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Kelly McCullough

Aral 2
Die Klinge von Namara

  • Autor:Kelly McCullough
  • Titel: Die Klinge von Namara
  • Serie:Aral 2
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
  • Datum:20 Dezember 2013
  • Preis:8,99 EUR

 
»Die Klinge von Namara« (Aral 2) von Kelly McCullough


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(5)

 
 
Aral Königsmörder lebt immer noch im Verborgenen und unerkannt in Tien. Einst eine Klinge der Göttin Namara, verdingt er sich nun als Schattenlöhner. Eine Klinge der Namara ist die lebendige Hand der Gerechtigkeit und auch wenn der Tempel zerstört und die Göttin vernichtet ist, lebt Aral weiter nach dem alten Kodex seiner Göttin und hilft denjenigen, deren Angelegenheit gerecht ist.

Doch wie soll man als Mensch erkennen, was der Gerechtigkeit dient? Aral ahnt immer mehr, dass es neben schwarz und weiß auch viele Grauschattierungen gibt.
Eines Tages sitzt Aral Königsmörder im Greifen, seiner Lieblingskneipe, die seit sechs Jahren auch sein Zuhause ist und er möchte nichts anderes, als in einer dunklen Ecke sein Bier trinken. Da betreten zwei Frauen den Raum. Die eine groß und kräftig, die andere klein und zierlich, so dass Aral in ihnen sofort Leibwächterin und Kundin vermutet.

Die Frauen erwecken die Aufmerksamkeit von Triss. Triss ist ein Elementarwesen, ein Finsterling, der Aral zu seinen Partner erwählt hat. Beide sind bis zum Tod miteinander verbunden, der Tod des einen ist gleichzeitig der Tod des anderen. Der kleine Schattendrache insistiert so lange, bis der Schattenlöhner seine ganze Aufmerksamkeit auf die seltsamen und sehr unterschiedlichen Frauen richtet. Er hätte das auch so getan, denn Frauen in einer Spelunke wie dem Greifen sind ein seltener Anblick und fordern Ärger förmlich heraus.

Den Frauen auf dem Fuße folgt die Königsgarde, Aral greift in den sich entwickelnden Kampf ein und hilft den Frauen zur Flucht. Er führt sie in eines seiner Geheimverstecke in der Stadt und hat sich durch sein Eingreifen unwissentlich in einen Kampf verstrickt, bei dem es um mehr geht, als er ahnt. Eigentlich möchte er sich von den Frauen absetzen aber wieder ist es Triss, der insistiert. Da sein Schattenfreund sich nie groß für die Belange der Menschen interessiert, ist Aral neugierig, was den kleinen Drachen an den Frauen interessiert.

Doch eigentlich sind es keine Frauen. Bei dem Wesen handelt es sich um eine Dyade. Eine Trinität, die aus drei eigenständigen Persönlichkeiten besteht. Hera und Stal sind ihre menschliche Form, die selbstständig agieren können. Durch sie spricht die Fusion Namens HaS, was Herz aus Stahl bedeutet. Sie ist es, die die eigentlichen Entscheidungen trifft und eine Allianz mit Aral eingeht. Der Dyade wurde ein kostbares Artefakt gestohlen, dessen Verlust zu einem Krieg führen könnte. Aral soll den Frauen helfen, das Kleinod zu finden. Sie haben die Spur der Diebin bis nach Tien verfolgt, können sie in der Stadt aber nicht ausfindig machen. Sie hoffen, dass Aral, der hier jeden Stein kennt und viele Kontakte zur Unterwelt hat, größere Chancen hat, die Diebin zu finden.

Nur zögerlich nimmt Aral den Auftrag an und begibt sich damit in große Gefahr. Nicht nur Dyaden, die er bisher nur aus Legenden kannte, tauchen in Tien auf. Auch die legendären Durkoth greifen in die Angelegenheit ein. Durkoth sind steinerne Wesen, die sich Stein und Erde untertan machen können. Sie können mit dem Stein verschmelzen und somit durch Wände und durch Böden gehen. Sehr unangenehm für Aral, wenn sich die Erde plötzlich vor ihm öffnet und er im Boden versinkt oder der Durkoth ihn kurzerhand durch Wände zieht. Aber sehr nützlich, um sich vor der Königsgarde zu verstecken, die ihnen immer auf den Fersen ist.

Kommentar:

Kelly McCullough setzt hier die Geschichte der Klinge von Namara nahtlos fort. Wir erleben, wie der Schattenlöhner langsam aber sicher aus seiner tiefen Verzweiflung auftaucht und wieder Anteil am Leben und seiner Umgebung nimmt. Natürlich mit Unterstützung seines Wegbegleiters Triss, die mahnende Stimme und das lebendige Gewissen Arals. Der kleine Schattendrachen ist es, der Aral vom trinken abhält und seine Aufmerksamkeit auf die Dyade lenkt. Triss Instinkte sagen ihm sofort, dass an den Frauen mehr ist als es scheint. Und die zierliche, freche Hera gewinnt bald auch das Herz des Söldners, erinnert sie ihn doch stark an seine alte Liebe. Stal, der robuste und forsche Teil der Dyde braucht etwas länger, um Vertrauen zu Aral zu fassen, steht im Kampf aber fest an seiner Seite. Zu Beginn meint der Leser, das HaS alle wichtigen Entscheidungen trifft. Sie spricht durch die Münder der zwei Frauen, unterdrückt diese manchmal, doch die freche Hera weis ihren Kopf durchaus durchzusetzen.

Band zwei steht dem ersten Band um nichts nach. Im Gegenteil, durch die interessanten neuen Wesen und Figuren erfährt man etwas mehr über die Welt des Königsmörders. Und dem Leser gefällt es, wie Aral sich langsam wieder der Welt öffnet und die Zukunft ohne den Tempel akzeptieren lernt.
Das Cover ist meines Erachtens etwas zu theatralisch gestaltet und vermittel einen falschen Eindruck, passt aber zu dem Cover des ersten Bandes. Es ist schön, wenn die Ausgaben von einem Verlag im gleichen Stil gehalten werden, so ist der Wiedererkennungsfaktor sehr hoch

Fazit:
Ein rundherum gelungener zweiter Band , der alles hält was Band eins schon versprochen hat. Eine Bereicherung der High Fantasy
 
 
 


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