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Veronika Mauel

Seelenfänger: Deine Liebe raubt dir den Verstand


 
»Seelenfänger: Deine Liebe raubt dir den Verstand« von Veronika Mauel


Besprochen von:
 
Mystera
Deine Wertung:
(5)

 
 
Mia, eine siebzehnjährige Punkerin, zieht mit ihren Eltern aus Berlin in ein Dorf namens Schwarzendorf. Von ihrer Gang getrennt und völlig ohne Freunde versucht sie sich in der neuen, ungewollten Umgebung einzuleben und trifft in der Schule auf die beiden Le Vrai Brüder Aleksander und Nathan, welche sie sofort auf ihren Platz verweisen. Anscheinend sind alle Mädchen der Schule in die beiden Zwillingsbrüder verliebt, welche den Schulalltag bestimmen. Gleichzeitig treten in Schwarzendorf immer wieder neue unerklärliche Fälle von Wahnsinn bei jungen Mädchen auf. Stecken die Le Vrais dahinter? Und wenn ja, wodurch wird der Wahnsinn der Jugendlichen ausgelöst? Die beiden Brüder entwickeln ein starkes Interesse an der jungen Mia – die sich ihnen bisher nur auf trotzige Art und Weise gezeigt hat. Inwiefern kann Mia ihren Gefühlen für den einen Zwilling trauen und welchen Preis wird sie zahlen müssen, wenn sie diese Gefühle zulässt?

Veronika Mauel schafft mit „Seelenfänger – Deine Liebe raubt dir den Verstand“ ein gefühlsgeladenes Urbanfantasyabenteuer mit vielen unerwarteten Wendungen und Rätseln.
Die junge Mia wird aus ihrem bekannten Umfeld gerissen und zieht mit ihren Eltern von der Stadt auf´s Land. Wie der Leser sich schon denken kann, wird das pubertierende und sich gegen ihre Eltern auflehnende Mädchen nicht sonderlich begeistert von dieser Tatsache sein.
Ihre Gefühls- und Gedankenwelt wird von Frau Mauel mit jugendlicher Sprachwahl verdeutlicht und zeigt uns einen perfekten Teenie, der sich in der neuen Umgebung erst ein Mal zurechtfinden muss und seinen eigenen Platz in dieser unbekannten Welt schaffen will. So weigert sich Mia z.B. ihre bisherige Identität aufzugeben und sich anzupassen und färbt sich als Trotzreaktion auf die Ansprüche ihrer Eltern ihre Haare rosa – Was den ersten Tag an der neuen Schule für sie zum Spießrutenlauf werden lässt, an dem nicht zuletzt die Le Vrai Zwillinge schuld sind. Schon bei ihrer ersten Begegnung mit Nathan – dem eindeutig dunkleren und draufgängerischen Zwilling – kommt es zum Machtkampf, bei dem die Punkerin den Kürzeren zieht. Aleksander – der eher ruhigere und bedachtere Zwilling – scheint auch nicht besser als sein Bruder zu sein und behandelt das Mädchen von oben herab.
Verwirrend für Mia ist, das dennoch alle Mädchen der Schule auf die zugegeben äußerst scharf aussehenden Zwillinge mit ihren eiskalt – blauen Augen stehen. Schon die Aussage von Thesa, der Klassensprecherin, die sich an ihrem ersten Tag Mias annimmt, dass es ihr egal wäre, welcher der beiden Le Vrais ihr seine Aufmerksamkeit schenken würde, Hauptsache einer täte es, stößt bei der Punkerin auf Ablehnung und Unverständnis. Doch da sich das Mädchen nicht gleich alle Chancen auf neue Freundschaften vermasseln will, hört sie den Schwärmereien der Anderen zu und verabredet sich später mit der Klassensprecherin in der Dorfmitte. Da Mia allerdings viel zu früh zu dem Treffen kommt und dann wieder eine schlecht verlaufende Begegnung mit Aleksander hat, findet das Treffen der Mädchen nicht statt.
Am nächsten Tag jedoch, wird Thesa aufgefunden, die wie von Sinnen auf alle Menschen reagiert und wild um sich schlägt und beißt – was für das Mädchen die Einweisung in eine Psychatrie bedeutet. Doch sie ist nicht das erste Opfer. Allein in letzter Zeit wurden 5 weitere Mädchen mit ähnlichen Symptomen eingewiesen werden mussten. Die Lehrkräfte und anderen Erwachsenen können sich dieses vermehrte Auftreten von Wahnsinn nicht erklären und entlassen die Schüler aus Sicherheitsgründen eine Woche früher in die Sommerferien – was Mia nun endgültig die Möglichkeit sich schnell einen Freundeskreis zu schaffen beraubt.
Ihre Eltern schicken sie daher für die Sommerferien mit einigen anderen Schülern in ein Ferienlager – auch die Le Vrai Brüder sind wieder mit von der Partie. Als Stadtkind kommt Mia in der freien Wildbahn nicht wirklich zurecht und Anschluss an die Anderen findet sie auch nicht, weshalb sie sich möglichst von Allem abkapselt. Doch die Zwillinge scheinen es auf sie abgesehen zu haben – erst strafen sie das Mädchen mit herablassenden Kommentaren und dann zeigt zuerst Aleksander sein Interesse an Mia und danach scheint auch Nathan sich für die Punkerin zu interessieren – doch kann Mia diesen Avancen glauben schenken? Ist Aleksander wirklich ehrlich zu ihr oder ist ebenso durchtrieben wie der bedrohlich wirkende Nathan? Während des Feriencamps kommt es zu mehreren pikanten Szenen zwischen den Jugendlichen, vielen derben Beschimpfungen und den verschiedensten Gefühlswallungen, die glaubwürdiger nicht hätten dargestellt werden können. All das Gefühlschaos von Mia ist für den Leser nur zu gut nachvollziehbar und hinterlässt bei einem Selbst die Frage, ob man wirklich für Aleksander schwärmen darf und was es einen wohl kosten könnte.
Die späteren Entwicklungen im Buch sind ebenfalls schön dargestellt und so sacht in den Erzählfluss eingelassen, dass sie glaubhaft wirken, eine stetig steigende Spannung aufbauen und ein spannendes Finale liefern, in dem unter anderem die verschiedenen Kreise der Hölle, Luzifer und seine Kinder, sowie eine Engelsgestalt eine tragende Rolle spielen.

Alles in Allem hat Veronika Mauel mit „Seelenfänger – Deine Liebe raubt dir den Verstand“ einen Roman geschaffen, in dem es vor fliegenden Hormonen, sprachgewaltigem Jugendjargon und mehreren Verwicklungen nur so wimmelt. Ein fesselnder Urbanfantasyroman mit dem eindeutigen Fokus auf der Gefühlswelt einer Jugendlichen, in dem der Kontrast zwischen Gut und Böse – Richtig und Falsch – behandelt wird und mich bis zum Ende in Atem halten konnte.[b]
 
 
 


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