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Scott Lynch

Die Lügen des Locke Lamora

  • Autor:Scott Lynch
  • Titel: Die Lügen des Locke Lamora
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Paperback
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:00 Mai 2007
  • Preis:EUR 14,00 EUR

 
»Die Lügen des Locke Lamora« von Scott Lynch


Besprochen von:
 
pelaphina
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
„Die Lügen des Locke Lamora“ ist der erste Band einer Reihe, die Scott Lynch auf sieben Teile ausgelegt hat. Der dritte Band erscheint im August 2013.

In Band eins lernen wir die „Gentlemen-Ganoven“ kennen, deren Anführer der Waisenjunge Locke Lamora ist. Der kleine Unruhestifter besitzt ein erstaunliches Talent für Schauspiel und Betrügereien, er ist der kriminelle Kopf mit den genialen Ideen. Dabei wäre er beinahe vom Lehrherrn de Diebe getötet worden, hätte ihn nicht ein Priester im Tempel des Perelandro abgekauft. Dieser gibt nach außen hin vor, ein blinder Priester der barmherzigen Göttin zu sein, während er in Wahrheit Waisenjungen zu Meisterkriminellen ausbildet und dem Gott der Diebe dient. Sein Plan geht auf: die Jungen bringen mehrere Adlige der Stadt Camorr um ihr Geld. Die Bande ergaunert sich ein ganzes Vermögen, ohne zu wissen, was sie damit überhaupt anfangen soll. Selbst der Capa, der Boss der Unterwelt, ahnt nichts davon, dass er übers Ohr gehauen wird.
Dann tritt der graue König auf den Plan und Lockes Bande gerät mitten in seinen Rachefeldzug.


Meinung

Die Geschichte, die Lynch sich ausgedacht hat, ist unterhaltsam, gut geschrieben und wohl durchdacht. Camorr erinnert an Venedig mit ihren Brücken und Gondeln, wie das Cover schon suggeriert. Fantasy-Elemente wie Magie und Alchemie spielen eine eher untergeordnete Rolle.
Da der Erzähler zwischen verschiedenen Zeitebenen springt, ist der Einstieg in den Roman nicht ganz einfach. Doch die „Zwischenspiele“ fügen sich sehr gut ein und erklären, wie die Bande zustande kam, geben Hintergrundinfos über die einzelnen Mitglieder (die Sanza-Zwillinge, Bug und Jean) und Camorr.

Lockes Trickbetrügereien sind komplex und nicht immer läuft alles glatt. Camorr, in dem dieser Band ausschließlich spielt, ist ein heißes Pflaster für Diebe, besonders, wenn sie sich nicht an den Geheimen Frieden halten und die Adligen unbehelligt lassen. Läuft ein Plan schief, drohen schwere Verletzungen und Schlimmeres. Mit ihrem hohen Gewaltpotential, das auch Opfer bei den „Guten“ fordert, scheint diese Reihe eher für Erwachsene konzipiert. Die Figuren benutzen auch ordentlich Schimpfwörter, wenn die Situation es erfordert, was mich selten beim Lesen so wenig gestört hat – sie haben mir meist aus der Seele gesprochen. Mit der Zeit wachsen einem die Ganoven immer mehr ans Herz, auch wenn (oder gerade weil?) sie nicht gerade Robin Hoods sind. Locke ist kein positiver Held, aber genauso wenig ein Antiheld: Diebstahl, Trug oder sogar Mord, dabei kommen ihm keine moralischen Skrupel. Verstellung und Lüge beherrscht er meisterlich, dafür besitzt der schmächtige Junge kein Talent im Kampf. Er reißt allzu gerne die Klappe auf, auch wenn er deswegen mehr als eine Abreibung bekommt. Andererseits tut er alles für seine Freunde und Ziel seiner Räubereien sind die Reichen, Adligen, Korrupten.

Ich muss sagen, dass ich selten so eine raffinierte, fesselnd erzählte Geschichte mit solch einem pfiffigen Helden gelesen habe. Gestört haben mich nur ein paar Kleinigkeiten: etwa das Locke mehrmals solche Prügel bezieht, dass man sich wundert, wie er das überleben kann. Die Charaktere sind interessant und lebendig, doch ich hätte gerne etwas mehr Details erfahren. Auch ist der ganze Handlungsstrang um den Grauen König weniger überraschend und kompliziert als die Tricks, die Locke mit den Adligen veranstaltet. Diese Punkte haben mich beim Lesen allerdings nicht allzu sehr gestört, und es handelt sich schließlich um den ersten Roman von Lynch.

Je mehr ich gelesen habe, desto mehr fragte ich mich, wie der Autor das alles noch steigern will, ohne sich zu wiederholen. Meine Hemmschwelle, mich an den nächsten Wälzer dieser Reihe zu wagen, ist drastisch gesunken, ich frage mich, was Locke als nächstes (in „Sturm über roten Wassern“) aushecken wird!


Fazit

Dicke Empfehlung! „Die Lügen des Locke Lamora“ hat alles, was man sich wünscht: ausgeklügelte Intrigen, viel Atmosphäre, interessante Helden und fiese Bösewichter.
 
 
 
  •  
    2013-05-08
    Klingt eigentlich nach einem Kandidaten für meine Leseliste - ich mag Diebesgeschichten ;)


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