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Ales Pickar

In den Spiegeln 1
Das Haus der Kraniche

  • Autor:Ales Pickar
  • Titel: Das Haus der Kraniche
  • Serie:In den Spiegeln 1
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Ebook
  • Verlag:Anna macht Urlaub
  • Datum:05 Juni 2013
  • Preis: EUR

 
»Das Haus der Kraniche« (In den Spiegeln 1) von Ales Pickar


Besprochen von:
 
minkey
Deine Wertung:
(5)

 
 
In den Spiegeln ist eine Serie von Ales Pickar, deren ersten 3 Bände im Vedra-Verlag gebündelt als ein Taschenbuch erschienen ist und 2011 für den DPP als bestes deutschsprachiges Debüt nominiert wurde. Der Autor selbst veröffentlicht die ersten 3 Bände gratis als Ebook. Diese Rezension bezieht sich auf die bisher erschienen 5 Bände dieser ungewöhnlichen Reihe, die auf 8 Bände angelegt ist und 2015 vollendet werden soll.

Autoren werden ungern in Schubladen geschoben, für Rezensenten und ihre Leser hingegen ermöglichen diese eine erste schnelle Einschätzung. Bei ‘In den Spiegeln’ fehlt mir tatsächlich die Schublade, zu ungewöhnlich ist die Kombination aus Thematik, stilistischer Ausarbeitung und auch der Entwicklung im Laufe der Reihe, die nicht zuletzt die sich ändernden Ziele des Autors auch bzgl. der Ausrichtung auf ein Zielpublikum zu spiegeln scheint.

‘In den Spiegeln’ enthält sowohl Fantasy, als auch Science-Fiction-Elemente. Es verfolgt zum Teil einen eher literarischen Stil, wie man ihn in einem 'Feuilleton'-Buch erwarten würde (z.B. jeweils etwa die erste Hälfte der ersten beiden Bände), um dann aus dem Stand auf das Tempo rasanter Spannungsliteratur zu beschleunigen (z.B. jeweils die zweite Hälfte der ersten beiden Bände). Dabei verquickt Ales Pickar persönliche Sichtweisen mit den 'ganz großen' Fragen, in einer Geschichte, die klein beginnend immer epischere Ausmaße annimmt, um in einem weltumspannenden Strudel aus Drogen, Religion und Sex zu gelangen.

Zum Inhalt:
etwas zu schreiben, ist schwierig, ohne zu viel zu verraten.
Band 1 beginnt mit Jan-Marek Kámen, der bekifft in einer abgeranzten Wohnung zusammen mit seiner Comicsammlung lebt und seinen neuen Kumpel Manzio kennenlernt. Beide verbindet neben Drogen eine zynische Sicht auf die Welt. Als sie den abgründigen Machenschaften eines Hausmeisters auf den Grund gehen, gerät Jan-Marek zwischen die Fronten eines Kampfes, mit dem er viel mehr zu tun hat, als es im ersten Augenblick den Anschein hat.

Zum Stil
Die Reihe ist in der Ich-Perspektive geschrieben, in einem für Spannungsliteratur ungewöhnlich melodischen, düster-melancholischen Stil, der angenehm zu lesen ist. Dabei scheint Pickar einiges an Inspiration aus Pop-Art und Literatur zu ziehen, was sich in diversen Reminiszenzen und Zitaten wiederfindet.

Fazit
‘In den Spiegeln’ erzählt auf intelligente Art eine Geschichte, wie sie vermutlich Pickar gerne selber lesen würde: Subversiv, spannend, literarisch. Sowohl der Ich-Erzähler Jan-Marek, als auch die Handlung an sich, bezieht dabei Stellung zu großen und kleinen Fragen unserer Welt, an der der Leser seine eigene Sichtweise messen kann. Durch den Anspruch des Autors an sich selbst, liest sich die Reihe auf den ersten etwa 50 Seiten tendenziell langatmig. Wer den Stil mag und sich in einem düster-melancholischen, subversiven Mix aus Fantasy, Science-Fiction, Verschwörungstheorie, Pop-Art, Action und philosophischen Betrachtungen weitab vom Mainstream wiederfinden kann, sollte sich von dem Anfang nicht beirren lassen und unbedingt weiterlesen! Auch wenn die Reihe noch nicht vollendet ist, die jetzigen 5 Bände sind für sich genommen bereits sehr lesenswert und ein Antesten der Reihe kostet für EReader-Besitzer gerade mal gar nichts, da die ersten 3 Bände gratis sind.