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Daniel Thiering

Alvion 1
Vorzeichen

  • Autor:Daniel Thiering
  • Titel: Vorzeichen
  • Serie:Alvion 1
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Silvanima GbR
  • Datum:18 Januar 2014
  • Preis:12,99 EUR

 
»Vorzeichen« (Alvion 1) von Daniel Thiering


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(4)

 
 
Alvion Trey ist der letzte Überlebende seines Volkes. Als Kind musste er mit ansehen, wie seine Landsleute von den Skelettkriegern Meridias abgeschlachtet wurden und seine Heimat, die Insel Alyra, durch einen magischen Angriff im Meer versank.

Nun, Mitte zwanzig, durchstreift er als Söldner die Länder Septrions, rast-und ruhelos, ohne Freunde oder feste Bindungen, ein einsamer Krieger auf der Suche nach etwas Glück. Niemandem offenbart er seine wahre Herkunft. Erst als er Tian Lux kennenlernt, findet er endlich einen Freund, der ihm bald näher als ein Bruder ist und dem er bedingungslos vertraut. Tian Lux ist ein Argion, sein Volk lebt im Nordosten Septrions, in den tiefen und dunklen Wäldern des Landes.

Gemeinsam verdingen beide sich als Söldner und erleben viele Abenteuer. Nach zwei Jahren gemeinsamer Reisen begibt sich Tian Lux zurück in seine Heimat um seine Familie zu besuchen. Doch die jungen Männer vereinbaren, sich nach dem Winter erneut zu treffen, um gemeinsame Wege zu gehen. Es kommt jedoch anders als geplant. Meridia, der legendäre Feind Septrions bricht den jahrelangen Frieden und landet mit einer riesigen Flotte in Ostsolien. Wichtige Küstenstädte fallen innerhalb von Stunden und der Feind rückt unaufhaltsam ins Binnenland vor.

Der Gegner hat Magier in seinen Reihen und somit einen uralten Pakt verletzt. Die Magier hatten geschworen, ihre gewaltigen Kräfte niemals für einen Krieg einzusetzen. Doch nach der Trennung des Ordens haben sich die Abtrünnigen nach Meridia begeben und der dunklen Magie zugewendet. Die alten Regeln gelten nicht mehr.

Alvion Trey tritt in die Armee ein. Da er über ein Offizierspatent verfügt, spielt er schnell eine gewaltige Rolle in einem Krieg, der schon bald verloren scheint. Auch Tian Lux meldet sich zum Kampf, um seine Heimat Argion vor den Scharen des Feindes zu schützen. Die Argion sind Bauern, Jäger, Fallensteller und Händler, sie haben den mächtigen Heer Meridias kaum etwas entgegenzusetzen. So sind Tians Erfahrungen als Söldner sehr gefragt.

Alvion findet in dieser Phase seines Lebens nicht nur einen Freund in Tian Lux, sondern auch seine große Liebe. Salina ist eine Magierin, die zum Orden vom Seelenwald gehört. Um Septrion zu retten, greifen die zurückgezogene lebenden Magier in den Kampf ein, denn sie erkennen schnell, dass Septrion ohne magischen Beistand verloren ist.

Kommentar:
Fangen wir mit dem Äußeren des Buches an. Das Buch erschien bei einem relativ unbekannten Verlag, doch dieser hat sich mit der Gestaltung sehr viel Mühe gegeben. Michel Fouarge hat ein dunkles, atmosphärisches Cover gestaltet, das durch seine Zurückhaltung umso eindrucksvoller wirkt. Beim Öffnen des Buches präsentieren sich dem Leser zwei detaillierte Karten von Septrion und Meridia. Jeder Autor, der sich die Mühe gibt, seine Fantasie den Leser zusätzlich auf diese Art nahe zu bringen, hat ein Lob verdient . Am Ende der Geschichte wird der velische Kalender erläutert, abschließend wurde eine Kurzbiografie des Autors und des Grafikers beigefügt.

Die die ersten fünfzehn Seiten beginnen mit einem Prolog. Ein kurzer Umriss über die Entstehung der Welten und ihrer Völker, ihren Sitten und Gebräuchen. Ein Kampf der Götter verändert das Antlitz der Welten und stellt die Weichen für die kommenden Ereignisse. Man fühlt sich von den Informationen zuerst etwas erschlagen, doch sie sind unerlässlich, um die folgenden Ereignisse zu verstehen.

Um die immerwährenden Kriege zwischen den Völkern zu unterbinden, nahmen die Götter ihren Kindern die Magie. Nur noch wenige Auserwählte verfügten über diese Gabe, die einst jeder besaß. Diese magisch begabten Wesen schlossen sich in einem Orden zusammen und unterwarfen den Gebrauch der Magie strengen Regeln. Erst als die abtrünnigen Mitglieder des Ordens auf Seiten Meridias in den Kampf eingreifen, wenden sich die Magier Septrions wieder weltlichen Dingen zu und müssen ihre eisernen Ordensregeln hinterfragen.

Der Autor bedient sich einer sehr poetischen, lebendigen und bildhaften Sprache, als Leser muss man sich darauf einlassen können. Die Erzählform wechselt. Die Ereignisse, die Alvion durchlebt, erzählt er aus seiner Sicht, in der Ich-Form. Andere Ereignisse schildert der Autor. Durch den Wechsel der Erzählperspektive weiß man sogleich, wann wir wieder an den Erlebnissen Alvions teilnehmen.

Die Namen der Protagonisten sind einprägsam, sie haben eine angenehme Lautfolge, sind kurz und prägnant. Das gleiche gilt für die Namen der Länder und Städte. Teilweise liest sich die Erzählung wie ein Geschichtsbuch. Es werden viele Zusatzinfos zu den einzelnen Völkern, ihre Entwicklung und ihr Verhältnis zueinander, eingefügt. Die Geschichte beginnt sehr langsam, der Autor nimmt sich viel Zeit, seine Protagonisten und ihre Welt vorzustellen.

Damit sind wir bei einem Kritikpunkt des Buches. Zu den Wortdoppelungen kommen zu viele Wiederholungen, als ob der Autor den Lesern nicht zutraut, sich Ereignisse oder Beschreibungen zu merken. Es wird zum Beispiel wiederholt erwähnt, dass die Argion früher ein kriegerisches Volk waren, die sogar Solien erobert hatten, nunmehr aber friedfertig sind. Auch der Charakter Olks wird mehrmals erwähnt, vielleicht um seine Naivität und seine Gutmütigkeit zu unterstreichen. Aber es ist des Guten zu viel. Diese Wiederholungen stören den Lesefluss, Daniel Thiering sollte darauf vertrauen, dass man seiner Geschichte folgen kann und will.

In Kapitel siebzehn (Seite 307) kam es für mich zu einem kleinen Ärgernis. Obwohl es ein Abschnitt Alvions ist, beginnt er in der normalen Erzählform und wechselt mittendrin in die ich-Form. Doch für ein Debut ist es verzeihlich.

Fazit:
Eine gut durchdachte, in sich logische Welt. Die Story ist spannend, die Figuren sind sehr lebendig und symphatisch, die Länder sind einprägsam beschrieben. Alles in allem ist das Buch fesselnd und faszinierend, trotz einiger Längen, die man einem Newcomer gerne verzeiht. Ich bin gespannt, wie es mit Alvion, Tian und Salina weiter geht.
 
 
 


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