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Kelly McCullough

Aral 1
Die zerborstene Klinge

  • Autor:Kelly McCullough
  • Titel: Die zerborstene Klinge
  • Serie:Aral 1
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Bastei Lübbe (Bastei Verlag)
  • Datum:17 Mai 2013
  • Preis:8,99 EUR

 
»Die zerborstene Klinge« (Aral 1) von Kelly McCullough


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(5)

 
 
Die Klingen von Namara gibt es nicht mehr. Die Göttin wurde vernichtet, ihre Statue liegt begraben auf dem Grund des Sees, ihre Tempel wurden zerstört und die Namen der ermordeten Klingen in eine Stele gebrannt, als Zeichen des Sieges des Himmelskaisers über die Göttin. Auf die letzten überlebenden Kämpfer für Gerechtigkeit wurde ein Kopfgeld ausgesetzt, sie vegetieren im Verborgenen vor sich hin und müssen jeden Tag Verrat oder Entdeckung fürchten.

Aral Königsmörder ist einer der letzten Klingen, die noch im Geheimen im Königreich Tien leben. Er, der einstmals von der Göttin geliebt wurde, ist tief gesunken. Aus ihm ist ein Säufer geworden, der sich als Löhner verdingt. Denn auch im Suff ist er noch besser für geheime Aufträge geeignet als jeder andere Mann in der Stadt. Er hat im Tempel der Göttin eine jahrelange Ausbildung genossen, die ihn zu einem fähigen Kämpfer und Dieb macht.

Eines Tages betritt Maylien die Lieblingskneipe von Aral. Sie ist auf der Suche nach einem Löhner, der für sie einen Brief übermitteln soll. Der Auftrag ist nicht leicht, da der Empfänger des Briefes sich im Haus der Marchons befindet, Erzfeinde der Klingen. Doch der Auftrag ist eine Finte der jungen Frau. Sie fordert den müden Kämpfer heraus und appelliert an seinen guten Ruf, seine Ehre und sein Gewissen. Es ist ein Weckruf an Aral, sich auf seine Talente und Fähigkeiten zu besinnen und weiter für die Gerechtigkeit einzustehen, wie es die Göttin einst verlangt hat.

Die Klingen wurden geächtet, verfolgt und verraten, der einstige Ruhm ist verblasst, nur der Name seiner Tat ist geblieben: Königsmörder. Maylien bittet ihn nun, erneut in das politische Geschehen des Landes einzugreifen, um ihr zu ihrem rechtmäßigen Titel und Platz am Thron zu verhelfen.

Maylien konfrontiert Aral mit einer anderen überlebenden Klinge. Devlin, seinem Freund aus Kindertagen, der bisher als tot galt und dessen Name ebenfalls auf der Stele eingebrannt ist. Entsetzt muss Aral feststellen, dass Devlin die Seiten gewechselt hat und nun im Namen des Himmelskaiser eine Mörderarmee gründet. Er möchte Aral auf seine Seite ziehen und stellt ihn vor die Wahl: Mitmachen oder getötet werden. Aber Aral hat weder Lust auf das Eine, noch auf das Andere. Er stellt sich auf die Seite Mayliens und erinnert sich an seine Aufgabe: Im Namen der Göttin für Gerechtigkeit sorgen.

Kommentar:
Wie der Titel schon sagt, ist Aral eine zerbrochene Klinge, ein fast gebrochener Mann. Er hat alles verloren, was sein Leben ausgemacht hat. Alles, bis auf Triss, seinen Schattengefährten, der ihn vor dem endgültigen Abgleiten in die Gosse bewahrt. Würde Aral sich aufgeben und sterben würde auch der Schattendrachen sterben und Aral möchte dessen Treue nicht mit dem Tod belohnen. Und obwohl Aral ein ausgebildeter Assassine ist und die Kunst des Tötens als einer der Besten beherrscht, verdingt er sich nicht als Auftragsmörder. Er ist den Lehren der Göttin immer noch treu ergeben und tötet nur im Auftrag der Gerechtigkeit und nicht für Geld. Er verfügt trotz allem noch über Moral und Ehre und einem festen Glauben. Das ist bei dem Leben, das er nun führt, nicht leicht. Inmitten eines Sumpfs aus Verbrechen und Korruption seine Integrität zu bewahren und an seinen Grundsätzen fest zu halten zeugt von innerer Stärke, auch wenn es äußerlich den Anschein hat, als hätte Aral resigniert. Seine Sauferei führt zu täglichen Auseinandersetzungen mit seinem Schatten Triss, dem kleinen Drachen. Diese Schattengeschöpfe wirken Magie und sind ihren menschlichen Partnern ein Leben lang verbunden und treu ergeben. Es schmerzt Triss, mit ansehen zu müssen, wie sein Partner sich zu Grunde richtet.

Der abgehalfterte Held, der alles verloren hat aber immer noch an Ehre und Treue glaubt und sich einem ulltimativen Kampf stellt, ist eine feste Figur in der Fantasy. Aral ist dabei eine der besonders gut ausgearbeiteten Kämpfer, glaubhaft, nicht zu übertrieben und sehr integer. Die Beziehung zwischen Schattenwesen und Mensch ist hier eine Art Symbiose, eine Trennung führt zum Tod. Jeder ist auf den anderen angewiesen und jeder der Beiden verfügt über Fähigkeiten, die den anderen im Kampf unterstützen. Hier ist der Autorin eine wirklich beeindruckende Kombination zweier Wesen gelungen, die durchaus glaubhaft wirkt.

Das Glossar am Ende des Buches ist gut ausgearbeitet und geht sehr auf die Details des Landes Tien ein. Sprache, Währung, Zahlen. Leider fehlt eine Karte des Landes, da aber die Geschichte hauptsächlich in Tien spielt, stört es den Leser nicht weiter. Das Cover hebt sich leider nicht von der Masse ab. In Kapuzenmäntel verhüllte Gestalten sind Momentan wohl der letzte Schrei in der Fantasy, zum Glück besticht dieses Buch durch den hervoragenden Inhalt und nicht durch gutes Aussehen.

Fazit:
Ein neuer Kämpfer für Gerechtigkeit, von dem wir hoffentlich bald noch mehr lesen dürfen.
 


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