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Michelle Paver

Gods and Warriors 1
Die Insel der Heiligen Toten

  • Autor:Michelle Paver
  • Titel: Die Insel der Heiligen Toten
  • Serie:Gods and Warriors 1
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Hardcover
  • Verlag:cbj
  • Datum:24 März 2014
  • Preis:16,99 EUR

 
»Die Insel der Heiligen Toten« (Gods and Warriors 1) von Michelle Paver


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(4)

 
 
Warum überfallen unheimliche aussehende Krähenkrieger zwei harmlose Kinder und versuchen, sie zu töten? Diese Frage stellt sich der junge Hylos auf seiner Flucht vor den erbarmungslosen Kriegern.

Was er zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen kann: Dem mächtigen Kriegsherrn Kratos wurde geweissagt, dass ein Fremdling für seinen Untergang verantwortlich sein wird. Der brutale und herrschsüchtige Fürst beginnt eine Jagd auf alle Fremdlinge und lässt sie erbarmungslos töten. Egal ob Männer, Frauen oder kleine Kindern, alles was seine Macht bedroht, wird vernichtet.

Hylas und Issi sind Fremdlinge. Das bedeutet, sie wurden im Wald aufgefunden, niemand weiß wo sie herkommen oder wer ihre Eltern sind. Es gibt Fremdlinge in fast jedem Dorf, überall im Land verteilt. Dorfbewohner kümmern sich um sie, die Findelkinder erledigen alle anfallenden Arbeiten ohne Lohn und Dank. Sie werden verachtet und leben am Rande der Gesellschaft. Hylas und Issi haben aber einander, mehr brauchen sie nicht. Sie führen ein Leben in Freiheit und hüten tagsüber, zusammen mit ihrem Hund Scram, die Ziegen.

Doch das einfache und ereignislose Leben ist vorbei. Hylas verliert bei der Flucht seine Schwester aus den Augen, im Dorf ist er nicht mehr willkommen, da er als Unglücksbringer gilt, der die Krähenkrieger auf sich aufmerksam gemacht und das Dorf somit in Gefahr gebracht hat.

Für Hylas beginnt nun ein anderes Leben. Er, der niemals mehr als einige tausend Schritt von seinem Dorf entfernt war, macht sich auf die Suche nach seiner Schwester. Sein Freund Telamon möchte ihm dabei helfen. Doch er ist der Sohn eines mächtigen Stammesfürsten und sein Vater verbietet ihm die Freundschaft zu einem armen, verwaisten Ziegenhirten. So kann Telamon Hylas zwar einige Tipps geben, ansonsten muss sich der Junge der Welt alleine stellen, immer verfolgt von den Krähenkriegern.

Als Hylas ein Boot stiehlt, um auf die andere Seite des Landes zu kommen, gerät er in einen Sturm, wird er abgetrieben und strandet auf einer fernen Insel. Beinahe wäre er ertrunken doch der Delphin Filos hilft dem Jungen, an Land zu gelangen und leistet ihm auch weiterhin Gesellschaft. Es entsteht ein starkes Band zwischen dem Meeresbewohner und Hylos und die beiden werden Freunde.

Auf der Insel begegnet Hylas dem Mädchen Pirra, das ebenfalls auf der Flucht ist. Sie, die zeitlebens abgeschirmt in einem Tempel gelebt hat soll nun einen fremden Fürsten heiraten. So tauscht sie ein Gefängnis gegen das andere aus, doch sie möchte die Welt sehen und erleben und sich nicht in eine Ehe pressen lassen. Hylos kann nicht verstehen, wie ein privilegierter Mensch, der allen Reichtum besitzt und nie hungern musste, unzufrieden mit seinem Leben sein kann. Zuerst begegnet er Pirra daher mit Misstrauen, doch bald verbünden sie sich, um der Insel zu entfliehen.
Alle Fäden laufen auf der Insel zusammen und bald wird offenbar, warum Hylas in die Ereignisse verstrickt wurde. Das Ende der Geschichte zeigt an, dass die Abenteuer von Hylas, Issi, Pirra, Telamon und Filos noch lange nicht zu Ende sind, sondern das das Abenteuer jetzt erst richtig beginnt.

Kommentar:
Es handelt sich um ein Jugendbuch, der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht, man liest das Buch sehr schnell durch. Die Perspektive wird öfters gewechselt. Zu Beginn werden die Ereignisse aus Sicht von Hylos geschildert, dann erleben wir aber auch, was Pirra oder Filos denken und was die Beweggründe für ihre Handlungen sind.

Die historische Umgebung gibt der Geschichte eine besondere Note. Sie ähnelt in gewisser Weise der Percy Jackson Reihe, besitzt aber weniger phantastische Elemente und Hylas ist auch kein Magier. Er ist ein Junge, der um das Überleben kämpft und treu zu seiner Schwester steht. Das harte Leben hat ihn geprägt, so dass er aus jeder Situation das Beste macht und jedes Hilfsmittel nutzt, dass ihm beim Überleben hilft. Der Kontrast zu Telamon oder Pirra könnte nicht größer sein. Trotzdem schaffen es die jungen Menschen, die Schranken ihrer Herkunft zu überwinden und gemeinsam zu überleben. Hylos ist der Überlebenskünstler, Pirra steuert ihr Wissen bei und beide zusammen bilden eine starke Einheit.

Eine weitere Hauptperson in dieser sehr schönen und gut erzählten Geschichte ist der Delphin Filos. Er rettet den Jungen und wird bald sein bester Freund. Sie verstehen sich intuitiv und als der Delphin seinen Schwarm verliert, kann Hylos ihm helfen, diesen zu suchen.

Das Buch ist sehr ansprechend gestaltet, im Inneren findet der Leser zwei Karten. Eine Karte zeigt das Griechenland der Bronzezeit, die andere Karte zeigt sehr detailliert die Insel des Meervolkes und der Göttin. Das blau des Covers erinnert eher an den Lebensraum von Filos, doch zieren Krähen das Bild. Etwas unverständlich, nichtsdestotrotz verlockt es zukünftige Leser zum zugreifen.

Fazit:
Die Verknüpfung von Geschichte, Abenteuer und Fantasy ist der Autorin sehr gut gelungen. Sie hat ein spannendes Buch geschrieben, dass sicher viele Kinder zum lesen animieren wird.
 
 
 


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