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Katie Kacvinsky

Die Rebellion der Maddie Freeman

  • Autor:Katie Kacvinsky
  • Titel: Die Rebellion der Maddie Freeman
  • Serie:
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Bastei Lübbe (Baumhaus Taschenbuch)
  • Datum:01 Dezember 2012
  • Preis:8,99 EUR

 
»Die Rebellion der Maddie Freeman« von Katie Kacvinsky


Besprochen von:
 
Lanara
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Die 17jährige Maddie lebt in einer völlig verkabelten Welt. Schulunterricht gibt es nur noch in digitaler Form, Social Network-Seiten ersetzen das richtige Leben, ohne Computer, Handy und Elektronik funktioniert nichts mehr. Denkt sie. Vor kurzem hat sie in einem Schul-Chat Justin kennen gelernt, der sie überredet, mit ihm zu einer Lerngruppe zu kommen. In echt, nicht über den Computer. Mit anderen Menschen zusammen zu sein, ist für Maddie etwas völlig neues. Durch Justin wird ihr eine völlig neue Welt eröffnet: Gespräche, Konzertbesuche, Treffen in Cafes – und das alles mit richtigen Menschen. Nach und nach findet Maddie heraus, dass Justin und seine Freunde einer Widerstandsbewegung angehören, die gegen die Digitalisierung der Welt und gegen die Digital Schools vorgeht. Und das bringt Maddie in eine Zwickmühle: Ihr Vater ist der Erfinder der Digital School und ein berühmter Mann. Kann sie weiterhin mit Justin befreundet sein oder verrät sie damit ihren Vater und ihre Familie?

Im Buch befinden wir uns im Jahr 2060. Nach den zunehmenden Amokläufen in Schulen, Drogenmissbrauch und Gewalt wurden die sogenannten Digital Schools entwickelt. Schüler bleiben zu Hause in Sicherheit und können doch lernen und eine gute Schulbildung erhalten. Auch das Arbeitsleben spielt sich hauptsächlich von zu Hause aus ab. Öffentliche Verkehrsmittel können per Scan eines Fingerabdrucks bezahlt und genutzt werden. Freunde treffen, Sport, Kino und und und wird alles nur noch per Computer erlebt, ein wirklich soziales Miteinander gibt es nicht mehr. Eine ziemlich erschreckende Vision, da wir jetzt schon auf einem guten Weg genau dahin sind. Soziale Netzwerke werden immer wichtiger. Die Idee der Digital Schools klingt auf den ersten Blick gut, auch die Idee dahinter: Jeder Mensch sollte eine kostenfreie und breit gefächerte Schulbildung erhalten können. Doch im Buch ist genau diese gute Idee leider ziemlich aus dem Ruder gelaufen und hat sich zu einer totalen Überwachung entwickelt.

Katie Kacvinsky hält mit ihrem Buch den Menschen einen Spiegel vor: Warum sollte man das Haus verlassen, um Freunde zu treffen, wenn man auch mit ihnen chatten kann? Warum sollte man mit jemandem reden, wenn man genauso gut eine SMS schicken kann? Durch Onlineprofile kann man sich selbst im besten Licht darstellen und muss Fehler nicht unbedingt zugeben. Es war interessant zu lesen, wie Maddie aus ihrer digitalisierten Welt in die richtige Welt geführt wird. Ein Lagerfeuer kannte sie bisher nur aus den Nachrichten, selber kochen musste sie nie, konnte man auf Knopfdruck doch schon fertige Mahlzeiten bestellen. Als sie

Was mich massiv gestört hat, war die alles überdeckende Schwärmerei. Maddie verliebt sich in Justin, der ihrer Meinung nach einfach perfekt ist. Zumindest was das Aussehen angeht. Ständig ist sie verwirrt, nervös und aufgeregt, wenn sie in seiner Nähe ist. Auch als sie es dann geschafft hat, seinen Panzer zu durchdringen, wird weiter geschwärmt. Gut, das Buch hat Leser ab 14 Jahre als Zielgruppe und da gehört erste Liebe und Gefühlschaos wohl dazu, aber mir persönlich war es zu viel. Auch Justins Selbstlosigkeit in seiner Rolle als „Anführer“ der Widerstandsgruppe war ein bisschen zu übertrieben: Er stellt die Bewegung über alles, über Familie, Freunde, sein eigenes Leben und auch über die Liebe.

Bis auf dieses Manko hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Es regt zum Nachdenken an, aber ohne zu Moralisieren. Im Februar diesen Jahres erscheint die Fortsetzung: Maddie – Der Widerstand geht weiter. Ich bin gespannt, wie die Geschichte um Maddie und Justin weiter geht, ob sie sich wieder sehen und ob Maddie sich mit ihrem Vater aussöhnt.

Ein Ausspruch hat mir übrigens besonders gut gefallen: "Das Leben ist zu kurz, um vielleicht zu sagen" - er hat was Wahres!
 
 
 


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