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Allison King

Die Manufaktur der magischen Worte


 
»Die Manufaktur der magischen Worte« von Allison King


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(5)

 
 
Monica wuchs bei ihren Großeltern auf. Als ihre Oma an Demenz erkrank, gibt es für sie nur eins: Schnell zurück in das Haus ihrer Kindheit! Rührend kümmert sie sich um ihre Großeltern und begleitet die beiden in ihrem Alltag.
Wong führt Monica in die magische Welt der Restaurierung von Bleistiften ein. Ein geheimes Können, welches Wong und ihre Cousine Meng durch Kriege und schließlich nach Amerika brachte.

Das Cover ist sehr schlicht und einfach gehalten. Es ist in einem warmen Gelbton, fünf angespitzte Bleistifte in der Mitte. Der Hintergrund der Bleistifte ist blutrot, während die Stifte nachtschwarz sind.
Ich finde das Bild sehr aussagekräftig in seiner Schlichtheit, da es den gesamten Inhalt des Buches widerspiegelt.

Allison King hat einen sehr ruhigen Schreibstil, der mich tief berührt hat. Sie schildert die Leben von Monica und ihrer Großmutter Wong parallel.
Im Mittelpunkt steht eindeutig Monica, die noch auf der Suche nach dem Sinne des Lebens ist. Auf dem Sinn in ihrem Leben. Wie ein Papierschiffchen scheint sie auf dem Ozean des Lebens dahin zu gleiten und ich hatte starke Bedenken, ob sie einen Sturm aushält. Und ja, ich war etwas neidisch, in was für einer behüteten Kindheit Monica aufwachsen durfte. Trotz, dass ihre Eltern sie bereits als Kleinkind im Stich gelassen habe, kennt sie nur Geborgenheit und Liebe. Deshalb trifft es sie so hart, dass das Leben ihrer Großmutter plötzlich endlich ist.

Während Monica sich um Wong kümmert, erfahren erst wir als Leser und später dann Monica, wie sich Wongs Leben gestaltete. Trotz Kriegswirren, Verrat und Bedrohung, blieben die Schilderungen von Allison King ruhig und besonnen. Die Autorin gab mir dadurch Halt und Zuversicht. Ich kenne mich in der Geschichte von China, Taiwan und Japan nur sehr rudimentär aus und bin fast froh darüber, dass ich mich nicht in die Kulturrevolution Chinas hineinversetzen kann. Leid und Angst beherrschten die Bevölkerung und der Arm des Geheimdienstes reichte sogar bin in die USA.
In diesen Wirren wachsen Wong und Meng heran. Schnell ahnen sie, dass ihre Mütter ein Geheimnis bewahren, während ihre Väter in den Krieg ziehen müssen. Ein Geheimnis, das mit den Bleistiften zu tun hat, die ihre Familie herstellen. Denn jedes Wort, jedes Gekritzel, jede Zeichnung ist in den Minen der Stifte verewigt. Und nur die Frauen in ihrer Familie besitzen die Macht, die Minen in ihrem Blut zu absorbieren und in einem Strom aus Blut wieder zu Papier zu bringen. Ein unglaubliches Geheimnis! Ein Geheimnis, dass die Mächtige kennen und für sich nutzen. Denn ein Bleistift ist der absolute Geheimnisträger!

Ich hätte ewig den Schilderungen der Autorin folgen und mich in diese magische Welt begeben können! Und während Wong Monica das Familiengeheimnis anvertraut, nahm mein Staunen sogar noch zu. Denn mittlerweile beherrschen Smartphones, Tablets und Computer unsere Welt und es gibt kaum noch Platz für Bleistifte. Wahrscheinlich ist genau dies der Punkt, der mich so an das Buch fesselte. Alt und neu. Jetzt und damals. Ich kann nicht behaupten, dass das Buch spannend war. Es war faszinierend, warmherzig und voller staunenswerter Überraschungen. Ich habe mich gerne in eine für mich völlig fremde Welt und Zeit entführen lassen.

Mein Fazit

Ein Buch für die Seele. Magische Worte, die mich bis ins Innerste berührten!
 


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