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Peter Freund

LAURA
LAURA und der Kuss des schwarzen Dämons


 
»LAURA und der Kuss des schwarzen Dämons« (LAURA) von Peter Freund


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(4)

 
 
Das internationale und alle 7 Jahre stattfindende Treffen aller Wächterinternate steht bevor. Dazu werden alle Leiter und einer Gruppe von ausgewählten Schülern in das entsprechende Internat geschickt um ihre Schule dort zu vertreten. Ursprünglich wurde das schottische Internat Glaremore Castle ausgewählt. Nachdem aber dessen Leiter Conor McLightning den Verdacht hegt das dieses Treffen von den dunklen Mächten sabotiert werden soll, verlegt er im Einverständnis mit Miss Mary, das Treffen auf Burg Ravenstein.

Doch auch in Ravenstein läuft nicht alles nach Plan. Fünf Jugendliche erwecken den schwarzen Dämon Avataris, der niemand geringerer als der verstorbene Maximilian Longolius ist und der nun danach trachtet wieder in einen menschlichen Körper zu schlüpfen. Und dieser Körper soll der von Lauras Vater sein. Das Problem für Avataris besteht jedoch darin, dass er nur am Mittsommertag seinen Plan umsetzen kann. Danach ist es zu spät. Um immer mehr Schüler und somit Helfer auf die dunkle Seite zu ziehen bedient sich Avataris eines Tricks. Er gibt quasi einen Teil seines dämonischen Wesens in die Körper der Jugendlichen und kann so durch einen Kuss, den diese Jungendlichen jemand Anderem geben, in den Körper eines anderen Menschen gelangen und diesen ebenfalls „infizieren“.

Aber der Mittsommertag ist nicht nur für Avataris ein bedeutsamer Tag. Gleichzeitig ist es auch der Tag, an dem die sieben Wächter auf der Erde ihren Teil des Regenbogensteins ins Tal der Zeiten bringen müssen um den Bund des Lichts zwischen Terra und Aventerra zu erneuern. Und die dunklen Mächte unternehmen alles, um das zu verhindern.

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Seit dem letzten Abenteuer von Laura sind wieder ein paar Jahre vergangen und Laura hat sich zu einem hübschen jungen Mädchen entwickelt. Leider bedeutet das aber auch, dass sich ein Teil der Handlung auch immer mehr mit eben jenen mädchentypischen Dingen befasst. Für die Handlung ist das nicht immer wirklich gut. Zu oft nimmt der Autor den Fuß vom Gas und lässt den Leser mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe und dessen Auswüchsen allein. Die ewigen Streitigkeiten und Versöhnungen von Laura und Philipp sind doch etwas nervig.

Dennoch wirkt die Laura Reihe zunehmend erwachsener, zwar wurde auch schon in den Teilen zuvor gestorben, aber irgendwie ist die Stimmung düsterer und unheilschwangerer geworden. Aus den Büchern für Kinder ist, in bezug auf die Handlung, eine Reihe für Jungendliche geworden, und die nächsten Bände werden dann wohl für Erwachsene sein. Damit macht die Reihe die gleiche Entwicklung wie die Harry Potter Bücher durch - fort vom Kindlichen – hin zum Erwachsenen.

Allerdings krankt die Reihe meines Erachtens schon vom ersten Buch her an einer Sache und wird auch in den folgenden Bänden nicht besser. Es passt nicht wirklich und ist zudem noch extrem unlogisch, dass die Mächte des Lichts neben- und miteinander mit den Dunklen Mächten eine Schule leiten. Das ist ja fast so, als wenn Angehörige der Taliban zusammen mit Angehörigen der CIA Seite an Seite eine Fabrik für die Herstellung atomarer Sprengköpfe betreiben. Burg Ravenstein ist eine Wächterschule, eine Schule des Lichts. Wie kann es sein, dass dort Lehrer von der dunklen Seite, deren Bestreben es ist die Mächte des Lichts zu eliminieren, unterrichten? Selbst auf Aventerra sorgen die Guten dafür das kein Böser seinen Fuß in die Gralsburg Hellunyat setzen kann. Warum also ist es ausgerechnet an einer Wächterschule anders? Unverständlich warum Aurelius Morgenstern, als er noch lebte und Direktor war, nicht dafür gesorgt hat, dass nur die positiven Kräfte dort als Lehrkörper arbeiten dürfen. Es hätte sehr vielen Leuten sehr viele Sorgen erspart und auch so manches Leben gerettet.

Überhaupt zeigt sich in diesem Buch mal wieder, dass die Guten etwas zu einfältig und naiv daherkommen, im sprichwörtlichen Sinne „zu gut für diese Welt“ sind. Staunend beobachten sie, wie die Dunklen versuchen die Kontrolle zu übernehmen. So wird etwa der Lehrer Percy Valiant bei der Polizei durch eine Falschaussage einer Schülerin der Vergewaltigung beschuldigt. Glücklicherweise kommt man ihr auf die Spur und die Sache wird geklärt. Ergebnis: Kein Schulverweise für die Schülerin. Im Gegenteil, Percy und Mary können den Polizisten Bellheim sogar davon überzeugen, keine Anklage gegen die Schülerin wegen falscher Beschuldigung und Falschaussage zu erheben.

Oder ein anderes Beispiel. Obwohl die Lehrer nicht gegen ihre Schüler magisch vorgehen dürfen, versucht Randy Rabid, ein Lehrer am schottischen Internat, den Schüler Yannik mit Hilfe von dämonischen Wesen zu ermorden. Randy überlebt und als Direktor McLightning von der Tat Rabids erfährt, ermahnt er Yannik besser aufzupassen. Rabid selber kommt ungeschoren davon, obwohl er gegen ein altes Gesetzt verstoßen hat. Bitte? Ist es das was ausgerechnet die Mächte des Lichts den anderen vermitteln wollen? Tut Unrecht gegenüber jedem, wir sorgen schon dafür das ihr keine Konsequenzen zu tragen habt und problemlos aus der Sache herauskommt. Da hapert es doch erheblich an der moralischen Einstellung.

Ich möchte aber auch nicht den Eindruck erwecken, ich hätte nur viel zu mosern. Das Buch selber ist spannend geschrieben und handelt auf mehreren Ebenen, die wieder mal gekonnt zum Ende hin miteinander verwoben werden. Die Geschehnisse konzentrieren sich dabei hauptsächlich auf unsere Erde und lassen Aventerra ein bisschen außen vor. Der Leser muss sich schweren Herzens von einem geliebten Lehrer des Lichts verabschieden, der zum Ende hin getötet wird. Und was man nicht für möglich gehalten hat, einer der Lehrer sagt sich von der dunklen Seite los und rettet Laura und allen Anwesenden so das Leben.

Fazit:
Der Autor Peter Freund lässt sich mal wieder so allerlei einfallen um auch im siebten Band seine Leser und Leserinnen gut zu unterhalten. Es ist wirklich nicht verwunderlich das die Laura Reihe so viele Anhänger und Leser gefunden hat. Man darf gespannt sein, was sich der Autor mal wieder für den nächsten Band ausgedacht hat.
 
 
 


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