Verrisse oder Bücher eiskalt abserviert.

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Hexodus
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Verrisse oder Bücher eiskalt abserviert.

Beitrag von Hexodus » Mi 31. Mär 2010, 12:31

In einem guten Forum darf ein Topic für gepflegte Verrisse nicht fehlen. Also zeigt keine Gnade, wenn Euch ein Buch auf die Nerven gegangen ist. Hier mit dem Käse! :mrgreen:

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Hexodus
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Re: Verrisse oder Bücher eiskalt abserviert.

Beitrag von Hexodus » Mi 31. Mär 2010, 12:32

Jetzt ist es offiziell. Ich habe Limit von Frank Schätzing für unverdaulich erklärt. Nach einem Drittel des Umfangs konnte mich das Buch weder überzeugen noch fesseln. Ja, mir sind Abends regelmäßig die Augen darüber zugefallen. Das zeugt nicht wirklich von Spannung. Die gut ein duzend Helden haben mir den letzten Nerv geraubt. Da hat der Herr Schätzing maßlos übertrieben diese auf einen Schlag einzuführen und im Rudel herumlaufen zu lassen. Ich konnte da keinen davon ins Herz schließen und über deren Charaktertiefe brauchen wir gar nicht erst zu diskutieren. Bis zuletzt hatte ich gehofft, dass der Gruppe etwas wirklich fieses zustößt und alle bis auf ein paar Wenige ums leben kommen. Dann könnte ich endlich durchsteigen. Den Gefallen hat mir der Autor jedoch leider nicht getan. Zusätzlich haben mir die Oberlehrerhaften Einspielungen sauer aufgestoßen. Ich meine, wenn ich Popularwissenschaftliche Texte lesen möchte, würde ich mir eine PM kaufen. Als SF-Fan kennt man sich damit zu gut aus und ich hasse Wiederholungen. Für mich persönlich war das Buch die Enttäuschung des Jahres. Ich habe den Schwarm geradezu abgöttisch geliebt und dann sowas.

8 von 10 miefenden Käsestücken.

flavius
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Re: Verrisse oder Bücher eiskalt abserviert.

Beitrag von flavius » Sa 4. Feb 2012, 11:13

Es gibt viele schlechte Bücher. Bücher, wo es nicht ganz so viel Spaß macht und durch die man sich durchkämpfen muss. Aber einen wirklich Tiefschlag habe ich beim lesen von Jack Vances Der Sonnenheld verdauen müssen.

Folgendes habe ich damals bei amazon dazu geschrieben, wobei ich anmerken muss, dass mein Schlusssatz ursprünglich anders da stand. Ich hatte darauf hingewiesen, dass selbst dieses Buch noch einem positiven Zweck dienen kann. Man kann sich mit dem Papier immerhin noch den Allerwertesten abputzen. Das schien mir dann aber doch zu hart und ich habe es nachträglich noch geändert.

---

Vorpubertäres Geschreibsel eines sexuell Übererregten

Anders kann man dieses grauselig schlechte Machwerk wirklich nicht beschreiben. Von Philip Farmer ist man ja so einiges in der Hinsicht gewohnt, aber hier hat er sich im negativen Sinne selbst übertroffen.

Die Grundidee ist gar nicht mal so schlecht. Eine Raumschiffbesatzung kehrt nach 800 Jahren im Weltall zur Erde zurück. Durch Zeitdilatation sind für die 10 Überlebenden auf dem Raumschiff Terra gerade mal ein paar Jährchen an Bord vergangen. Sie kommen auf eine Erde zurück, die durch eine Katastrophe in barbarische und mittelalterliche Zeiten zurückgefallen ist.

Die Menschen auf der Erde glauben an Gottheiten und denen wird auch kräftig geopfert. Der Kapitän der Terra wird kurzerhand zum alljährlichen Sonnengott gekrönt und bekommt eine Art Geweih (wie bei einem Hirsch) an die Stirn operiert. Durch dieses Geweih soll seine sexuelle Ausdauer gesteigert werden ' denn seine Aufgabe besteht nun darin, 100 Tage lang durch die noch besiedelten Städte Amerikas zu ziehen und so viele Jungfrauen wie möglich zu schwängern. Das gelingt ihm auch recht gut. So nebenbei erfährt er dann, dass er am Ende dieser Reise skalpiert, kastriert und anschließend von einer Horde alter Priesterinnen gehenkt werden soll. In der Reihenfolge.

Da kommt es doch ganz gelegen, dass er so ca. auf der Hälfte der Strecke von einem Trupp homosexueller Männer entführt wird. Diese baggern ihn auch prompt auf dem Weg in ihr Dorf an. Aber in dem Dorf sind nicht alle Männer homosexuell. Es gibt in ihm die Polygamie. Dadurch das quasi jeder Mann mit jeder Frau schläft sind diese in der Regel Dauerschwanger. Und da die Männer nur zum Kinderzeugen mit den Frauen zusammenkommen, geben sich diese in ihrer Schwangerschaft ausgiebig der lesbischen Liebe hin. Nachdem unser Sonnenheld auch im Gefängnis von diversen Männer angeschmachtet wird gelingt im irgendwann die Flucht. Das er dabei, gefühlter Weise, die halbe Männerschar des Ortes massakriert interessiert nicht weiter. Die Frauen kommen ja auch ganz gut ohne die Kerle aus.

Zwischendurch erfährt der Leser auch, wie es den restlichen 9 Besatzungsmitgliedern der Terra ergeht und welchen Plan sie aushecken um der wiedergefundenen Erde ein für alle Male zu entkommen. Nach einem grandiosen Baseballspiel auf Leben und Tod, das der Sonnenheld mit den Bewohnern einer anderen Provinz ausführen muss, und einer sich anschließenden Schlacht mit einer halbnackten Oberpriesterin und einer Horde Schweine stirbt der Sonnenheld. Huch, hätte ich das nicht schreiben dürfen? Habe ich den nicht vorhandenen Clou einer nicht vorhandenen Geschichte vorweggenommen? Nein, keineswegs. Der Autor lässt sich auch hier wieder ein Hintertürchen offen. Und so endet diese abstruse Geschichte wie sie anfing ' trübe, unklar und wirr. Denn welchen Plan sich die Besatzungsmitglieder der Terra ausgeheckt haben, es hat wieder etwas mit Polygamie und viel Sex zu tun, liest jeder am besten selber weiter.

Ich bin mir nicht ganz sicher ob man so eine Geschichte überhaupt mit einem gewissen Niveau schreiben kann, Farmer hat es jedenfalls nicht geschafft. Die schriftstellerische Mutter aller Pornofilme ist einfach nur unterirdisch schlecht. Zum Glück jedoch hat Vance aber auch des öfteren schon bewiesen das er wirklich gute und fesselnde Bücher schreiben kann. Nur dieses gehört halt meiner Ansicht nach nicht dazu.
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Majora
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Re: Verrisse oder Bücher eiskalt abserviert.

Beitrag von Majora » Do 9. Feb 2012, 22:11

Da fällt mir spontan Panem ein :!:
Die Reihe war so hoch angepriesen und ich fand die total öde :x
Die spannenden Szenen hat die Autorin immer kurz und knapp gehalten...
Ging es aber um die Liebesstory oder wenn die Hauptcharaktere wieder mal in Depresionen verfallen sind, wurde das ewig lange beschrieben.
:evil:
Das nahm einfach die Spannung.

Zum Beispiel wurde im letzten Band jemand auf einer Gruppe umgebracht.
Das wurde in zwei Sätzen beschrieben und ich bin nicht mal richtig dahinter gekommen was auf ein mal pasiert ist.
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Re: Verrisse oder Bücher eiskalt abserviert.

Beitrag von Elohym78 » So 12. Feb 2012, 19:27

Wie unterschiedlich doch der Lesegeschmack ist. Zum Glück! :D

Panem habe ich geliebt, aber ich muss dir recht geben, mache Szenen wirkten zerschrieben, andere hingegen zu kurz. Jetzt freu ich mich auf den Film!

Auch Limit fand ich nicht sooo grottig. Ok, kein Vergleich zu Der Schwarm und die politischen Debakel habe ich anfangs nicht ganz verstanden und dann *räusper* weiter geblättert. Dann war das Buch nicht mehr ganz so dick und schnell gelesen. ;)

Ich lese eigentlich jedes Buch zu Ende, auch wenn ich es schlecht finde. Der Autor/die Autorin haben ihr Herzblut hineingesteckt und da fällt es mir einfach schwer es einfach abzubrechen. Ja ich weiß, etwas blöd gedacht von meiner Seite! Abgebrochen, wieder begonnen und wieder abgebrochen habe ich Der Teufel von Chicago von Erik Larson. Ging so was von gar nicht! Ich finde es schlimm, wenn ein Buch kaum Absätze hat und so gut wie keine wörtliche Rede. Wenn ich ein Sachbuch lesen will, nehm ich mir eins, aber unter einem Roman stell ich mir doch was anderes vor.

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Nazena
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Re: Verrisse oder Bücher eiskalt abserviert.

Beitrag von Nazena » Mo 13. Feb 2012, 08:54

Für mich waren die beiden härtesten Zumutungen in letzter Zeit "Steamed" von McAliser (da ging es wirklich nur noch um S*x) und "Infinity-Der Turm" von Hohlbein. Letzteres habe ich in einer Leserunde gelesen, und es wurde von den meisten Teilnehmern verrissen. ich poste mal die beiden Amazon-Rezensionen...

Steamed: http://www.amazon.de/review/R1GIDMTBPAJ ... r_rdp_perm

Der Turm: http://www.amazon.de/review/R35OGMY5HZK ... r_rdp_perm

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Hexodus
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Re: Verrisse oder Bücher eiskalt abserviert.

Beitrag von Hexodus » Mi 29. Feb 2012, 13:57

@Flavius Jetzt bin ich verwirrt - Du sprichst abwechselnd von Farmer und Vance, dabei scheinst Du dasselbe Machwerk zu meinen, das ich unter dem Namen "Fleisch" kenne. Das Buch ist tatsächlich unglaublich schlecht. Würde mich nicht wundern, wenn Farmer das mit seinem Pimmel geschrieben hätte, klingt jedenfalls so :lol: Seltsam, dass auf Phantastikcouch die Wertung auf 100% steht. Scheinbar findet jeder Schrott seine Abnehmer.

Panem wollte ich mir eigentlich auch vorknüpfen, doch das lässt mich zögern. Ist das Buch tatsächlich schlechter als sein Ruf? Immerhin wurde das mit vielen Preisen überhäuft.

Ein wirklich schlechter Hohlbein? Das wundert mich. Von ihm gibt es eigentlich viel Einheitsbrei, handwerklich gut gemacht Bücher. Aber das ist das erste Mal, dass ich von einem schlechten höre. Das wäre fast schon lesenswert ;)

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Shining
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Re: Verrisse oder Bücher eiskalt abserviert.

Beitrag von Shining » Mi 29. Feb 2012, 17:17

Hexodus hat geschrieben:Ein wirklich schlechter Hohlbein? Das wundert mich. Von ihm gibt es eigentlich viel Einheitsbrei, handwerklich gut gemacht Bücher. Aber das ist das erste Mal, dass ich von einem schlechten höre. Das wäre fast schon lesenswert ;)
wie... hat der nach Garth und Torian noch was anderes geschrieben? :lol:
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(Ich)

flavius
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Re: Verrisse oder Bücher eiskalt abserviert.

Beitrag von flavius » Do 1. Mär 2012, 10:18

Hexodus hat geschrieben:@Flavius Jetzt bin ich verwirrt - Du sprichst abwechselnd von Farmer und Vance, dabei scheinst Du dasselbe Machwerk zu meinen, das ich unter dem Namen "Fleisch" kenne. Das Buch ist tatsächlich unglaublich schlecht. Würde mich nicht wundern, wenn Farmer das mit seinem Pimmel geschrieben hätte, klingt jedenfalls so :lol: Seltsam, dass auf Phantastikcouch die Wertung auf 100% steht. Scheinbar findet jeder Schrott seine Abnehmer.

Panem wollte ich mir eigentlich auch vorknüpfen, doch das lässt mich zögern. Ist das Buch tatsächlich schlechter als sein Ruf? Immerhin wurde das mit vielen Preisen überhäuft.

Ein wirklich schlechter Hohlbein? Das wundert mich. Von ihm gibt es eigentlich viel Einheitsbrei, handwerklich gut gemacht Bücher. Aber das ist das erste Mal, dass ich von einem schlechten höre. Das wäre fast schon lesenswert ;)
Stimmt, mea culpa. Irgendwie verwechsel ich die beiden immer. Ist mir nicht zum ersten Mal passiert. Also, in diesem Fall
bitte den Vance durch Farmer ersetzen.
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Hexodus
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Re: Verrisse oder Bücher eiskalt abserviert.

Beitrag von Hexodus » Do 8. Mär 2012, 18:27

Ach, dann sind wir uns einig bei diesem Buch. In diesem Falle würde ich zur Bücherverbrennung aufrufen. Bestimmt fängt das Miststück nicht mal Feuer :lol:

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