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Robert Corvus

Die Schattenherren 2
Knecht

  • Autor:Robert Corvus
  • Titel: Knecht
  • Serie:Die Schattenherren 2
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Paperback
  • Verlag:Piper Taschenbuch
  • Datum:16 Juli 2013
  • Preis:12,99 EUR

 
»Knecht« (Die Schattenherren 2) von Robert Corvus


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
Der Schattenkönig Elien Vitan möchte sich nach jahrhundertelanger Herrschaft zur Ruhe begeben. Doch eh er die restlichen Schattenfürsten und -lords um sich versammelt, möchte er Lisanne sehen. Einst verbannte er sie, doch nun ist die Zeit der Aussöhnung gekommen. Mit diesem schwierigen Auftrag betraut er seinen ergebensten Diener Bren Stonner. Eine schwierige und beinahe tödliche Reise ans Ende der Welt beginnt. Und sollte der Hinweg tatsächlich glücken, ist der Rückweg noch lange nicht gesichert.

Das Cover zeigt einen Schild. Seine Mitte ziert ein fauchender Katzenkopf, der von Flammen umgeben ist. Der Bezug zu dem Buch war schnell geklärt und ich finde es sehr gut gewählt, da es die Serie, also die Zusammengehörigkeit der Bücher symbolisiert und eine Einheit schafft, was mir gefällt.

Feind war dunkel, aber Knecht ist regelrecht düster. Nicht beklemmend, aber über allem schwebt eine dunkle Atmosphäre, der ich mich einfach nicht entziehen konnte. Robert Corvus schlägt in seinem neuen Werk eine völlig andere Richtung ein. Ich hatte mit einer Fortsetzung gerechnet, was Knecht im Prinzip auch ist, aber doch ist es anders, neu. Die Handlung baut zwar auf Teil eins auf, ist aber trotzdem eigenständig. Die Geschichte entwickelt sich weiter und wie mir scheint, der Autor auch. War Feind eher tastend und vorsichtig, lässt Corvus hier seine geballte Kraft ungezügelt raus. Temporeich, spannend und unvorhersehbar entwickelt sich die Geschichte, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ein Ereignis jagt das nächste, aber nicht so schnell, dass ich auf der Strecke geblieben wäre. Der Autor nimmt sich Zeit, die Landschaft zu beschreiben, so dass ich mich völlig in dem Buch verlieren konnte.
Einen der gelungensten Schauplätze fand ich das Meer der Erinnerung und den Seelennebel. Die Mischung aus unendlicher Weite und Friede auf der eine Seite und brachialer Gewalt der Natur und Entartungen der Protagonisten auf der anderen, ist mehr als gewagt, aber hervorragend umgesetzt. Von Kapitel zu Kapitel wurde die Spannung aufgebaut und zerrte an meinen Nerven. Doch jede Überlegung die ich anstellte, verwarf Corvus schnell und überraschte mich immer wieder.

Ich hätte nie gedacht, dass ich schreiben würde, dass die Protagonisten schillernd sind, da sie alle im Bezug zu den düsteren Mächten stehen, aber dennoch trifft es zu. Wer wissen möchte, wie viele Schattierungen von Schwarz es gibt wird dies in Knecht herausfinden können: Nacht-schwarz, tief-schwarz, unheimlich-schwarz, mystisch-schwarz, beklemmend-schwarz, aber auch geborgen-schwarz, umhüllend-schwarz und vieles mehr, prägen das Werk und machen es zu einem besonderen Lesegenuss.
Am besten hat mir Bren Stonner gefallen. Er ist seinem Schattenkönig zutiefst ergeben und geht über Leichen, wenn es sein Herr von ihm verlangt. Denn Stonner hat nur ein Ziel im Kopf: Die Unsterblichkeit und somit selber ein Schatten zu werden. Merkwürdigerweise bewahrt er sich trotzdem eine gewisse Menschlichkeit. Ich möchte nicht so weit gehen und behaupten, dass er Mitgefühl für seine Mordopfer empfindet, aber Stonner handelt stets überlegt und nicht in völliger, blinder Ergebenheit. Selten hat mich ein Protagonist so gefesselt und mich überzeugen können. Stets war ich an seiner Seite, konnte die Handlungen nachvollziehen und stellte gemeinsam mit Bren Überlegungen an. Im Nachhinein erschreckte mich dies, da ich mich ohne Probleme in Mord und Folter hineindenken konnte, aber es war wirklich mal ein Erlebnis!
Ich dachte, dass die anderen Charaktere eher blass neben so einem stark ausgeprägten Protagonisten sein würden, aber da irrte ich mich gewaltig. Jeder, selbst die kleinste Randfigur, ist eigenständig und mir wurde schnell bewusst, dass Corvus in diesen Band sein Herz gelegt hat! Keiner ähnelt dem anderen und die sprunghaften Entwicklungen fesselten und verblüfften mich immer wieder.

Mein Fazit

Selten habe ich ein so düsteres Buch gelesen, welches mich gleichzeitig erhellte. Absolut lesenswert!
 
 
 


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