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Stephen R. Donaldson

Die Runen der Erde 3
Die Chroniken von Thomas Covenant

  • Autor:Stephen R. Donaldson
  • Titel: Die Chroniken von Thomas Covenant
  • Serie:Die Runen der Erde 3
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Paperback
  • Verlag:Heyne
  • Datum:02 Oktober 2006
  • Preis:EUR 14,00 EUR

 
»Die Chroniken von Thomas Covenant« (Die Runen der Erde 3) von Stephen R. Donaldson


Besprochen von:
 
Sachmet
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Zehn Jahre sind vergangen, seit Thomas Covenant und Linden Avery in das Land gezogen wurden, um gegen das Sonnenübel zu kämpfen. Linden kehrte alleine zurück. Sie hat sich verändert, hat mit den Geistern der Vergangenheit abgeschlossen und innere Stärke gewonnen. Zusammen mit Doktor Berenford gründet sie das Berenford Memorial Psychatric Hospital, eine Klinik für geistig gestörte Menschen. Hier bringt sie auch Joan unter, Thomas Covenants Exfrau, die ihn wegen seiner Lepra Erkrankung verlassen hatte. Aus Schuld und Scham verfiel sie immer mehr dem Wahnsinn und wurde so ein leichtes Opfer für einen Wüterich. Der Lord Fouls Motto lautete stets: Willst Du einen Menschen zerstören gibt ihm etwas wieder, was er liebt Du zerbrochen hast.

Eines Tages erscheint Roger Covenant bei Linden Avery in der Klinik und fordert die Herausgabe seine Mutter. Angeblich, um sie ab sofort persönlich zu pflegen. Doch Linden misstraut dem jungen Mann und erkennt das Übel in ihm. Als sie die Herausgabe Joans verweigert, richtet Roger ein Blutbad an und entführt seine Mutter. Damit nicht genug, verschleppt er auch noch Lindens Sohn Jeremiah. Auch wenn er nur ein Adoptivkind ist, liebt sie ihn von Herzen und unternimmt alles, um ihn zu befreien. Sie ahnt, wohin Roger mit seinen Geiseln unterwegs ist. Und sie vermutet richtig. Er strebt zum Ort des letzten Übergangs und versucht, mit Joan in das Land zu gelangen und Jeremiah mitzunehmen. Linden kann den Plan nicht vereiteln sondern wird mitgerissen.

Wie schon zuvor, entsprechen zehn Jahre in unserer Welt Jahrtausenden im Land. Nichts ist mehr so, wie es war. Linden hat keine Freunde und Verbündeten und steht völlig alleine. Der zweite Stab des Gesetzes ist verloren gegangen und jegliche Erinnerungen an den Ur-Lord sind im Laufe der Zeit verschwunden. Es werden keine Geschichten mehr über die Vergangenheit erzählt, das alte Wissen wird unterdrückt. Lord Foul greift erneut nach der Macht im Lande. Doch es gibt auch Hoffnung. Die Ramen sind zurückgekehrt und erinnern sich. Auch die Riesen haben den glorreichen Kampf ihrer Sucher und des Zweiflers nicht vergessen.
Mit nichts als ihrer Erinnerung und ihrer Liebe für Thomas und das Land im Herzen, macht sich Linden auf, gegen den Verächter zu kämpfen und ihren Sohn zu retten. Nach und nach findet sie Freunde und Unterstützung.

Kommentar:
Man merkt, dass zwischen den ersten sechs Bänden um Thomas Covenant und diesem Buch, einige Zeit verflossen ist. Sehr ärgerlich für den Leser, werden hier Ereignisse rückwirkend geschildert, die in den vorherigen Büchern anders dargestellt waren. So ist Hoolian nicht bei einem Angriff der Ur-Bösen ums Leben gekommen, sondern bei ihrem Versuch, das Sonnenübel zu verändern. Die dabei freigesetzten Kräfte waren zu viel für ihren zierlichen Körper. Desweiteren sagt Hoolian in Band sechs: Sollten wir jedoch diesen Landstrich verlassen, könnten wir inmitten der Lebenden nicht lange überdauern. Trotzdem sind sie und Sunder, nachdem Linden das Land verlassen hat, dutzende von Jahren mit dem Stab des Gesetzes durch das Land gezogen, um es zu heilen. Auch das empfinde ich als Widerspruch. Natürlich hat sich die Erdkraft wieder ausgebreitet und als Wesen der Erdkraft konnten sie vermutlich dorthin gehen, wo die Erdkraft existierte. Aber sie selber waren ja diejenigen, die eine Heilung des Landes und eine Rückkehr der Erdkraft erst möglich machten.

Trotz allem lohnt es sich für alle Leser, die nach dem sechsten Band Ermüdungserscheinungen gezeigt haben, dieses Buch zu lesen. Die Verantwortung für das Land wurde von Thomas Covenant an Linden Avery weiter gereicht. Und die nächste Generation wird in diesen Kampf verwickelt. Roger wurde schon als Kind von Lord Foul manipuliert und beeinflusst. Jeremiah nahm als Kind an dem Ritual teil, welches Linden erstmals in das Land zog. Die Grausamkeit der damaligen Ereignisse ließ den kleinen Jungen verstört und katatonisch zurück. Aber tief in seinem Innersten besitzt er Kenntnisse über das Land, die er kaum auszudrücken weiß. Er kann nicht sprechen, nicht lesen und schreiben und nicht handeln. Ein leichtes Opfer für den Zerstörer und für Roger.

Diese neuen Aspekte machen die Geschichte spannend und abwechslungsreich. Linden ist innerlich gefestigter als damals, sie besitzt nun eine innere Stärke, die sie voran treibt. Der Scham, die Selbstzweifel, das Dilemma die Seiten um Seiten der ersten Bände gefüllt haben, entfallen hier fast vollkommen, was eine Erleichterung für den Leser ist. Der Autor konzentriert sich hier mehr auf die eigentliche Geschichte. Da das Land und ihre Einwohner dem Leser hinreichend bekannt sind, ist diese Kürzung sehr willkommen. Auch die Übersetzung finde ich diesmal gelungener. Während in Band eins bis sechs der Gebrauch von Substantiven statt Adjektiven arg strapaziert wurde, liest sich der Text hier flüssiger und die Sätze sind gefälliger formuliert.

Die Karte des Landes ist viel detaillierter und es sind Orte eingezeichnet, die bisher noch nicht erwähnt wurden, die aber zukünftig eine Rolle spielen. Die neue Gruppe um Linden Avery besteht aus einem interessanten Mix. Sie wird begleitet von Bluthütern, Ramen und Menschen und auch die Ranyhyn sind wieder bereit, Reiter zu dulden.

Fazit:
Thomas Covenant wird von den Lesern nicht wirklich vermisst. Linden Avery und ihre neuen Freunde vermögen den Leser weit mehr zu fesseln als der Zweifler. Ein gelungene Fortsetzung der Chroniken.
 
 
 


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