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Piers Anthony

Cluster-Trilogie 1
Flint von Außenwelt.

  • Autor:Piers Anthony
  • Titel: Flint von Außenwelt.
  • Serie:Cluster-Trilogie 1
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne
  • Datum:01 Januar 1981
  • Preis: EUR

 
»Flint von Außenwelt.« (Cluster-Trilogie 1) von Piers Anthony


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
Flint von Außenwelt führt ein ruhiges und bescheidenes Leben, liebt Honigblüte, eine Schönheit seines Dorfes und ist zufrieden und glücklich. Er ist intelligent genug, die Führerschaft seines Stammes nicht zu wollen, denn diese würde ihn in seiner persönlichen Freiheit und seinem Wissensdrang einschränken. Beides Dinge, die er mehr liebt als die Macht. Im Gegensatz zu den anderen seines Volkes interessiert er sich für die Sterne und fremde Welten und hört gerne dem Schamanen zu, wenn dieser von ihnen erzählt. Der alte Mann kam einst von der Erde auf die Außenwelt und kann dem jungen Krieger somit einiges an Wissen vermitteln. Flint ist ein Steinmetz. Durch die Ausübung dieser Tätigkeit muss er nicht mehr mit auf die Jagd und hat viel Zeit, den Worten des alten Mannes zu lauschen Er lernt auch viel über Ethik und Moral und ist den anderen Mitgliedern seines Volkes weit voraus. Dieses Wissen und sein eidetisches Gedächtnis machen Flint zu etwas besonderem.

Das wird auch nötig, als Flint unerwartet von seinem Heimatplaneten abgeholt wird. Die Galaxis ist in Gefahr und nur ein Mensch mit einer hohen Kilian Aura kann die Welten vor der Vernichtung retten. Normale Menschen habe einer Aura von 90, Flint jedoch eine von 200. Somit ist er in der Lage, per Transfer in andere Körper zu wechseln, ohne zu sterben oder den Verstand zu verlieren. Seine Aufgabe wird es nun sein, auf erreichbaren Welten einen Transferkörper zu besetzen und die Planeten vor der drohenden Gefahr zu warnen.

Keine einfache Aufgabe, sind doch die Kulturen und Bewohner der Welten völlig unterschiedlich und fremd und mit denen der Menschen kaum vergleichbar. Der Gastgeberkörper muss stets vom gleichen Geschlecht sein und über Intelligenz verfügen, sonst ist ein Transfer nicht möglich. Alles andere bleibt Flint überlassen.

Der junge Mann muss lernen, in den jeweiligen Welten zurecht zu kommen und sich in ihre Gepflogenheiten einzufinden. Keine leichte Aufgabe für einen jungen Mann, der auf einem Planeten aufgewachsen ist, auf dem noch Dinosaurier leben und auf dem noch mit Pfeil und Bogen gejagt wird. Zu diesen ganzen Erschwernissen kommt, dass auch der Feind jemanden in seinen Reihen hat, der über eine hohe Kilian Aura verfügt und alles unternimmt, damit Flint keine weiteren Transfers mehr durchführen kann. Stirbt ein Transferkörper, stirbt auch Flint.

Nachdem er einige Einzelmissionen durchgeführt hat, kommt es zu einem Treffen verschiedener Spezies, um eine Fundstätte der Ahnen zu untersuchen, die auf einem abgelegenen Planeten gefunden wurde.. Die dort versammelten Spezies könnten kaum unterschiedlicher sein und eine Kommunikation ist äußert schwierig. Nun ist Flints Können, seine Erfahrung und sein diplomatisches Geschickt gefragt.

Kommentar:
Flint ist grünhäutig. Das macht dem Leser schon die Andersartigkeit der Welten klar, die uns der Autor besuchen lässt. Durch die Expansion der Menschheit bewohnen die Menschen mittlerweile einen großen Teil des Weltraums. Auf Grund des langen Transportweges verlieren sie aber einen hohen Teil ihrer kulturellen Erbes, ihrer Zivilisation und ihrer technischen Errungenschaften. Das Zentrum des Reiches ist eine hoch entwickelte Zivilisation ,während an ihren Rändern die Menschen noch in der Steinzeit leben. So wie auch Flint. Doch er verfügt einen wachen Geist, einen scharfen Verstand und eine gesunde Portion Neugier, sodass er der geeignete Kandidat für die Mission ist. Zu Beginn macht er viele Fehler, doch er lernt bald, dass es wichtig ist, zuerst die Sitten und Gebräuche der Völker zu lernen, bevor man handelt. Er hat bei dem alten Schamanen vieles gelernt doch wenig davon verstanden. Durch sein eidetisches Gedächtnis besitzt er dieses Wissen noch und lernt nach und nach dessen Bedeutung.

Der junge Flint muss in viele Rollen schlüpfen und durch seine rasche Auffassungsgabe und seine Lernwilligkeit gelingt ihm das relativ gut. Aber da er sich die Transferkörper nicht aussuchen kann, gerät er oft in eine schwierige Lage. Auch die Erfassung der übernommenen Bewusstseinsinhalte gestaltet sich oft schwierig, er muss sich wichtige Informationen herausfiltern und manchmal verliert er sich im Verstand des Anderen. Sein erster Gastkörper ein Sklave, der eine harte Strafe über sich ergehen lassen muss und nicht gerade für seine überragende Intelligenz bekannt ist sondern roher Gewalt den Vorzug gibt. Es braucht Takt- und Fingerspitzengefühl, um den Herrschern dieser Welt zu erklären, dass ihr Leben in Gefahr ist und sie auf einen Sklaven hören sollten.

Schon bei seinem ersten Transfer gerät Flint in Schwierigkeiten, doch als der feindliche Agent ihm auf den Fersen ist, werden die Missionen zusehends schwieriger.

Die Geschichte ist wunderbar abwechslungsreich, der Autor entwirft hier zahlreiche Welten, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten und die von den merkwürdigsten Bewohner bevölkert sind. Zugleich ist sie ein Spiegel für uns selbst. Wir begegnen Fremden und anders Gläubigen immer noch mit Misstrauen und Vorurteilen und akzeptieren Menschen, die sich von uns unterscheiden, auch im 21 Jahrhundert noch nicht. Toleranz, Offenheit und Vertrauen sind selten auf unserer Welt, es werden Religionskriege geführt und Minderheiten immer noch unterdrückt. Obwohl die Geschichte vor über 30 Jahren geschrieben wurde, haben wir kaum Fortschritte erzielt, um Fremden so entgegen zu treten wie Flint es tut. Offen, neugierig, tolerant und beseelt von dem Wunsch zu lernen. Auch wenn die Geschichte nicht besonders tiefschürfend ist, regt sie doch zum Nachdenken an.

Die Ideen des Autors sind teilweise wirklich amüsant. Flint wechselt unter anderem in den Körper eines Wesens, das sich ausschließlich rollend bewegt und dessen Lebensphilosophie der ewige Kreis ist. Andere Wesen leben im Wasser, die Spezies besteht aus drei Geschlechtern und die Fortpflanzung ist dementsprechend anders, als Flint sie kennt. Für Flint ist es erstaunlich, in welchem Maße sich das Empfinden für Schönheit, je nach Gastkörper, verändern kann.

Fazit:
Obwohl schon älter, ist die Geschichte immer noch aktuell. Sie ist amüsant und unterhaltsam und macht uns einige Probleme der Menschheit bewusst, ohne den Zeigefinger zu heben.
 
 
 


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