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John L. Campbell

Omega Days - Die letzten Tage

  • Autor:John L. Campbell
  • Titel: Omega Days - Die letzten Tage
  • Serie:
  • Genre:Horror
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:14 Dezember 2015
  • Preis:9,99 EUR

 
»Omega Days - Die letzten Tage« von John L. Campbell


Besprochen von:
 
Korlat
Deine Wertung:
(4)

 
 
Zwei Viren lassen binnen weniger Tage die Zivilisation in den Vereinigten Staaten zusammenbrechen. Ein Virus tötet die Menschen und, durch den Tod des Wirtes ausgelöst, lässt das zweite Virus die Toten als Ghule wieder auferstehen. Die lebenden Toten greifen alle an, die noch leben, sind dabei schnell und brutal. Innerhalb weniger Stunden bricht die Verwaltung und die Infrastruktur zusammen. Polizisten und Militärs verwandeln sich wie alle anderen Menschen ebenfalls in Ghule und machen Jagd auf die „Normalen“. Brände brechen aus, die niemand bekämpft. Klinikpersonal, das helfen will, endet ebenfalls als Zombies. Schnell bricht die zivile Gesellschaft zusammen und jeder, der noch nicht gebissen wurde, ist auf sich selbst gestellt.

Der Autor zeigt uns in diesem ersten Band der Serie eine Reihe von Menschen, die versuchen zu überleben und es auch irgendwie schaffen.
Pater Xavier, ein schwarzer Priester an einer Kirche in einem Elendsviertel in San Francisco.
Angie West, Darstellerin in einer Reality-Show. Sie stammt aus einer Familie von Waffensachverständigen und ist zu einem Dreh unterwegs, als alles anfängt. Sie macht sich auf den Weg zur Familienranch, die für alle denkbaren Notfälle gerüstet ist. Sie hofft, dass ihr Mann und ihre Tochter es auch auf die Ranch schaffen werden.
Evan, ein Schriftsteller, der auf seiner Harley zunächst allein flieht, bis er andere Überlebende, Calvin und seine Hippiekommune, findet.
Skye, eine Studentin, deren Mutter in den ersten Minuten der Seuche verwandelt wird. Skye wird von einigen Soldaten gerettet, die bald auch den Ghulen zum Opfer fallen.
Dunleavy, der religiöse Führer einer großen Gemeinde devoter Gefolgsleute, der mit einigen seiner Leute plötzlich auf einem Flugplatz festhängt. Er glaubt, dass Gott ihn auserwählt hat, die Menschen aus dem Chaos zu führen. Er ist auch der erste, der Menschenfleisch isst.
TC und Carney, zwei schwer kriminelle Häftlinge, denen im ausgebrochenen Chaos die Flucht gelingt.
Vladimir Yurish ist beim Ausbruch der Seuche zum Pilotentraining in den Vereinigten Staaten und muss bleiben.

Am Ende des Buches kommen einige dieser Überlebenden zusammen und bewegen sich auf ein Ziel zu in der Hoffnung, dort Hilfe zu finden.

Kommentar

Das Buch nimmt sich, trotz des schnellen Eintritts der Katastrophe selbst, viel Zeit, um den Leser mit den handelnden Figuren und der Situation bekannt zu machen. Fast 200 Seiten benötigt der Autor, um die meisten seiner Protagonisten erst einmal einzuführen. Er schildert uns viele sehr unterschiedliche Personen mit ihren Hintergründen, bemüht sich um die realistische Entwicklung ihrer Persönlichkeiten in den ersten Tagen der Katastrophe. Dieser Teil des Buches ist, obzwar ein wenig zu lang, dem Autor gut gelungen.

Wir erfahren nicht, wie weit die tödliche Seuche sich verbreitet hat. Man kann vermuten, dass die ganze Welt betroffen ist, der Autor konzentriert sich aber auf dem Westen der USA. Auch ist noch keine Lösung der Geschichte in Sicht. In vielen anderen der gängigen Endzeit-Zombieromanen finden sich Wissenschaftler, die fieberhaft an der Herstellung von Gegenmitteln arbeiten. Dies ist hier nicht der Fall. Diejenigen, die bisher überlebt haben, sind ständig in Bewegung. Sie haben keine Zeit, um Luft zu holen und nachzudenken. Niemand weiß bisher, ob die Ghule einfach nur immer mehr werden oder nicht auch irgendwann endgültig sterben – abgesehen von dem Kopfschuss, der offenbar das einzige Mittel ist, sie abzuwehren. In kurzen Kapiteln wird uns dies aus Sicht der wechselnden Beteiligten gezeigt. Hier hat mir ein kleiner Blick darauf gefehlt, wie es mit den Horden von Untoten weitergehen wird, ob es wirklich kein Mittel gibt, sie zu stoppen. Bisher scheint es keine Hoffnung zu geben.

Schon jetzt ist abzusehen, dass nicht alle Figuren, die der Autor eingeführt hat, gut zusammenarbeiten werden. Weitere Opfer sind wahrscheinlich, nun unter den Überlebenden selbst. Der zweite Band wird uns sicher einiges davon zeigen.

Fazit

Dieser erste Band der Serie bietet gute Unterhaltung, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Er ist flüssig und gut geschrieben. Stellenweise ist die Geschichte etwas länglich, aber das kann man verschmerzen, denn das anziehende Tempo am Schluss verspricht Spannung für den nächsten Band.
 
 
 


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