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José V. Ramos/Gerd Rödiger

Black Noise: 7 dunkle Geschichten


 
»Black Noise: 7 dunkle Geschichten« von José V. Ramos/Gerd Rödiger


Besprochen von:
 
Lanara
Deine Wertung:
(4)

 
 
Gerd Rödiger: Dunkler Engel

Der Unfall eines Abdeckerlasters bringt menschliche Leichenteile zu Tage. Jens Widmers Ermittlungen bringen ihn zufällig auf die Spur einer umstrittenen Schönheitsklinik. Doch die hätte er besser nicht ohne Verstärkung betreten.

Wechselnde Perspektiven und Szenen halten die Spannung von Beginn an aufrecht und nach und nach setzt sich so die Grundaussage der Handlung zusammen. Die in der Story erwähnten Experimente gab es – so ein Hinweis am Ende – wirklich.

José V. Ramos: Kleiner Brad

Brad weiß nicht mehr, wie er in das Haus der Hexe gelangte, auch an sein früheres Leben erinnert er sich nicht. Doch eines weiß er: Er muss aus der Villa fliehen. Auf der Flucht betritt er trotz seiner Vorahnung den Wald, der das Grundstück begrenzt. Allerdings hätte Brad besser auf sein Gefühl hören sollen.

Kurz, knapp, aber trotzdem eine runde Geschichte. Fazit: Wer einen Mann sucht, muss sich nicht zwangsläufig einen backen.

Gerd Rödiger: Black Noise

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Genau das will Valentin, Klatschreporter/Verleger und todkrank, herausfinden. Mithilfe von Experten lässt er sein Hirn verkabeln und vermessen, um seine Gedanken und Träume aufzeichnen zu können. Im Ernstfall – seinem Tod – sollen seine Hirnströme weiterhin gespeichert werden. Und der Computer zeichnet tatsächlich etwas auf – aber war alles nur ein Witz?

Eine Frage, die viele Menschen interessiert, aber die wohl nie beantwortet werden kann. In Black Noise wurde die Lösung des Rätsels gut verpackt und sehr bildhaft beschrieben. Nun muss jeder selbst entscheiden: Möchte man wirklich wissen, ob es ein Leben nach dem Tod gibt?

José V. Ramos: Das Geheimnis seines Erfolges

Paul Nonnenmacher alias Captain Speckie war in der Schule immer ein unbeliebter Außenseiter. Auch Christin hatte ihn einst abblitzen lassen. Nun, 30 Jahre später, ist er zurück in Eibstetten: Erfolgreich, in Geld schwimmend, gut aussehend. Obwohl Christin – wenn auch ihrer Freundin Kati zuliebe – mit ihm ausgeht, hat sie ein komisches Gefühl in seiner Gegenwart. Mit Recht, denn sein Äußeres ist nicht das, was es zu sein scheint.

Diese Kurzgeschichte ist eher in die Horrorschiene einzuordnen. Bis kurz vor dem Ende fand ich sie noch recht vorhersehbar – aber dann kam eine eher unerwartete Wendung, die den Schluss anders gestaltete als erwartet.

Gerd Rödiger: Das Geräusch

Ein Geräusch, das keiner jemals gehört hat, zieht eine Welle des Chaos nach sich: Tiere verhalten sie völlig untypisch, Pflanzen sterben und auch Menschen sind nicht sicher. Martin weiss plötzlich nicht mehr, wer er ist und was er mit der Axt in seiner Hand vorhatte. Und dann taucht auf einmal ein riesiges Kaninchen auf, das sein Bier gestohlen hat.

Die Story erinnert mich ein wenig an einen Zombieroman: Kleine Ursache – die von niemandem bewusst wahrgenommen wurde – und große Wirkung.

Gerd Rödiger: Ein Besucher

Ein warmer Sommerabend, ein kühles Getränk. Eigentlich könnte alles perfekt sein. Allerdings nicht, wenn ein Dämon in der eigenen Wohnung lauert und einen versprochenen Preis einfordert.

Für mich zu kurz und zu unrund. Bis ich richtig wusste, um was es bei der Geschichte ging, war sie auch schon wieder zu Ende.

José V. Ramos: Das Ende der Nahrungskette

Hermann Ganz ist auf der Suche nach einem trockenen und warmen Schlafplatz. Nach einem Hundebiss vor einigen Tagen fühlt er sich krank und fiebrig. In der U-Bahn wird er von ein paar Jugendlichen drangsaliert, die in dem Obdachlosen ein leichtes Opfer gefunden zu haben glauben. Doch dann wendet sich das Blatt …

Ein klein wenig vorhersehbar, aber dadurch hat die Spannung nicht gelitten.


Ich versuche mich immer wieder an Kurzgeschichten und meistens bin ich nicht überzeugt. Nicht so allerdings bei Black Noise – diese Sammlung hat mir insgesamt sehr gut gefallen.

Beide Autoren haben einen sehr angenehmen Sprachstil. Klare Sätze, ohne viel Chichi und trotzdem atmosphärisch. Die Stories hatten alles, was man sonst in Romanen ebenfalls findet – nur eben in kurz. Auf die Protagonisten konnte ich mich schnell einlassen, deren Charakterzüge und Handlungsweisen sind schlüssig und nachvollziehbar. Auch die verschiedenen Szenerien sind so beschrieben, dass man sich alles gut vorstellen kann.

Fazit:

Die Kurzbeschreibung hat mich schnell neugierig gemacht und das Buch konnte mich überzeugen. Von daher werde ich mir wohl auch die anderen Bücher der beiden Autoren anschauen. Meine Favoriten in diesem Band: Dunkler Engel und Black Noise.
 
 
 


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