sein kann. Um sein Ziel, die Auslöschung des Jedi Ordens und die Einleitung des neuen Sith Zeitalters, zu erreichen, muss Plagueis zahlreiche Intrigen und Ränke schmieden. Es müssen Bündnisse eingegangen werden, nur um diese dann später wieder aufzulösen und sich mit dem, bis dato noch ausgewiesenen Feind, einzulassen. Sehr anschaulich schildert Luceno diese Phasen der Geschichte. Auch die vielen Verwicklungen zwischen dem Bankenclan, der Handelsföderation, den vielen Senatoren und dem inneren Kern und der Peripherie des Imperiums wird anschaulich aufgezeigt. Als Leser erfährt man wie es genau zum Bruch von Jedi Meister Dooku (später Count Dooku) mit dem Jedi Orden kam und der damit verbundenen Hinwendung zur Dunklen Seite. Auch die Begegnung von Palpatine mit der Mutter seines späteren Schülers Darth Maul wird nicht ausgespart, ebenso die Vorgeschichte die dazu führte, dass die noch minderjährige Padme zur Königin von Naboo gewählt wurde. Besonders ausführlich wird jedoch das Verhältnis der Handelsföderation zum Rest der Republik erzählt. Hier deutet sich bereits an, dass dieses Verhältnis nicht das beste ist und die Handelsföderation auch in Zukunft noch Schwierigkeiten verursachen wird. Zusammen mit der Separatisten Allianz unter Count Dooku, wird sie das tragende Element bei den noch anstehenden Klonkriegen werden.

Der letzte Teil des Buches deckt auch die Geschehnisse rund um die erste Episode des Kinofilms ab und endet mit dem Sieg Naboos über die Handelsföderation und der damit verbundenen Beendigung des Handelsboykotts und der Abriegelung des Systems. Man kann also erkennen, dass Luceno hier einen ziemlich langen Zeitraum abhandelt und anschließend nahtlos an die späteren Kinofilme anknüpft. Allerdings gibt es sehr oft auch Sprünge in der Jahreszahl, werden komplette Zeitabschnitte einfach links liegengelassen. Allein das ist schon ein Hinweis, dass der vorliegende Roman nicht als Lebensgeschichte von Darth Plagueis aufzufassen ist, also nicht als Biografie des Sith Lords zu verstehen ist. Vielmehr ist das Buch eine Art Geschichtsbuch in dem die wichtigsten Abschnitte der galaktischen Geschichte aus der Sicht von Darth Plagueis, und begrenzt auch aus der Sicht von Palpatine, erzählt werden. Der Star des Buches ist meines Erachtens daher auch nicht Darth Plagueis oder Palpatine, sondern vielmehr die stattgefundenen Geschehnisse, die der Zeit ihren Stempel aufgedrückt haben. Die beiden Sith Lords funktionieren daher auch nur als der verbindende Element, da sie eigentlich bei all diesen Ereignissen irgendwie, direkt oder indirekt, die Hände im Spiel hatten und die Fäden im Hintergrund zogen.

Es ist immer wieder interessant zu sehen, dass sich die Mittel der Dunklen Seite gar nicht so sehr von der des Lichts unterscheiden. Lug und Betrug gibt es hüben wie drüben, der Zweck heiligt immer die Mittel. Der Unterschied zwischen Gut und Böse ist verwaschen und nicht klar definiert. Phasenweise muss man Darth Plagueis einfach zustimmen wenn er die Unfähigkeit des Jedi Ordens anprangert und ihn für den maroden Zustand der Republik verantwortlich macht. Anstatt durchzugreifen und für klare Verhältnisse zu sorgen, begnügen sich Yoda und Kollegen damit, halbherzig einzugreifen und Flickschusterei zu betreiben. Haufenweise trifft man auf altbekannte Charaktere, seien es Qui-Gon Jinn, Padme, Darth Maul, Sifo-Dyas, Count Dooku, Jabba, Bail Antilles, Annakin Skywalker und viele weitere - quasi ein Stelldichein aller Figuren.

James Luceno hat eine recht angenehme Art zu schreiben, das hat er bei seinen anderen Ausflügen ins Star Wars Universum bereits bewiesen. Er versteht es mich als Leser zu fesseln und die zu erzählende Geschichte interessant und, trotz eines eher als langweilig geltenden Themas, die galaktische Politik, spannend zu erzählen. Trotz der Vielzahl der abgehandelten Ereignisse verzettelt er sich nicht in Nebensächlichkeiten oder in belanglosem Geschwafel. Er bringt die Geschichte klar auf den Punkt und bläht sie nicht künstlich, durch irgendwelche kruden Begebenheiten oder eingeschobenen Action-Einlagen, auf. Die Jahre oder Jahrzehnte in denen nichts passiert lässt er außen vor und setzt mit der Story erst dann wieder ein, wenn ein für das galaktische Geschehen wichtiger Punkt erreicht ist. Somit bleibt er seiner eingeschlagenen Linie treu, das gefällt mir. Die Handlung ist stellenweise äußerst verzwickt und man muss schon genau lesen und am Ball bleiben um nicht den Faden zu verlieren. Als literarisches Fastfood oder als „Buch für nebenbei“ eignet es sich darum auch definitiv nicht. Aufgrund der zahlreichen Infos rund um das Star Wars Universum ist das Buch für mich ein echter Lesetip.

 
 
 


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