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Küper, Thorsten

Sinzigs Arche / Ein normaler Tag im Leben eines Gottes


 
»Sinzigs Arche / Ein normaler Tag im Leben eines Gottes« von Küper, Thorsten


Besprochen von:
 
Adrian Maleska
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
Thorsten Küpers Buch "Sinzigs Arche / Ein normaler Tag im Leben
eines Gottes" enthält zwei gleichnamige SF-Geschichten.
In "Ein normaler Tag im Leben eines Gottes" schildert der
Autor eine düstere Zukunftsvision. Die menschliche Rasse ist
nahezu vom Anlitz der Welt verschwunden, dahingerafft von einer plötzlich
aufkommenden Seuche, gegen die es keine Hilfe gab. Nur zwei Menschen blieben,
wie durch ein Wunder, verschont. Doch sie sind nicht die einzigen Überlebenden
der Katastrophe: Ein Stamm im Labor gezüchteten Wesen gelangte in
die Freiheit und breitet sich in der nun Menschenleeren Welt aus ... Mehr
verrate ich nicht, schließlich ist das eine Kurzgeschichte und jedes
weitere Wort könnte zuviel aufdecken.
Die zweite Geschichte, "Sinzigs Arche" ist sehr umfangreich,
ich tendiere daher dazu sie als Novelle zu betiteln. Im Prinzip handelt
es sich um eine Kriminalgeschichte im SF-Gewand, mit allem was der Krimifan
erwartet: Einem Tatort voller Leichen, unbekannten Motiven, einem Inspektor
der in Mordsache ermittelt und einem überraschenden Schluß,
auf den keiner so leicht kommen wird.
Die Handlung spielt in Hamburg, in einem Hafen der Zukunft, in
den nicht etwa normale Schiffe, sondern Hitec-Zeppeline einkehren. Dort
läuft, durch einen Autopiloten gesteuert, ein riesiger Zeppelin eines
mächtigen Geldmagnaten ein. An Bord die versprochenen Leichenberge
nebst ebenso mausetoten Besitzer. Das ist ein klarer Fall für Inspektor
Marburg, den besten Mann der hiesigen Kripo. Wie es nicht anders sein
kann, fehlt von den Tätern jegliche Spur. Deren Motive bleiben ebenfalls
im dunkeln. Die überdimensionalen Maße des Zeppelins und in
der Stadt aufkommende Unruhen, durch die Personal von diesem Fall abgezogen
werden muß, behindern die ohnehin schon schwierige Untersuchung.
Marburg kommt nach einer Weile schließlich dahinter, was gespielt
wird, aber keineswegs so wie es sich das gewünscht hätte. Der
Fall wird schließlich aufgelöst und hier kommt die Überraschung:
Die bis dahin eher gewöhnliche Krimigeschichte macht hier einen Schlenker
zur SF hin und das wird selbst die hartgesottenen Krimifans überrumpeln!

Anfangs war ich etwas reserviert, als ich das Buch in den Händen
hielt. Ein mir bis dato unbekannter Autor, ein eher unschenbar aussehendes
Buch, dazu in einem Kleinverlag herausgegeben. Könnte es denn gut
sein?
Ja, und ob! Nach den ersten Buchseiten war die anfängliche Skepsis
vergessen. Die Lektüre packte mich. Überaus spannend und gekonnt
zog mich der Autor immer tiefer in das Geschehen hinein. Dabei bediente
er sich schier ungewöhnlicher Stilmitteln wie der Provokation (ich
empfand das zumindest so) gepaart mit einer gekonnten Sprache und sehr
raffinierter Storyführung.

Als ich dann an der letzten Seite anlangte, mußte ich feststellen,
dass draußen inzwischen dunkel wurde. Ich hatte das Buch in
einem Zuge gelesen und darüber die liebe Zeit vergessen. Und das
ist eine klare Empfehlung. Das passiert mir nicht alle Tage!
Irgendwie konnte ich nicht glauben, dass ein unerfahrener Autor
ein so gutes Erstlingswerk abliefert, dafür ist die Sprache zu geschliffen
und irgendwie... zu geübt. Tatsächlich, Nachforschungen auf
der Webseite des Autoren www.Sublevel12.de
brachten zutage, dass er durchaus auf eine längere Reihe Publikationen
zurückblicken kann u.A. in der Fachzeitschrift CT und das kann nur
Gutes heißen... Jedenfalls beweist mir sein Buch klar, dass spannende
Bücher weder von einem der großen Verlage noch von prominenten
Autoren kommen müssen! Hut ab vor dieser Leistung! Ich warte gespannt
auf seine weiteren Werke.

Als Wertung vergebe ich 9 von 10 möglichen Punkten. Gemäß
dem Motto: Klasse Lesestoff = Gute Wertung.
 
 
 


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