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Anton Serkalow

Anton Serkalows Nighthunter 1
Die Nacht der Ghule

  • Autor:Anton Serkalow
  • Titel: Die Nacht der Ghule
  • Serie:Anton Serkalows Nighthunter 1
  • Genre:Horror
  • Einband:Ebook
  • Verlag:
  • Datum:25 April 2019
  • Preis: EUR

 
»Die Nacht der Ghule« (Anton Serkalows Nighthunter 1) von Anton Serkalow


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(4)

 
 
Die Nacht zieht auf.

Ein Zug rast durch die Prärie.


Das Rütteln ist einschläfernd für die Reisenden und auch die Bewacher dösen. Bis plötzlich - wie aus dem Nichts - ein Überfall geschieht! Doch nicht die Banditen stürmen den Zug, sondern etwas weitaus schlimmeres. Und doch ist es das kleinere Übel, im Gegensatz zu der Gefahr, die der Zug bereits mit sich führt...

Das Cover zeigt den adligen Nachtjäger und Vampir Louis Royaume mit seinen über Kreuz gehaltenen Revolvern. Flankiert wird er nicht nur von der Nacht, sondern auch von Krähen, die Berge von Totenköpfen umkreisen. Unter ihm ein Zug und ein Ghule, der mit gefletschten Zähnen den Betrachter in seinen mörderischen Bann zu ziehen versucht. Ich muss gestehen, dass es dieses Coverbild war, das mich magisch zu dem Buch greifen ließ, da es mich mit seiner Grausamkeit und dem Versprechen auf Tod anzog.

Mit nur wenigen Worten gelang es Anton Serkalow mich in den Wilden Westen zu entführen. Er ließ die nächtliche Prärie gekonnt vor meinem inneren Auge entstehen, so dass ich mich ohne Probleme dorthin versetzen konnte. Fast spürte ich die nächtliche Kälte in meine Glieder fahren, schmeckte den Staub auf der Zunge und roch ungewaschene Banditenkörper. Testosteron liegt in der Luft, denn die McKenzie-Bande macht sich bereit, einen Zug zu überfallen. Doch gerade als die Bande starten will, tauchen ein Indianer auf seinem Mustang und einem Karren mit einem Sarg auf. Was der Sarg beinhaltet, erfahren die McKanzies früh genug, den Vampir und Nachtjäger Louis Royaume. Oder anders ausgedrück: Den Tod.
Dem Autor gelang es, jedes gängig Klischee des Wilden Westens zu bedienen und dabei Gestalten aus dem Horror-Genre mit einfließen zu lassen. Wer jetzt denkt, dass die Mischung merkwürdig ist, der irrt! Alles passt stimmig zusammen, jedes Rädchen greift ins nächste und die düsteren und unheimlichen Seiten werden verstärkt und hervorgehoben. Ein absoluter Lesegenuss! Wer mal was anderes sucht und vor dem ganzen Einheitsbrei flüchten will, ist hier bestens aufgehoben! Denn wo trifft schon mal eine marodierende Bande, ein Pinkerton Agent, ein Zug, fehlgeleitete Ordensbrüder, Gestaltwandler, Vampire und Ghule aufeinander?
Der Spannungsbogen kennt meist nur eine Richtung: Nach oben! Mit Witz, Charme, aber auch blutigem Horror gelang es Serkalow, mich in seine Serie zu ziehen und der Handlung atemlos zu folgen.

Anfangs fand ich den Gedanken, dass sich ein adliger Vampir mit einem indianischen Gestaltwandler zusammen tut eher merkwürdig, aber für beide Seiten hätte ich mir keine besseren Kombinationen vorstellen können! Beide haben im wahrsten Sinne des Wortes Biss. Die Dialoge sind eigenwillig und man merkt, dass sich die beiden lange kennen, fast wie ein altes Ehepaar; mit Ironie und Witz zu verstehen, auch wenn es mal bösartig rüber kommt. Wolf und Vampir kennen die Bedürfnisse des anderen, ihre Vorlieben und auch ihre Nöte. Und das hat nicht unbedingt mit dem mentalen Band zu tun, dass beide verbindet und es ihnen ermöglicht, durch die Augen des jeweils anderen zu sehen.

Mein Fazit

Wilde Spannung, blutiges Gemetzel und interessante Protagonisten! Lesenswert!
 
 
 


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