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Annika Strauss

REM

  • Autor:Annika Strauss
  • Titel: REM
  • Serie:
  • Genre:Horror
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Droemer TB
  • Datum:19 März 2026
  • Preis:13.99 EUR

 
»REM« von Annika Strauss


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(4)

 
 
Alysee kann nicht schlafen. Konnte sie noch nie. Nur mit Hilfe von Schlafmitteln gelingt es ihr, Ruhe zu finden. Und das, seit sie vier Jahre alt ist und ihren Vater hat sterben sehen. In einer roten Wolke aus Blut.
Zwanzig Jahre später taucht plötzlich eine Anwältin auf und berichtet Alysee von ihrem Erbe. Einem alten Hotel, das ihr Vater und ihr Onkel als Schlaflabor genutzt haben. Und für geheime Experimente. Kurzentschlossen machen sich Alysee und ihr bester Freund Nico auf den Weg dorthin.
Was sie finden überschreitet die Grenze des Vorstellbaren...

Das Cover ist in schwarz-weiß gehalten. Es zeigt einzig ein aufgerissenes Auge, dessen Inneres gesplittert ist. Ein Schatten scheint sich im Hintergrund des Auges zu befinden und langsam aber sicher nach vorne zu kriechen.
Ich finde es sehr gut zu Titel und Inhalt gewählt! Zusammen mit dem Klapptext hat es den Ausschlag gegeben, dass ich zu diesem Buch gegriffen habe.

Der Schreibstil von Annika Strauss und Sebastian Fitzel ist spannend und interessant. Ich merkte überhaupt nicht, welche Passagen wer übernommen hat, da das Buch absolut im Fluss geschrieben ist. Da mich das Thema Schlaf und Träume schon immer fasziniert hat, beschäftigte mich das Geschriebene nicht nur tagsüber beim Schmökern, sondern auch - oder besser gesagt gerade deswegen - in der Nacht. In der Geisterstunde, in der Dunkelheit, dann wenn Realität und Phantasie sich vermischen und beides nicht mehr ganz greifbar ist.
Schon seit Kindertagen beschäftigt Alysee der Tod ihres Vaters, den sie im Alter von vier Jahren mit ansehen musste. Aus Kindersicht war es ein Blutnebel, der ihren Vater darnieder metzelte. Aus Erzählungen weiß die junge Frau jedoch, dass es sich um einen Wolfsangriff genhandelt hat. Und doch nagt der Zweifel an ihr. So stark, dass sie nicht ohne Schlaftabletten schlafen kann.
An ihrer Seite ihr Pflegebruder Nico, den sie heimlich liebt. Diese Liebesgeschichte am Rande des Horror, fand ich besonders süß, da es dem Buch etwas Schärfe nahm.
Bis weit über die Mitte fesselt mich das Buch extrem! Der lockere Schreibstil hielt mich gefangen und riss mich tiefer und immer tiefer in die menschlichen Abgründe. Leider wurde es mir persönlich dann zu viel. Die Zufälle wurden zu zufällig und das Buch büßte in meinen Augen Glaubwürdigkeit ein. Alle vorherrschenden Klischees wurden irgendwie bedient, was zwar spannend zu lesen und gleichzeitig irgendwie platt war. Für mich ging die Unvorhersehbarkeit verloren.
Die Alpträume, die sich manifestieren; das Trio Infernale, von dem Nico und Alysee aufgegriffen werden; die unheimliche Klinik, an der Menschenversuche gemacht werden und schließlich der kleine Gauner, der irgendwie mit in die Geschehnisse hineingezogen wird. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht spoilern. Für mich war es dann einfach zu viel des Guten!

Die Protagonisten sind dem Autorenduo gut gelungen. Ich konnte sofort eine Beziehung zu Nico und Alysee aufbauen und dem Pärchen in ihrem Alltag und den anschließenden Geschehnissen folgen. Die Kindheit in der Pflegefamilie schweißt die beiden zusammen. Wie Bruder und Schwester. Wie beste Freunde. Und für beide doch so viel mehr. Ich habe gerne über sie gelesen und sie ein Stück des Lebensweges begleitet.
Selbst als sich die Situation immer weiter zuspitzt, bleiben die beiden sich treu.

Mein Fazit

Mir hat Rem gut gefallen. Das Buch hat mich trotz aller Vorhersehbarkeit gut unterhalten. Auch wenn ich für meinen Teil sagen muss, dass weniger vielleicht mehr gewesen wäre.
 


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