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Paul S. Kemp

Star Wars
Dunkle Flut

  • Autor:Paul S. Kemp
  • Titel: Dunkle Flut
  • Serie:Star Wars
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • Datum:16 Oktober 2012
  • Preis:12,00 EUR

 
»Dunkle Flut« (Star Wars) von Paul S. Kemp


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
Ein kleiner Eismond, irgendwo in den Unbekannten Regionen der Galaxis. Auf ihm befindet sich eine kleine Forschungs- station des Neuen Imperiums, von Großadmiral Thrawn noch höchstpersönlich ins Leben gerufen. Die Station dient dazu Klone zu erschaffen und auszubilden, egal ob es sich dabei um Klone von Jedis oder Sith handelt.

In diesen Sektor verschlägt es den Jedi-Ritter Jaden Korr, just zu dem Zeitpunkt, da die Klone sich von der Herrschaft ihrer Schöpfer befreien und fliehen können. Sie kapern ein Raumschiff und verlassen den Eismond um zu „Mutter“ zu gelangen - eine ominöse Wesenheit, mit der die Führerin der Klone, ihr Name ist Seherin, mental in Verbindung steht und die ihnen einen neuen Anfang in Frieden und Geborgenheit verspricht. Das Problem dabei ist nur, dass, bis auf den Klon namens Soldat, alle anderen Klone genetisch, geistig und körperlich krank sind. Aufgrund dieser Krankheit bilden sie für den Rest der Galaxis eine nicht zu unterschätzenden Gefahr, denn die Macht in den Klonen ist groß und ihre zukünftigen Handlungen nicht vorhersehbar. Jaden Korr macht sich mit seinen beiden Freunden in dem Raumschiff Schrottkiste auf, die Klone zu verfolgen, entweder um ihnen zu helfen oder um sie zu töten. Je nachdem was er vorfinden wird.

Gleichzeitig erteilt der Sith Darth Wyyrlok, der von der Station und den Klonen Kenntnis hat und dieser habhaft werden möchte, dem Umbaraner-Geschwisterpaar Nyss und Syll einen folgenschweren Auftrag. Sie sollen nicht nur den geistig gesunden Klon namens Soldat entführen, sondern auch den Jedi Jaden Korr. Mit beiden plant der dunkle Sith eine neue Attacke gegen den Jedi-Orden auszuführen.

Während Jaden Korr die Klone verfolgt, heften sich die Umbaraner an seine Fersen und eine wilde Verfolgungsjagd beginnt. Nach einem kurzen Zwischenstopp auf dem Planeten Fhost gelangen alle in ein unbekanntes System mit einem Pulsar, den ein Asteroidengürtel umläuft. Das System wirkt auf den ersten Blick verlassen und tot, bis man im Orbit eines der beiden vorhandenen Planeten eine riesengroße Station erblickt. Diese ist mit einer Art Schlauch direkt mit dem Planeten verbunden und entpuppt sich als Heimat der ominösen „Mutter“. Von der Station selber, die mit rakatanischer Technik erbaut wurde, gehen Wellen dunkler Macht aus. Hier wird sich das Schicksal aller entscheiden.

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Zu diesem Buch gibt es eine Vorgeschichte die Paul Svante Kemp in dem Buch Gegenwind (Original Crosscurrent) bereits angeschnitten hat und auch erklärt, warum sich Jaden Korr in dem System mit dem Eismond aufhält. Man erinnert sich: Jaden Korr wurde durch seine mehr als eindringliche Macht-Vision dazu gedrängt in die Unbekannten Regionen zu reisen. Dort traf er auf ein altes Schiff der Sith, das quasi einen Zeitsprung machte und aus der Vergangenheit dort auftauchte, und auf das Labor auf dem Eismond. Es kam zu einem Kampf und das Schiff der Sith konnte vernichtet werden. Durch die dabei entstandene Explosion wurde auch das Frachtgut, die Lignan Kristalle, zerstört. Durch diese Explosionswolke, unter anderem bestehend aus den Strahlungen dieser Kristalle fliegt das erbeutete Schiff der Klone, der Manteljäger von Kell Douru. Diese nehmen die Strahlung in sich auf und gewinnen dadurch einen Zufluss von dunkler Macht, was sie somit natürlich noch gefährlicher macht. Nachdem Jaden Korr bereits auf dem Eismond in einem Kampf mit den Klonen verstrickt war, ist dies nun ein Grund mehr für ihn diese zu verfolgen und zu stellen.

Genau wie in seinem ersten Ausflug in das Star Wars Universum gelingt es Paul Kemp eine spannende und mitreißende Geschichte zu erzählen. Seine Charaktere sind lebhaft, gut durchdacht und alles andere als von sich selbst überzeugt. Selbst Jaden Korr, alteingesessener Jedi, zweifelt oftmals an seinen Motivationen, hinterfragt sein Handel und das des Jedi Ordens allgemein. Das macht ihn menschlich und alles andere als zu einem Supermann – obwohl er im Prinzip, mit seinem Wissen um die Macht und seine guten Fähigkeiten diese anzuwenden, genau das ist. Auch die Entscheidung den Cereaner Marr Idi-Shael zu seinem Schüler zu machen trifft er nicht leichtfertig, sondern erst nach langer und reifer Überlegung. Marr ist dem Alter, in dem man allgemein dem Jedi Orden als Schüler beitritt schon lange entwachsen, verfügt jedoch über eine schnelle Auffassungsgabe und über ein sehr gutes Verständnis der Macht. Auch der dritte im Bunde, der Kommandant der Schrottkiste Khedryn Faal, fügt sich hervorragend in das Team ein. Auch er ist niemand der einfach nur still dasitzen und zuschauen kann wie die anderen agieren, während er zur Untätigkeit verdammt ist. Seine eigenmächtigen Ausflüge bringen ihn immer wieder in Gefahr, sind im Gegenzug dafür aber auch recht hilfreich.

Auch die Antagonisten der drei Freunde sind nicht einfach nur oberflächliche Bösewichter, nur um irgendeinen x-beliebigen Gegenpart zu schaffen. Soldat ist jemand, der eigentlich gar nicht böse sein will, sich jedoch dem Gruppenzwang seiner Klonkollegen unterwirft um nicht selbst getötet zu werden. Seherin ist von ihrem mentalen Kontakt zu „Mutter“ quasi besessen und möchte nur, dass sie und ihre Gruppe endlich den Ort der Ruhe finden und die Qualen ihrer Gefangenschaft hinter sich lassen können. Nur leider geht sie dabei über Leichen. Lediglich die beiden Umbaraner, Bluthunde die nur der Spur folgen um ihren Auftrag zu erfüllen, wirken etwas zu eindimensional. Obwohl diese Eindimensionalität vielleicht auch mit Zielstrebigkeit beschrieben werden kann und man in der Funktion als Killer seinen Auftrag oder die Motivation des Auftragsgebers einfach besser nicht hinterfragt. Auf jeden Fall prädestiniert ihre Fähigkeit, sie können die Macht in einem kleinen Raum quasi zum Erliegen bringen, sie zu ihrer Aufgabe gegen Jedis oder Sith zu kämpfen.

Das Finale auf der Orbitalstation wird sehr anschaulich beschrieben. Hier erwartet Jaden eine große Überraschung von der er jedoch selber gar nichts mitbekommt. Es liegt an seinem Schüler Marr „die Sache mit dem Iteranten-Klon“ zu regeln. Eine Regelung, die Marr dem Jedi-Ritter jedoch wohlweislich verschweigt. Für den ohnehin zu Grübeleien neigenden Jaden könnte das ein weiterer Punkt sein sich selbst in Frage zu stellen. Wie pflegt Marr immer zu sagen: „Leute sind keine Gleichungen.“ Bei Jaden könnte dieser Ausspruch zu einer echten Gewissenskrise führen.

Obwohl die Geschichte fast nahtlos dort beginnt wo der Vorgänger aufhörte, könnte gerade das erste Kapitel für leichte Verwirrung sorgen. Denn es beginnt eben unmittelbar nach dem Zeitpunkt, an dem Jadens Schüler Korr oben zitierte „Sache mit dem Iteranten-Klon“ geregelt hat und somit für die Verwirrung und den fehlenden Durchblick Jadens unmittelbar verantwortlich ist. Erst im zweiten Kapitel springt die Geschichte auf die Ereignisse von vor zwei Tagen vorher zurück und nähert sich dann linear dem ersten Kapitel wieder an, um dann vom 13. Kapitel aus den Gegenwartszeitpunkt (also das 1. Kapitel mit dem das Buch begann) zu erreichen. Klingt kompliziert, ist aber ganz simpel.

Fazit: Das vorliegende Buch ist ein wirklich klasse geschriebener Roman der das Star Wars Feeling sehr gut rüberbringt und mich als Leser zu begeistern weis. Das Duo Jaden Korr / Marr Idi-Shael verspricht durchaus noch ein paar gute Abenteuer liefern zu können und es wäre mit Sicherheit lesenswert den weiteren Weg von Meister und Schüler zu verfolgen. Dunkle Flut hat die Grundlage dazu gelegt.
 
 
 


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