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Carrie Ryan

Das Meer der tausend Seelen

  • Autor:Carrie Ryan
  • Titel: Das Meer der tausend Seelen
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:10 September 2012
  • Preis:8,99 EUR

 
»Das Meer der tausend Seelen« von Carrie Ryan


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Ein lauer Sommerabend. Eine Gruppe von Freunden unternimmt einen Ausflug in den Vergnügungspark. Und dann geschieht das Unfassbare. Statt eines Abenteuers, bricht das Grauen über die sie herein, denn der Park liegt in der verbotenen Zone. Gabrielle und ihre Freunde werden von Mudos angegriffe. Einige angesteckt, die anderen können entkommen. Gabrielle ist die einzige, die ohne Entdeckung der Miliz entkommen kann. Als sie Catcher, einen infizierten Freund in seinem Versteck besuchen möchte, lernt sie Elias, einen jungen Souler kennen. Doch Catcher ist nicht so unentdeckt geblieben wie gehoffe, denn er gehört zu einer handvoll Immunen, die dem tödlichen Virus widerstehen können. Die Gefährten sehen nur eine Möglichkeit: Die Flucht auf die Pfade des Waldes der tausend Augen.

Das Cover zeigt eine junge Frau, die in der Brandung liegt und sich vom Meer umtosen lässt. Optisch gefällt es mir gut und der Zusammenhang zu dem Buch und seinem Inhalt ist auch gegeben, aber ich hätte es mir kraftvoller und nicht so verträumt gewünscht.

Gewohnt ruhig und tiefgründig knüpft das Meer der tausend Seelen an seinen Vorgängerband an. Trotz des namenlosen Grauen der Untoten, verbreitet Carrie Ryan eher ein Gefühl der Ruhe, statt Angst und Schrecken. Schon in Band eins empfand ich dies als ungewöhnlich, aber zugleich auch reizvoll. Die Untoten spielen zwar eine wichtige Rolle, aber statt Panik wird eher eine Atmosphere der Gelähmtheit aufgebaut. Das Leben der wenigen Menschen verläuft in immer gleichen Bahnen und keiner hinterfragt den Sinn und Zweck, wird es doch lapidar mit der Bedrohung der Mudo abgetan. Es gibt kaum jemanden, der seine Grenzen austesten, oder gar neue Wege einschlagen möchte. Das Leben plätschert ereignislos vor sich hin. Erschreckend fand ich die Vorstellung der Menschen, dass das Jetzt wichtiger ist, als die Vergangenheit. Alles Vergangene ist böse, schlecht und muss mit aller Gewalt vergessen werden. So tappen nicht nur die Menschen im Ungewissen, was vor den Mudo war, sondern der Leser gleich mit. Auch die Vorstellung einer Zukunft wird auf Sparflamme gekocht, sind die Untoten in ihrer Überzahl doch so mächtig, dass an eine Ausrottung nicht zu denken ist und somit ein Neuanfang in Freiheit unwarscheinlich scheint.

Wie auch schon im ersten Teil schwankt die Protagonistin Gabrielle zwischen der Liebe zweier Jungen. Der eine unerreichbar, der andere zum Greifen nahe. Die Überlegungen, welcher denn nun der Richtige ist, sind anfangs ergreifend, da das Erwachen der ersten Liebe immer etwas aufregendes in sich birgt. Doch nach einiger Zeit lässt diese Neugierde nach und wirkte auf mich leicht nervig. An vielen Stellen hatte ich den Hang, Gabrielle zu packen und durchschütteln zu wollen, da das Offensichtliche doch so nah ist. Ihre Naivität war doch recht ermüdent. Als es dann wieder mal auf die Pfade des Waldes der tausend Augen ging, war es für mich ganz vorbei. Alles scheint sich zu wiederholen.
Mary, die Protagonistin des vorgänger Romans, ist und bleibt meine heimliche Heldin dieser Trilogie. Sie ruht in sich selber und strahlt eine urtümliche Kraft aus, die mit den Jahren noch stärker geworden ist. Alle Fehler, die ihre Eltern bei ihr gemacht hatten, versucht sie bei ihrer Tochter Gabrielle besser zu machen und erreicht prompt das Gegenteil. Ihr Drang, die Suche nach dem Sinn des Lebens, ist immer noch nicht abgeschlossen und so begibt sie sich auf die Suche und macht eine folgenschwere Entdeckung.
Neu in diesem Roman sind die Souler. Eine Sekte, die Mudo wie Heilige verehren. Auf den ersten Blicks scheinen ihre Sitten und Gebräuche abschreckend und abstoßend, doch sie sind die Einzigen, die versuchen, aus einer festgefahrenen Situation etwas Gutes zu ziehen.

Immerhin wurde ein kleines Stückchen der Vergangenheit beleuchtet, was ich mir nach dem Lesen des ersten Teiles so gewünscht hatte. Allerdings nur ein kleines Stückchen, so dass ich weiter auf den dritten Teil hoffe, der endlich Licht ins Dunkle bringt.

Mein Fazit
Ein Roman mit denkbar wenig Höhen und Tiefen, dessen Handlung sehr ruhig vor sich hinplätschert.
 
 
 


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