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Marlena Anders

Schneeflüstern: Versuche zu lieben mit einem Herzen aus Eis


 
»Schneeflüstern: Versuche zu lieben mit einem Herzen aus Eis« von Marlena Anders


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(2)

 
 
An ihre Vergangenheit kann Prinzessin Skye sich zwar nicht erinnern, dafür weiß sie aber genau, wie ihre Zukunft aussehen wird. Diese wird sie mit ihrem geliebten König Zahr verbringen, an dessen Seite als seine Königin. Dafür macht Skye alles. Selbst benachbarte Königreiche ausspionieren. Doch dabei geht etwas schief, denn sie wird von einem Fremden gefangen genommen, der sie zwingt, Zahr für ihn auszuspionieren und ihm seine Geheimnisse weiter zu geben. Als Skye sich währt, droht der Fremde ihr mit Zahrs Ermordung.

Das Cover zeigt das Gesicht der Protagonistin Skye. Sie blickt verträumt ins nichts und hat zugleich einen stechenden Blick. Eine merkwürdige, aber interessante MIschung, die den Inhalt des Buches treffend widerspiegelt. Ihr Haar und auch der Hintergrund verschwinden passenderweise im Schneegestöber und unten ist ein Wald zu erkennen. Alles in allem wirkt es auf mich kalt, wild und ungezähmt.

Marlene Anders hat einen eisigen Roman erschaffen. Die Welt Nihilum mit ihren verstreut liegenden Königreichen versinkt unter Schnee und Eis. Die Menschen haben sich jedoch mit der immer währenden Dunkelheit und Kälte arrangiert und dies zu ihrem normalen Leben gemacht. Für mich etwas befremdlich, aber gerne ließ ich mich auf diese fremdartige und lebensfeindliche Kulisse ein. Vor meinem inneren Auge ließ ich Festungen aus Eis entstehen, die von innen leuchten und an deren Mauern unheimliche Schatten ihr Unwesen treiben. Schade fand ich, dass die Autorin so wenige Worte auf die Umgebung verschwendete und die Landschaft nicht besser ausbaute. Dies überließ sie halb ihren Lesern, halb der Karte, die vorne im Buch abgebildet war.
Dafür hatte Anders an anderer Stelle mehr Worte. Viel zu viele für meinen Geschmack. Hatte ich in der Leseprobe noch vermutet, dass es sich um einen schönen Fantasy-Roman handelt, wurde mir bald klar, dass es eher ein Spionage-Roman werden würde, der sich zäh von Seite zu Seite relativ ereignislos hinzog. Der spioniert dem nach, der dem anderen, jeder lügt jeden an und so weiter. Wenn wenigstens ein paar ausgeklügelte Actionszenen das Geschehen, oder eben das nicht Geschehen, aufgelockert hätten, hätte mir die Handlung zwar nicht besser gefallen, aber ich wäre aufmerksamer geblieben. Im Keim aufkommende Spannung wurde stets zerschrieben mit langatmigen Beschreibungen, die zu nichts führten. So erschien es mir zumindest. Eine rigoros Straffung würde dem Buch gut tun und ihm dadurch Leben geben.

Die Charaktere konnten mich leider auch nicht überzeugen. Zu Beginn gefiel mir Skye gut, da sie als Wheáry, also als Mischwesen, unter den Menschen lebt, aber da nicht weiter auf sie eingegangen wird, bzw. auf diese Wesen im Besonderen, tat ich es wieder ab. Die Information, dass sie sich in Schneegestöber auflösen kann, war dann eigentlich auch schon alles. Sie verrät ihre große Liebe König Zakarias II. von Nelefe wegen einer Drohung an den Prinzen Najur. Lange rätselte ich nach dessen Antrieben. Und wohin das alles führen würde, aber schließlich gab ich leicht genervt auf.
Genauso seicht erschien König Zahr. Er liest seiner Skye jeden Wunsch von den Augen ab, ist ein gerechter König und steht seinem Volk zur Seite. Ein absoluter Gutmensch. Auf den ersten Blick.
Prinz Najur machte da als Bösewicht schon die beste Figur in dem Drama. Er hüllt sich in einen Mantel aus Geheimnissen und Dunkelheit und brachte mein Interesse zum Klingen.

Mein Fazit

Ein kaltes Buch, das mich so gar nicht ins Schwitzen brachte.
 
 
 


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