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Wurts, Janny

Die Schattenkriege 1
Die Rückkehr des Nebelgeistes


 
»Die Rückkehr des Nebelgeistes« (Die Schattenkriege 1) von Wurts, Janny


Besprochen von:
 
Andreas Marchhart
Deine Wertung:
(3)

 
 
Zwei Jahre nach der verheerenden Schlacht von Vastmark geben die vom Nebelgeist verfluchten Halbbrüder Lysaer und Arithon auch weiterhin keine Ruhe. Prinz Lysaer, der Herr des Lichts, ist besessen von der Vorstellung, Arithon, den Meister der Schatten, endgültig zur Strecke zu bringen. Lysaer bricht fast alle uralten Pakte die zwischen der Bruderschaft der Zauberer und den mächtigen Paravianern ausgehandelt wurden, und bedroht die Clans mit Sklaverei sollten diese weiter Arithon unterstützen. Arithon selbst hat die Herrschaft über seine Magie verloren und ist mit dem engsten Kreis seiner Gefährten auf der Flucht. Am liebsten würde er aufgeben, aber das verbietet nicht nur sein Eid gegenüber der Bruderschaft der Zauberer; denn nur er und sein Halbbruder gemeinsam können den Nebelgeist besiegen. Jieret, der Caithdein von Rathain, hat einen prophetischen Traum, in dem er sieht wie Arithon unter dem Sternenbanner von Lysaer auf einem Marktplatz hingerichtet wird. Er macht sich auf die Suche, und findet Arithon Wochen später mit seiner Crew der Kethienn versteckt auf einer einsamen Insel. Arithon, der von seinem innerlichen Kampf gegen den Fluch von DESH-THIERE schwer gezeichnet ist, und gerade erst von einer Reise vom Festland zurückkehrte, hört sich die Warnung an und schickt Jieret wieder zurück zu seinem Clan. Kurz nach dem Aufbruch Jierets segeln Arithon und seine Mannschaft fort um den vergessenen Kontinent Kathtairr zu suchen, da er hofft auf dieser Landmasse die Clans unterbringen zu können. Nur ist der Kontinent schon vor Jahrhunderten von Drachen verbrannt und zerstört worden, und jegliches Leben ist verloschen. Nach drei Jahren kehrt Arithon zurück und macht sich mit Dakar, dem Zauberer der vom Feind zum Freund mutiert ist, und Caolle, dem ehemaligen Kriegerhauptmann von Jieret auf nach Riverton, wo Arithon vor drei Jahren Vorarbeit geleistet hatte, um genügend Schiffe zu erbeuten, mit denen die Clans die Flucht ergreifen können. Nur weiß Arithon nicht, dass sein Agent bei den Hexen von Koriathain in der Schuld steht, die sich auf die Seite von Lysaer gestellt haben. Seine ersten Schiffsentführungen glücken ohne Probleme, doch als er seinen größten Schlag plant, und drei neue Schiffe aus der Werft auf einmal entführen will, wird Lysaer vorgewarnt. Außerdem bleiben auch die Hexen nicht untätig und Arithon bleibt nichts als die Flucht.

Janny Wurts legt mit „Die Rückkehr des Nebelgeistes“ die lang erwartete Fortsetzung ihres Zyklus vom „Fluch des Nebelgeistes“ vor. Und ohne dass man diesen gelesen hat, tut man sich verdammt schwer, der Handlung zu folgen. Sie führt auf den ersten 300 Seiten alle Hauptfiguren des vorangegangenen Zyklus ein, insofern sie die Schlacht von Vastmark überlebt haben, und versucht auch noch deren Part aus den ersten sechs Bänden mit hineinzupacken. Was dabei rauskommt ist eine Unmenge von Informationen, die allerdings mehr als bruchstückhaft dargelegt wird, so dass es für einen Neueinsteiger nicht wirklich möglich ist, sich einen Überblick über den ersten Zyklus zu schaffen. Auch werden durch diese Einleitung Fragen und Lücken aufgeworfen, die teilweise interessanter erscheinen als die Handlung des vorliegenden Buches. Erst als die Einleitung einmal halbwegs hinter einem liegt, und die Handlung endlich ihren Lauf nimmt, als Arithon nach Riverton reist, kommt halbwegs Schwung in die Geschichte und es kommt auch endlich Lesespaß auf. Nur hat Janny Wurts leider auch die unangenehme Eigenschaft Orte, Personen und Gegenstände dermaßen genau zu beschreiben, vielleicht sogar noch mit ein paar Rückblicke gemischt, dass dadurch ein spannender und interessanter Abschnitt komplett zerrissen, und dadurch teilweise auch langweilig, wird. Das habe ich schon bei Robert Jordan hassen gelernt, und zeitweise kommt dann bei mir der Verdacht der Seitenschinderei auf. Was nicht heißen soll, dass das Buch wirklich schlecht ist. Das Potential der Geschichte ist riesig, vor allem auch durch die vielen Personen die ich in der Zusammenfassung gar nicht aufgeführt habe. Und das der Böse (Lysaer), eigentlich nicht wirklich böse und der Gute (Arithon) nicht wirklich gut ist, hat auch etwas an sich, dass noch für etlichen Zündstoff sorgen wird. Das Problem ist eben, dass Janny Wurts es allen Lesern recht machen wollte, dies aber durch die Komplexität der Vorgeschichte ganz einfach nicht möglich ist. Auf jeden Fall bin ich schon auf die Fortsetzung gespannt, denn wenn sie die Handlung nun endlich vorantreibt, und sich nicht zu viel in Details verzettelt, verspricht dies ein sehr guter Zyklus zu werden.

Deshalb gebe ich der „Rückkehr des Nebelgeistes“ sechs Punkte. Inklusive einem Hoffnungspunkt für die Fortsetzung.
 
 
 


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