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2015-12-08

»Verfallen 1: Astoria« - Band ASP trifft auf Texte des Bestseller-Autors Kay Meyer

Wenn sich griffige Rockmusik der Kultband ASP mit den Geschichten des Fantasy-Erfolgsautors Kay Meyer zu einem neuen Ganzen vermischt, ist uns das einen genaueren Blick wert. Denn so viel ist sicher - mit der schmucken Doppel-CD haben wir etwas gefunden, das sowohl die Herzen der Musik- als auch der Fantasyfans gleichermaßen ein paar rockige Takte schneller schlagen lässt.

Die Eindrücke


Eine Entscheidung – was wird er tun? Bleibt er in Berlin, in der Stadt, in der er sich selbst verlor? Oder verlässt er den Ort und wagt woanders einen Neuanfang? Leipzig soll es sein … Voller Hoffnung, optimistisch und mit neuem Namen - Paul - macht er sich auf den Weg. Vielleicht wird hier alles besser, vielleicht findet er die grosse Liebe. Das erste, was er in der neuen Stadt erblickt, ist ein majestätisches Gebäude, dass ihn in seinen Bann zieht: Astoria. Er muss es betreten, muss dort bleiben, will dort verweilen – und hat Glück, man stellt ihn ein, als Hausmeister. Nun hat Pauls Leben einen Sinn. Tagsüber verrichtet er seine Arbeit, des Nachts streift er durch das Hotel, macht es zu seiner Heimat. Aber wer ist die geheimnisvolle schöne Fremde, die er immer wieder trifft? Astoria … ihr verfällt er mehr und mehr, erfüllt Wünsche und Begehren, dringt immer tiefer in ihr Innerstes vor. Astorias Forderungen werden immer gefährlicher. Wieder gelangt er an einen Kreuzweg, will den letzten und grausamsten Wunsch nicht erfüllen. Er kämpft gegen sie – oder es? – an, aber zerbricht unter dem Druck. Loreley soll das neueste Souvenir sein, aber wird Paul sie opfern?

Zum ersten Mal schreibe ich eine Musik-Rezension, doch diese fällt mir leicht. Denn zum Glück macht Herr Spreng nicht nur Lieder, sondern erzählt Geschichten. Mit Verfallen: Astoria haben ASP erneut eine Geschichte erzählt, die vor meinem inneren Auge wie ein Film ablief. Mit stimmig dazu passender Musik, von dem bekannten Gothic-Rock über Tango und an Chansons erinnernde Stücke, spiegeln ASP Pauls Seelenleben. So erscheint, bei Machs gut, Berlin ein wenig melancholisch, Ich nenne mich Paul klingt erste Hoffnung durch. Bei Baukörper spürt man die Anziehungskraft von Astoria zum ersten Mal, wogegen Astoria verfallen aufzeigt, wohin Pauls Weg gehen könnte.

Obwohl mir das komplette Album von Anfang bis Ende gefällt, geht mir Alles, nur das nicht am meisten unter die Haut. Herrn Sprengs Stimme ist hier am eindringlichsten, durch Gesang und Text kann man Pauls Zerrissenheit fühlen: Für Astoria tut er alles, geht bis an seine Grenzen – doch irgendwann kann er nicht mehr, kämpft gegen sie an und verliert.

Zu Astoria verfallen gibt es noch einen wunderbar gestalteten Videoclip, der Paul und Astoria auferstehen lässt. Über vier Minuten lang ist man sowohl von den Bildern als auch der Musik gefesselt. Mit Dro(eh)nen aus dem rostigen Kellerherzen gibt es inzwischen eine ebenfalls fesselnde Fortsetzung, welche die düstere Atmosphäre einfängt und den Zuschauern in über sechs Minuten das Gruseln lehrt. Ob weitere Clips folgen? Ich hoffe es …

Die Bonus-CD


Ich gebe zu, diese habe ich nur einmal gehört, im Gegensatz zu „Astoria“. Kay Meyer liest aus seiner Arkadien-Reihe und auch aus dem Buch „Die Alchimistin“. Beide Reihen habe ich bisher nicht gelesen, doch die ausgewählten Stellen machten mich neugierig. Kay Meyer wirkt hier sehr sympathisch und ich kann mir gut vorstellen, dass es toll wäre, seine Geschichten in Form eines Hörbuchs, gelesen von ihm selbst, anzuhören. Die Songs auf der CD sind ebenfalls sehr passend. So wurde beispielsweise „Die Löcher in der Menge“ aufgrund einer Textpassage aus Arkadien geschrieben.

Das Fleisch der Vielen von Kay Meyer


Jana und Tim wollten eigentlich nur aus den Tumulten einer aus dem Ruder gelaufenen Demo verschwinden, als sie vor einer Horde Nazis fliehen mussten. Zum Glück war die Tür des eigentlich verschlossenen, halb verfallenen Hotel Astoria aus irgendeinem Grund geöffnet und sie hatten ein perfektes Versteck. Doch dann waren sie im Inneren eingesperrt, im Dunkeln, umgeben von Schatten, die lebendig zu sein schienen. Schnell kann Jana ihren Sinnen nicht mehr trauen, das Hotel zieht sie immer tiefer in seine Mauern und Tim verändert sich. Eine Stimme in ihren Gedanken wispert von einem Kollektiv – ein Kollektiv, das hungert und Jana kommt ihm gerade recht …

Von Anfang an hat mich die düstere Stimmung dieser Kurzgeschichte gefangen genommen. In dem alten, verfallenen Gemäuer leben die Geister der Vergangenheit und diese freuen sich über jedes neue Opfer, welches sich in ihrer Mitte verliert. Man spürt das Grauen, so atmosphärisch hat Kay Meyer die Szenerie beschrieben. Viel zu schnell war die Geschichte zu Ende … gerne hätte ich weiter gelesen.

Fazit:


Wie ich es auch schon von anderen Werken ASPs kenne, ist das Gesamtpaket wieder einmal überragend: Tolle Musik, tolles Artwork bestehend aus den Texten zu den Songs und Bildern, die das Astoria auferstehen lassen. Abgerundet wird das Ganze dann noch durch die Kurzgeschichte und die Lesungen. Je öfter ich Astoria höre, desto mehr bedauere ich es, die Tour dazu nicht miterlebt zu haben. Dafür ist der Konzertbesuch für die Fortsetzung fest eingeplant! Verfallen ist anders als andere Alben und dennoch ganz ASP.

In diesem Sinne … Fortsetzung folgt!


 
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A.G.

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